Stand: 09.01.2016 08:50 Uhr

Airport: Lärmschutz-Angebot wird kaum genutzt

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Viele Anwohner des Airports sind vom Fluglärm geplagt.

Viele Anwohner des Hamburger Flughafens nehmen das Lärmschutz-Angebot des Airports offenbar nicht in Anspruch. Seit Auflage des neuen Lärmschutzprogramms im Jahr 2012 hätten sich nur fünf Prozent der Berechtigten gemeldet, teilte der Airport mit.

20.000 Hausbesitzer haben Anspruch

Besonders dicke Fenster, Lüfter oder eine Dach-Dämmung: Wer in der Nähe des Flughafens wohnt, kann sich diese Lärmschutzmaßnahmen einbauen lassen. Die Kosten übernimmt der Flughafen. Rund 20.000 Hausbesitzer hätten darauf einen Anspruch. Aber erst rund 1.000 von ihnen haben seit 2012 überhaupt einen Antrag gestellt, sagt Demet Cekel, beim Flughafen zuständig für die Lärmschutzprogramme, im Gespräch mit NDR 90,3. Ihre Erklärung: Viele vom Fluglärm geplagte Anwohner haben bereits ihre Fenster und Dächer verstärkt. Zwischen 1978 und 1992 hätten bereits 90 Prozent der Berechtigten entsprechende Förderanträge gestellt. Insgesamt hat der Airport nach eigenen Angaben in den vergangenen 40 Jahren 40 Millionen Euro für den Lärmschutz der Anwohner ausgegeben.

Bürgerinitiative: Hoher bürokratischer Aufwand

Die Betroffenen haben eine andere Erklärung für die geringe Nachfrage: Der bürokratische Aufwand sei sehr hoch und der Nutzen zweifelhaft, klagen sie. Denn nicht nur der Lärm sei ein Problem, sondern auch die Erschütterungen, insbesondere wenn größere Maschinen starteten. Ein weiterer Grund: Viele ihrer Nachbarn wüssten schlichtweg nichts von solchen Förderprogrammen, erklärten Vetretreter verschiedener Bürgerinititiativen.

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Fluglärmschutz in Hamburg

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 09.01.2016 | 09:00 Uhr