Stand: 13.09.2017 14:32 Uhr

Air Berlin: Wieder Flugausfälle in Hamburg

Bei der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin ist es am Mittwoch erneut zu Dutzenden Flugausfällen gekommen. 149 Krankmeldungen von Kapitänen und First Officers lägen der Airline vor, schrieb der Vorstand in einem internen Brief an die Belegschaft. Auch der Hamburger Flughafen war wieder betroffen: Für Mittwoch wurden 14 Flüge gestrichen, wie ein Sprecher des Flughafens sagte. Darunter seien auch Verbindungen von Euro- und Germanwings. Die Airlines haben bei Air Berlin Flugzeuge inklusive Piloten und Crew gemietet.

Flugausfälle schon am Dienstag

Bundesweit waren am Dienstag mehr als 100 der geplanten 750 Flüge von Air Berlin ausgefallen. Die Airline forderte sämtliche Fluggäste auf, sich im Internet zu erkundigen oder an die Hotline zu wenden, um zu klären, ob ihr Flug stattfindet.

Auch der Hamburg Airport war betroffen: Über 40 Verbindungen von und nach Hamburg fielen aus. Ursache war nach Angaben von Air Berlin, dass sich rund 200 der etwa 1.500 Piloten quasi gleichzeitig krankgemeldet hatten. Betroffen waren unterschiedliche Flugziele - unter anderem München, Düsseldorf, Oslo und Stockholm. Die genaue Zahl der betroffenen Passagiere ist nicht bekannt. Auch in Hannover wurden laut Flugplan vom Hannover Airport zwei Flüge von Eurowings gestrichen - von und nach Stuttgart.

Donnerstag wieder Normalbetrieb?

Für Donnerstag rechnet Air Berlin wieder mit normalem Flugbetrieb. Die Zahl der Krankmeldungen flaue ab, Gesundmeldungen von Piloten träfen ein, hieß es am Mittwoch in einem offenen Brief des Vorstands an die Cockpit-Crews. "Die Piloten kommen zurück", sagte ein Sprecher.

Air Berlin: "Unkontrollierten Zusammenbruch vermeiden"

Das Management hatte zuvor von einer existenzbedrohenden Situation für die Airline gesprochen. Um Investoren nicht zu verschrecken und möglichst viele Arbeitsplätze zu retten, sei es "entscheidend, den Flugbetrieb kurzfristig zu stabilisieren", heißt es in dem Brief von Airline-Chef Thomas Winkelmann und seinen Vorstandskollegen Oliver Iffert und Martina Niemann. Der Brief endet mit einem Appell: "Kommt Eurer Verantwortung für unsere Passagiere und die Arbeitsplätze aller Air Berliner nach und kommt zur Arbeit, damit wir einen unkontrollierten Zusammenbruch des Unternehmens vermeiden können."

Revolte der Piloten?

Die Zeitung "Bild" sprach von einer Piloten-Revolte. Demnach solle die Geschäftsführung von Air Berlin zuvor Gespräche mit einem potenziellen Kunden abgebrochen haben, bei denen es unter anderem um die Weiterbeschäftigung von Piloten gegangen sein soll. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit versicherte, nicht zu Krankmeldungen aufgerufen zu haben und ermahnte gesunde Kollegen, zur Arbeit zu gehen.

Noch bis Freitag haben Interessenten Zeit, Angebote für die insolvente Air Berlin abzugeben. Als aussichtsreichste Kandidaten gelten die Lufthansa, deren Billigtochter Eurowings, Tui-Fly und Condor. Parallel dazu kämpfen Gewerkschaften wie Ufo und ver.di um den Erhalt möglichst vieler der 8.000 Jobs.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 12.09.2017 | 09:00 Uhr

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