Stand: 14.01.2015 11:00 Uhr

16-Punkte-Plan gegen Fluglärm in Hamburg

Bild vergrößern
Fluglärmgeschädigte sollen mehr Mitspracherecht bekommen.

Die Hansestadt Hamburg will mehr gegen Fluglärm unternehmen. Im Umweltausschuss stimmten die Abgeordneten von SPD, CDU, Grüne und FDP am Dienstagabend einem fraktionsübergreifenden Kompromiss zu und machten den Weg für einen 16-Punkte-Katalog gegen Fluglärm frei, wie NDR 90,3 am Mittwoch berichtete.

Fluglärmschutzbeauftragte darf in ihrer Arbeit nicht behindert werden

Ein zentraler Punkt des Maßnahmenpakets: Die Fluglärmschutzbeauftragte Gudrun Pieroh-Joußen bekommt mehr Rechte - gesetzlich festgelegt. In dem Gesetz sollen ihre Aufgaben klar geregelt werden. "Dort wird zum Beispiel drinstehen, dass sie in ihrer Arbeit nicht behindert werden darf, dass alle Beteiligten, auch die Airlines, ihre Arbeit unterstützen sollen", sagte SPD-Fraktionschef Andreas Dressel. Zudem soll sie am Flughafen ein eigenes Büro haben und Bußgelder verhängen dürfen.

Strikte Einhaltung der Start- und Landebahnregeln

Weitere Informationen
Link

Fluglärmschutz in Hamburg

Hier finden Sie weitere Informationen zum Thema Fluglärm in Hamburg bei hamburg.de. extern

Diese Bußgelder, etwa für verspätete Landungen, sollen künftig konsequenter eingetrieben und unter anderem dafür genutzt werden, Maßnahmen gegen den Lärmschutz zu finanzieren. Start- und Landebahnregeln müssen demnach strikt eingehalten werden. Darüber hinaus werde geprüft, ob Landeanflüge verlängert werden können, um die Belastung für die Anwohner zu reduzieren. Fluglärmgeplagte sollen laut NDR 90,3 mehr Mitspracherecht erhalten.

Bürgerinitiative zufrieden

Martin Mosel, Sprecher der Bürgerinitiative Alstertal/Walddörfer/Ahrensburg ist zufrieden. Die Initiative hatte monatelang beklagt, im Frühjahr beschlossene Vorgaben seien konsequent missachtet worden. Der Plan setze ein Zeichen. Dennoch blieben einige Wünsche offen. "Wir brauchen die langen Landeanflüge zur Lärmentlastung. Und wir brauchen klare Regelungen für die Starts, damit auch dort lärmentlastende Aspekte Berücksichtigung finden", sagte Mosel.

Fraktionsübergreifende Einigkeit

Alle beteiligten Fraktionen lobten den Vorstoß. Dieser parteiübergreifende Kompromiss zeige, wie ernst das Problem sei. Damit solle auch ein höherer Druck auf die Flugsicherung ausgeübt werden, Lärmschutzmaßnahmen, konsequenter durchzusetzen. Die Linke beteiligte sich nicht an der Abstimmung.

Weitere Informationen

Senat beschließt Plan gegen Fluglärm

Im Hamburger Nordosten sollen die Menschen künftig besser vor Fluglärm geschützt werden. Der Senat will künftig unter anderem nur noch längere Landeanflüge zulassen. (4.11.2014) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 14.01.2015 | 11:00 Uhr