Stand: 26.07.2013 11:00 Uhr

Audiodeskription im NDR

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Zwei Sehende und eine Blinde erarbeiten gemeinsam ein Hörfilm-Manuskript.

Die Hörfilmautoren des NDR verfassen Filmbeschreibungen für Blinde und stark sehbehinderte Menschen zu vielen Sendungen im NDR Fernsehen und im Ersten - darunter Neues aus Büttenwarder, Der Tatortreiniger, Landpartie, Erlebnis Erde und die Quizshow Klein gegen Groß. Zu Beginn seiner Arbeit sieht sich der Autor den Film an, um sich erste Gedanken zur Beschreibung der Personen, der Schauplätze und besonderer filmischer Gestaltungsmittel wie Zeitlupen zu machen. Um alltagsfremde Dinge - beispielsweise Kleidung im frühen Mittelalter oder Aussehen und Verhalten von exotischen Tieren - angemessen beschreiben zu können, recherchiert er. Dann fügt der Autor in die Lücken zwischen dem Original-Ton seine Beschreibungen ein. Diese sollten zunächst beantworten, wo wer was macht. Ist die Lücke lang genug, beschreibt er zusätzliche Details wie Gestik, Mimik, Gegenstände oder Landschaften.

Zwei Sehende und ein Blinder

Gemeinsam mit einem weiteren sehenden sowie einem blinden Kollegen wird aus der Rohfassung das endgültige Manuskript erarbeitet. Abschließend wird der Film erneut abgespielt und einer der Sehenden spricht die Beschreibungen in die Lücken zwischen den Dialogen oder Geräuschen ein. So wird überprüft, ob die Beschreibungen zeitlich passen, ob sie die formalen Richtlinien der Audiodeskription erfüllen und ob sie die Atmosphäre des Films wiedergeben. Das vom Team erstellte Manuskript wird dann im Tonstudio aufgenommen. Der NDR setzt dafür ausschließlich professionelle Sprecher ein. Die Fernsehredakteure achten darauf, dass die Stimmen gut zur Atmosphäre der jeweiligen Sendung passen und wählen die Sprecher danach aus. Zum Schluss mischen die NDR Toningenieure die neue Tonspur aus Originalton und Beschreibung - die fertige Audiodeskription.

Das Audiodeskriptions-Team des NDR