Stand: 10.11.2017 20:34 Uhr

Abschiebe-Zentrum: Bereits mehrere Fluchtversuche

Im sogenannten Ausreisegewahrsam der Innenbehörde am Flughafen Hamburg hat es bereits drei erfolgreiche Ausbrüche gegeben. Das bestätigte am Freitag ein Sprecher der Ausländerbehörde im Gespräch mit NDR 90,3. Bislang waren die Medien davon ausgegangen, dass die am Donnerstagabend geglückte Flucht eine Asylbewerbers aus Albanien die erste Flucht aus der Abschiebe-Einrichtung war. Die Flucht hatte für eine längere Unterbrechung des Flugverkehrs auf dem Hamburger Airport gesorgt.

Fünf Ausbruchsversuche

Am Freitag wurde bekannt, dass es seit der Inbetriebnahme des Abschiebe-Zentrums im Oktober 2016 fünf Ausbruchsversuche gegeben hat, drei davon waren erfolgreich. Die ausreisepflichten Asylbewerber sind bis heute nicht wieder aufgetaucht. Darum hatte Innensenator Andy Grote (SPD) schon vor Wochen eine Überprüfung der Sicherheitsmaßnahmen in der Einrichtung angeordnet. Die soll es jetzt nächste Woche geben.

Das Ausreisegewahrsam am Flughafen ist bundesweit die erste Einrichtung dieser Art. Dort werden abgelehnte Asylbewerber untergebracht, die versucht haben, sich vor den Behörden zu verstecken. Sie können bis zu vier Tage in Gewahrsam genommen werden. Die Innenbehörde betont ausdrücklich, dass es sich bei der Einrichtung nicht um ein Gefängnis handelt. Es gibt 20 Einzelzimmer mit Bad und TV, sowie eine Betreuung durch Sozialarbeiter und Psychologen.

22-Jähriger auf der Flucht

Derweil ist der am Donnerstag geflohene 22 Jahre alte Albaner weiter auf der Flucht. Er wurde von der Polizei zur Fahndung ausgeschrieben. Der Mann hatte sich mit einem algerischen Asylbewerber nachts aus seinem Zimmer geschlichen. Der Algerier half ihm über den Zaun. Er verschwand in Richtung Wald. Wenig später wurde der Algerier vom Wachpersonal gestellt. Die Flucht des Albaners wurde erst später entdeckt.

Flugverkehr vorübergehend eingestellt

Da nicht auszuschließen war, dass der Mann auf dem Flughafen-Vorfeld unterwegs war, wurde aus Sicherheitsgründen der Airport informiert und der Flugverkehr daraufhin gestoppt. Nach Angaben des Flughafens und der Bundespolizei wurde der Flugverkehr am Donnerstagabend um 20.15 Uhr eingestellt. Einsatzkräfte der Bundespolizei suchten das Areal ab, die Flughafenfeuerwehr leuchtete nach Angaben eines Bundespolizeisprechers das Rollfeld mit Scheinwerfern aus. Um 21.35 sei die Suche beendet worden. Acht Flüge wurden gestrichen, zwölf verspäteten sich. Vier Maschinen wurden nach Bremen umgeleitet, acht nach Hannover.

So sieht es im Ausreisegewahrsam aus

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 10.11.2017 | 16:00 Uhr

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