Stand: 25.09.2017 20:23 Uhr

Dorfgeschichte: Bokel

Bokel liegt im Kreis Rendsburg-Eckernförde, hat etwa 650 Einwohner und in den umliegenden Gemeinden den Beinamen "Künstlerdorf". Wenn man durch den Ort fährt, wird auch klar, warum: Überall, vor den Häusern und in den Gärten, sind kleine Kunstwerke zu sehen.

Dorfbewohner des Dorfes: Bokel

Dorfgeschichte: Bokel

Schleswig-Holstein Magazin -

Rund 650 Menschen sind in Bokel zu Hause. Das Dorf liegt zwischen Rendsburg und Bordesholm. Es hat den Beinamen "Künstlerdorf".

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Die Zugezogenen brachten Veränderung

Da ist zum Beispiel Thomas Jaspert, der vor mehr als 20 Jahren in den Ort zog. Er hatte die alte Mühle gekauft, zog mit seiner Familie während der Renovierung allerdings erst einmal in einen ausgedienten Zirkuswagen. Als sie endlich in die Mühle umziehen konnten, ließen sie den Wagen in ihrem Garten stehen, drapierten noch sechs weitere drum herum und eröffneten darin ein "Hostel" für Feriengäste. Sein erstes, großes Kunstwerk für den Ort ist der "Bokeler Pfahl". Dafür schnitzte er die Handabdrücke aller Einwohner in einen Baumstamm und stellte ihn in der Mitte des Dorfes auf. "Zunächst waren die Alteingesessenen skeptisch", erzählt der Bokeler Bürgermeister. Aber mittlerweile seien der Künstler und seine Freunde, die mehr und mehr nachzogen, voll in der Gemeinde etabliert. Und das gesamte Dorf macht mit. Den Zaun vor dem Kindergarten haben die Lütten bunt bemalt, das Freibad ist mit lustigen Tierfiguren dekoriert.

Das Freibad - der Mittelpunkt des Ortes

Das Bokeler Freibad ist bereits 50 Jahre alt. Es sollte aus Kostengründen schon einmal geschlossen werden. Aber dann hat sich ein Förderverein gebildet, der das kleine Bad bis heute am Leben hält. Es sei im Sommer der Mittelpunkt des Ortes, erzählen die Bokeler. Auch die Dorffeste finden hier zwischen Babybecken, Kiosk und Tresen statt.

Zirkuswagen als Markenzeichen

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Mehr als 40 ausgediente Zirkuswagen gibt es in Bokel.

Auch die Idee, in einem Zirkuswagen zu leben, hat sich in Bokel etabliert - hier stehen mittlerweile mehr als 40 Stück. Etwa zehn alleine bei der Familie Finn. Auf ihrem Bauernhof wohnen vier Generationen miteinander. Drei davon in den Wagen, nur Opa Klaus wohnt noch im Haus: Er brauche halt sein Badezimmer gleich nebenan, meint er schmunzelnd. Die übrigen Familienmitglieder teilen sich nämlich einen Wasch- und einen Kochwagen. Jeden Tag wird gemeinsam gegessen - immer um 12.30 Uhr, erzählt Mitbewohner "Ulli Wood". Das sei wichtig für den 83 Jahre alten Senior. Ihnen gehört seit kurzem auch ein altes Holzschiff, das mitten im Ort, mitten auf einer Wiese liegt. Das haben die Finns aus Eckernförde gerettet, wo es zu verfallen drohte. Hier wollen sie demnächst vielleicht ein Kulturcafé eröffnen. Bokel - ein Künstlerdorf. Aber auch ein Dorf voller Lebenskünstler.

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 25.09.2017 | 19:30 Uhr