Stand: 29.02.2012 07:41 Uhr  | Archiv

Was ist der Sekundärmarkt?

von Ann-Katrin Johannsmann, NDR Info Wirtschaftsredaktion
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Das Bundesverfassungsgericht erklärte das sogenannte Neuner-Gremium bei Sekundärmarktkäufen für verfassungsgemäß.

Wer beim Thema Sekundärmarkt an einen Second-Hand-Laden denkt, liegt gar nicht so falsch. Wenn ein Unternehmen einen Börsengang plant, sucht es sich Banken, die mit ihm diesen Börsengang auf die Beine stellen, die Kapital vorstrecken und Investoren besorgen.

Wer sich für Anteile des Unternehmens interessiert, kann Aktien dieses Unternehmens zeichnen. Die Chance auf eine Zuteilung bekommt er aber nur, wenn er ein Konto bei einer der Banken hat, die sich das Unternehmen für den Börsengang ausgesucht hat.

Die Börse ist der wichtigste Sekundärmarkt

Die Erstzuteilung von Aktien oder auch Staatsanleihen ist der sogenannte Primärmarkt. Auf dem Sekundärmarkt werden Aktien oder Anleihen vom Erstbesitzer an neue Investoren weitergegeben. Wie im Second-Hand-Laden. Der wichtigste Sekundärmarkt ist die Börse. Hier wechseln täglich Aktien und Anleihen den Besitzer.

Das Bundesverfassungsgericht hat erlaubt, dass eine kleine Gruppe von neun Abgeordneten darüber entscheidet, ob der Euro-Rettungsschirm EFSF Staatsanleihen auf dem Sekundärmarkt, also an der Börse, kaufen darf. Dieses Zugeständnis haben die Verfassungsrichter gemacht, weil solche Kaufaktionen zu Spekulationen führen würden, wenn sie vorher bekannt wären. Würde beispielsweise bekannt, dass die Euro-Retter den Kauf von Staatsanleihen eines Krisenlandes planen, könnte das ein Anreiz sein, um auf den Ausfall, also die Zahlungsunfähigkeit des Landes zu wetten. Die Rettungsaktion würde also das Gegenteil bewirken.

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NDR Info | 29.02.2012 | 07:41 Uhr

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