Rumpelstilzchen

 

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Es war einmal: So fangen Märchen an.
Ein Märchen ist eine sehr alte Geschichte.
Dieses Märchen heißt: Rumpelstilzchen.
Das Märchen geht so:

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Auf dem Bild ist eine Mühle. In einer Mühle macht man Mehl. Aus Mehl kann man viele Dinge machen. Zum Beispiel Brot. Oder Kuchen.

Ein Müller hat eine Mühle.
Der Müller wohnt in der Mühle.
Und der Müller arbeitet in der Mühle.
         Der Müller macht Getreide zu Mehl.
Der Müller ist arm.
Der Müller hat eine Tochter.
Die Tochter vom Müller ist sehr schön.
Und fleißig.
Und so hilft die Tochter ihrem Vater bei der Arbeit in der Mühle.
An einem Tag kommt der König zum Müller.
Der Müller schämt sich vor dem König.
Der Müller hat nämlich nur wenig Geld.
Deshalb kann der Müller dem König nichts zu essen anbieten.
Und auch nichts zu trinken.
Und so lügt der Müller den König an.
Und sagt:
         Herr König:
         Meine Tochter kann Stroh zu Gold machen.
Der König ist überrascht.
Und sagt:
         Bring deine Tochter zu mir ins Schloss.
         Deine Tochter soll mein Stroh zu Gold machen.

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Auf dem Bild zeigt der König der Tochter vom Müller das Spinn∙rad. Mit einem Spinn·rad macht man Wolle zu einem Faden.

Dann reitet der König weiter.
Am nächsten Tag bringt der Müller seine Tochter ins Schloss.
Im Schloss bringt der König die Tochter vom Müller gleich in ein Zimmer.
Das Zimmer ist voll mit Stroh.
Der König gibt der Tochter vom Müller ein Spinn∙rad.
         Mit einem Spinn∙rad macht man Wolle zu einem Faden.
         Aber die Tochter vom Müller soll damit Stroh zu Gold machen.
Dann sagt der König zur Tochter vom Müller:
         Heute Nacht musst du das ganze Stroh zu Gold machen.
         Oder ich bestrafe dich.
         Und du musst sterben.
Der König verlässt das Zimmer.
Und schließt die Tür hinter sich zu.

Jetzt ist die Tochter vom Müller allein in dem Zimmer.
Die Tochter vom Müller hat Angst:
Die Tochter vom Müller kann nämlich Stroh nicht zu Gold machen.
Der Müller hat den König angelogen.
Die Tochter vom Müller weint viele Tränen.
Die Tochter vom Müller will nämlich nicht sterben.

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Auf dem Bild ist das Männchen. Das Männchen hat einen Bart. Und eine Mütze auf dem Kopf.


Plötzlich geht die Tür auf.
Und ein Männchen kommt ins Zimmer.
         Ein Männchen ist ein sehr kleiner Mann.
Das Männchen hat einen langen Bart.
Und das Männchen hat eine Mütze auf dem Kopf.
Das Männchen fragt die Tochter vom Müller:
         Warum weinst du?
Und die Tochter vom Müller antwortet:
         Ich soll Stroh zu Gold machen.
         Aber ich kann Stroh nicht zu Gold machen.
         Mein Vater hat den König angelogen.
         Der König wird mich bestrafen.
         Ich werde sterben.
         Aber ich will nicht sterben.
Das Männchen überlegt einen Moment.
Und sagt:
         Ich helfe dir.
         Ich kann Stroh zu Gold machen.
         Aber dafür möchte ich eine Belohnung.
Die Tochter vom Müller hat eine schöne Kette um den Hals.
Die Tochter vom Müller nimmt die Kette ab.
Und gibt die Kette dem Männchen.
Das Männchen nimmt die Kette.

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Auf dem Bild sitzt das Männchen am Spinn∙rad. Das Männchen dreht am Spinn∙rad. Und das Männchen macht das Stroh zu Gold.

Dann setzt sich das Männchen an das Spinn∙rad.
Das Männchen dreht am Spinn∙rad.
Und das Spinn∙rad macht das Stroh zu Gold.
Das Männchen sitzt die ganze Nacht am Spinn∙rad.
Und macht das ganze Stroh zu Gold.
Am nächsten Morgen ist das Zimmer voll mit Gold.
Aber das Männchen ist verschwunden.
Der König kommt in das Zimmer.
Und der König sieht das Gold.

Jetzt freut sich der König sehr.
Und auch die Tochter vom Müller freut sich.
Die Tochter vom Müller denkt:
         Jetzt kann ich zurück zur Mühle.
         Und muss nicht sterben.
Aber das ist falsch:
Der König will jetzt nämlich noch mehr Gold.
Also schickt der König das Mädchen in ein 2. Zimmer.
Das 2. Zimmer ist größer.
Und auch das 2. Zimmer ist voll mit Stroh.
Der König sagt zur Tochter vom Müller:
         Heute Nacht musst du das ganze Stroh zu Gold machen.
         Oder ich bestrafe dich.
         Und du musst sterben.
Dann verlässt der König das Zimmer.
Und schließt die Tür hinter sich zu.

Jetzt ist die Tochter vom Müller allein in dem Zimmer.
Die Tochter vom Müller weint viele Tränen.
Die Tochter vom Müller will nämlich nicht sterben.
Plötzlich geht die Tür auf.
Und das Männchen kommt ins Zimmer.
Das Männchen fragt die Tochter vom Müller:
         Warum weinst du?
Und die Tochter vom Müller antwortet:
         Ich soll auch dieses Stroh zu Gold machen.
         Aber ich kann Stroh nicht zu Gold machen.
         Und ich will nicht sterben.
         Kannst du mir noch einmal helfen?

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Auf dem Bild ist der schöne Ring. Die Tochter vom Müller gibt dem Männchen ihren Ring.

Das Männchen überlegt einen Moment.
Und sagt:
         Ich helfe dir.
         Aber dafür möchte ich eine Belohnung.
Die Tochter vom Müller hat einen schönen Ring am Finger.
Die Tochter vom Müller nimmt den Ring ab.
Und gibt den Ring dem Männchen.
Das Männchen nimmt den Ring.
Dann setzt sich das Männchen an das Spinn∙rad.
Das Männchen dreht am Spinn∙rad.
Und das Spinn∙rad macht das Stroh zu Gold.
Das Männchen sitzt die ganze Nacht am Spinn∙rad.
Und macht das ganze Stroh zu Gold.
Am nächsten Morgen ist auch das 2. Zimmer voll mit Gold.
Aber das Männchen ist verschwunden.

Der König kommt in das Zimmer.
Und der König sieht das Gold.
Jetzt freut sich der König sehr.
Und auch die Tochter vom Müller freut sich.
Die Tochter vom Müller denkt:
         Jetzt kann ich zurück zur Mühle.
         Und muss nicht sterben.
Aber das ist falsch:
Der König will noch mehr Gold.
Also schickt der König das Mädchen in ein 3. Zimmer.
Das 3. Zimmer ist noch größer.
Und auch das 3. Zimmer ist voll mit Stroh.
Der König sagt zur Tochter vom Müller:
         Heute Nacht musst du das ganze Stroh zu Gold machen.
         Du machst das ganze Stroh zu Gold?
         Dann heirate ich dich.
         Und wir sind reich.
Dann verlässt der König das Zimmer.
Und schließt die Tür hinter sich zu.

Jetzt ist die Tochter vom Müller allein in dem Zimmer.
Die Tochter vom Müller weint viele Tränen.
Die Tochter vom Müller kann nämlich Stroh nicht zu Gold machen.
Plötzlich geht die Tür auf.
Und das Männchen kommt ins Zimmer.
Die Tochter vom Müller sagt zum Männchen:
         Liebes Männchen:
         Du musst mir noch einmal helfen.
         Ich soll auch dieses Stroh zu Gold machen.
         Dann heiratet mich der König.
         Hilfst du mir?

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Auf dem Bild ist das Männchen.


Das Männchen überlegt einen Moment.
Und sagt:
         Ich helfe dir.
         Aber dafür möchte ich eine Belohnung.
Die Tochter vom Müller sagt:
         Du hast meine Kette.
         Und du hast meinen Ring.
         Jetzt habe ich nichts mehr.
Das Männchen überlegt einen Moment.
Und sagt:
         Dann gib mir dein 1. Kind.
         Du bekommst mit dem König ein Kind?
         Dann musst du mir euer Kind geben!

Die Tochter vom Müller weint.
Die Tochter vom Müller möchte ihr Kind nämlich nicht dem Männchen geben.
Aber die Tochter vom Müller hat sonst nichts.
Deshalb sagt die Tochter vom Müller zu dem Männchen:
         Du bekommst mein 1. Kind.
Das Männchen ist zufrieden.
Dann setzt sich das Männchen an das Spinn∙rad.
Das Männchen dreht am Spinn∙rad.
Und das Spinn∙rad macht das Stroh zu Gold.
Das Männchen sitzt die ganze Nacht am Spinn∙rad.
Und macht das ganze Stroh zu Gold.

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Auf dem Bild ist der König. Der König freut sich über das Gold.


Am nächsten Morgen ist auch das 3. Zimmer voll mit Gold.
Aber das Männchen ist verschwunden.
Der König kommt in das Zimmer.
Der König sieht das Gold.
Und der König freut sich sehr.
Der König sagt zu der Tochter vom Müller:
         Du sollst meine Frau werden.
         Und die neue Königin sein.
         Und mit mir in meinem Schloss wohnen.
         Jetzt sind wir reich.
Die Tochter vom Müller heiratet den König.
Und ist jetzt die neue Königin.

Ein Jahr vergeht.
Und die neue Königin und der König bekommen ein Kind.
Plötzlich geht die Tür auf.
Und das Männchen kommt ins Schloss.
Das Männchen möchte das Kind von der Königin.
Aber die Königin hat ihr Kind sehr lieb.
Die Königin möchte ihr Kind nicht dem Männchen geben.
Deshalb ist die Königin sehr traurig.
Und weint viele Tränen.
Also sagt das Männchen:
         Ich gebe dir ein Rätsel auf:
         Du musst meinen Namen erraten.
         Dafür hast du 3 Tage Zeit.
         Du errätst meinen Namen?
         Dann darfst du dein Kind behalten.
         Du errätst meinen Namen nicht?
         Dann nehme ich dein Kind mit.
Das sagt das Männchen.
Und verschwindet wieder.


Die Königin ist sehr traurig.
Die Königin möchte ihr Kind unbedingt behalten.
Aber die Königin kennt den Namen von dem Männchen nicht.
Deshalb geht die Königin durch das Schloss.
Und fragt alle Menschen im Schloss nach ihren Namen.
Die Königin schreibt die Namen auf.
Das macht die Königin die ganze Nacht.


Am nächsten Morgen kommt das Männchen ins Schloss.
Und das Männchen fragt die Königin:
         Kennst du meinen Namen?
Die Königin fragt das Männchen:
         Heißt du Kaspar?
         Oder heißt du Melchior?
         Oder heißt du Balthasar?
Aber das Männchen antwortet:
         Nein.
         Nein.
         Nein.
         So heiße ich nicht.
Dann sagt das Männchen:
         Du hast meinen Namen nicht erraten.
         Also gib mir jetzt dein Kind.
Die Königin weint viele Tränen.
Und so sagt das Männchen:
         Morgen früh komme ich wieder.
         Bis dahin kannst du weiter nach meinem Namen suchen.
Und das Männchen verschwindet.

Die Königin sucht die ganze Nacht nach dem Namen von dem Männchen.
Und am nächsten Morgen kommt das Männchen wieder ins Schloss.
Das Männchen fragt die Königin:
         Kennst du meinen Namen jetzt?
Und die Königin fragt das Männchen:
         Heißt du Rippen∙biest?
         Oder heißt du Hammels∙wade?
         Oder heißt du Schnür∙bein?
Da wird das Männchen böse.
Und sagt:
         Nein.
         Nein.
         Nein.
        
So heiße ich nicht.
         Und jetzt gib mir dein Kind!
Da weint die Königin viele Tränen.
Und das Männchen sagt:
         Ich gebe dir noch eine Nacht Zeit.
         Morgen komme ich.
         Und hole dein Kind.
Die Königin sucht die ganze Nacht nach dem Namen von dem Männchen.

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Auf dem Bild tanzt das Männchen um ein Feuer. Das Männchen singt dabei ein Lied.

Am nächsten Morgen kommt ein Diener zur Königin ins Schloss.
Der Diener hat die letzten 3 Tage und Nächte nach dem Namen von dem Männchen gesucht.
Der Diener war überall.
Und im ganzen Land.
Der Diener ist durch die Dörfer geritten.
Und hat viele Menschen nach ihren Namen gefragt.
Jetzt sagt der Diener zur Königin:
         Gestern war ich im Wald.
         Mitten im Wald war ein Berg.
         Hinter dem Berg war ein kleines Haus.
         Bei dem Haus war ein kleines Feuer.
         Ein kleines Männchen ist um das Feuer getanzt.
         Und hat ein Lied gesungen:
                  Heute back ich.
                  Morgen brau ich.
                  Übermorgen hole ich mir das Kind von der Königin.
                  Und kein Mensch weiß:
                  Dass ich Rumpelstilzchen heiß.
         Dieses Lied hat das kleine Männchen gesungen.
Die Königin ist glücklich:
Die Königin kennt nämlich jetzt den Namen von dem Männchen.
Am Abend kommt das Männchen wieder ins Schloss.
Das Männchen fragt die Königin:
         Kennst du meinen Namen jetzt?
Und die Königin fragt das Männchen:
         Heißt du Hinz?
         Oder heißt du Kunz?
Und das Männchen antwortet:
         Nein.
         Nein.
        
So heiße ich nicht.


Dann fragt die Königin das Männchen:
         Heißt du vielleicht Rumpelstilzchen?
Da wird das Männchen ganz blass.
Die Königin hat das Rätsel gelöst.
Und das Männchen sagt:
         Du hast meinen Namen erraten.
         Ich heiße Rumpelstilzchen.

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Auf dem Bild fällt Rumpelstilzchen in das Loch im Boden.


Jetzt darf die Königin ihr Kind behalten.
Und Rumpelstilzchen bekommt das Kind von der Königin nicht.
Deshalb ist Rumpelstilzchen sehr wütend.
Und schreit ganz laut.
Und stampft mit den Füßen auf den Boden:
Erst stampft Rumpelstilzchen mit dem linken Fuß auf den Boden.
Dann stampft Rumpelstilzchen mit dem rechten Fuß auf den Boden.
Plötzlich öffnet sich der Boden:
Im Boden ist jetzt ein Loch.
Und Rumpelstilzchen fällt in das Loch im Boden.
Dann geht das Loch wieder zu.
Und Rumpelstilzchen ist weg.
Jetzt muss die Königin keine Angst mehr haben.
Und der König und die Königin sind glücklich.

Das war das Märchen von Rumpelstilzchen.

 

Das Märchen wurde in Leichte Sprache übersetzt.
Die Übersetzer sind:
            • Laura Heidrich.
            • Und Katja Bösner.
Die Bilder hat Alisha Rogotzki gemalt.