Weltbilder

Mittwoch, 11. Oktober 2017, 00:00 bis 00:30 Uhr
Donnerstag, 12. Oktober 2017, 01:30 bis 02:00 Uhr

Julia-Niharika Sen

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Griechenland: Miteinander mit Flüchtlingen auf Tilos

500 Einwohner hat die griechische Insel Tilos, dazu kommen 50 Flüchtlinge. Anstatt auf Hilfe von außen wie zu warten, auf Gelder von der EU oder der griechischen Regierung, machte die Gemeinde in Tilos aus der Not eine Tugend und gab Flüchtlingen aus Syrien einfach unbürokratisch Arbeit. In der Taverne oder beim Bäcker helfen sie mit, sind Teil der Gemeinschaft und froh, nicht untätig auf ihr weiteres Leben warten zu müssen. Einige der syrischen Familien wollen längst nicht mehr weiter aufs Festland, sondern wollen auf Tilos bleiben. Alle, Syrer und Griechen, sprechen hier von einem Miteinander und nicht von einem anonymen Nebeneinander.
Autorin: Ellen Trapp

Dänemark/Schweden: Skandinavisches Pflegemodell

Die Pflege wird in Skandinavien als zentrale Aufgabe des Staates verstanden und viele Pflegeeinrichtungen werden ohne Gewinnorientierung betrieben. Das kostet den Staat deutlich mehr als in Deutschland. Die zwei- bis dreimal höheren Kosten werden durch Steuereinnahmen finanziert. Und das ohne laute Proteste, denn die Angehörigen werden durch das skandinavische Pflegemodell spürbar entlastet. Ein weiterer Vorteil des Pflegealltags in den skandinavischen Ländern: Pfleger werden besser bezahlt und es gibt einen besseren Pflegeschlüssel. Der bewirkt, dass die Pflegebedürftigen über Jahre nur von einem vertrauten Pfleger betreut werden.
Autor: Clas Oliver Richter

USA: Das Gemüseboot von New York City

Der Stadtteil Bronx gilt als der ärmste in der US-Metropole New York City. Das spiegelt sich auch in der Ernährung vieler Menschen wieder. Fettleibigkeit ist hier ein großes Problem: Jeder Dritte hat zum Beispiel keinen Zugang zu frischen Lebensmitteln. Eine Künstlerin will das ändern. Sie baut Äpfel und Melonen an, Paprika und frische Kräuter, um den Menschen den Wert gesunder Ernährung zu vermitteln. Das alles auf einem riesigen, umgebauten Lastkahn. Denn in den Parks von New York ist Sammeln und Pflücken noch verboten.
Autorin: Miriam Braun

Puerto Rico: Kaum Aufbau nach Hurrikan

Hurrikan Maria hat das Leben von Familie Serrano aus den Angeln gehoben. Die Flut zerstörte fast alles, was die Familie hatte. Vor allem ihr einfaches Holzhaus - mehr konnte sich Bauarbeiter Anibal nie leisten. Hier hat er mit seiner Frau die Kinder groß gezogen. Hier waren die Enkel zu Besuch. Erinnerungen, die weh tun. "Häuser aus Zement wären die Lösung", sagt Anibals Tochter. "Häuser aus Holz halten nicht so gut stand. Aber nicht jeder kann sich ein Haus aus Zement leisten. Viele Menschen auf Puerto Rico sind arm." Die Hilfe läuft nur schleppend an. Vor allem die der USA, zu deren Außengebieten die Insel zählt. Zwar sind Soldaten vor Ort und auch der Katastrophenschutz, aber es reicht nicht. Zu groß sind die Schäden. Das größte Problem ist die Stromversorgung. Sie fiel auf der ganzen Insel aus. Auch Telefon und Internet funktionieren nur noch an wenigen Orten. Puerto Rico leidet seit fast zehn Jahren unter einer Wirtschaftskrise. Die Insel ist bankrott und hängt vom US-amerikanischen Festland ab.
Autorin: Claudia Buckenmaier

Österreich: Favoriten bei Nationalratswahlen

Sebastian Kurz, Kanzlerkandidat der konservativen Österreichischen Volkspartei, steht im Alter von 31 Jahren kurz vor einem Wahlsieg bei den Nationalratswahlen am 15. Oktober. Wahlkampf macht er vor allem mit seiner rigorosen Haltung in der Flüchtlingspolitik und überzeugt damit auch Anhänger der rechtspopulistischen FPÖ. Die Schließung der Balkan-Route erklärt er selbst zu seinem besonderen Verdienst. Mit deftigen Parolen macht er im Wahlkampf Stimmung gegen Geflüchtete, wie sie sonst vom ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán zu hören sind. Seine Partei muss es hinnehmen, dass Kurz nicht als ÖVP-Kandidat antritt, sondern - à la Emanuel Macron in Frankreich - mit einer eigenen Liste: "Liste Sebastian Kurz - die neue Volkspartei".
Autor: Darko Jakovljevic

Thailand: Warum fährt ein Zug mitten durch einen Markt?

Drachenfrüchte, frischer Fisch und Kokosnüsse reihen sich in den Auslagen des Maeklong Railway Markts eng aneinander. Ein typischer Markt in Thailand eben? Von wegen! Achtmal am Tag ereignet sich das gleiche Schauspiel: In Windeseile klappen Händler ihre Markisen zurück und schieben ihre Auslagen zur Seite. Kurze Zeit später rattert der Zug über die Gleise. Hauchdünn an Fisch, Obst und Gemüse vorbei. Denn der Maeklong Railway Market findet direkt an den Schienen statt. Ist der Zug vorbeigefahren, sieht nur Sekunden später alles wieder aus wie vorher. Die Händler hier sind echte Profis. Aber warum überhaupt fährt der Zug mitten durch die Auslagen? Unser Schnappschuss klärt auf.
Autorin: Sandra Ratzow

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