Rund um den Michel

Glücklich in Hamburg

Sonntag, 06. September 2015, 18:00 bis 18:45 Uhr
Montag, 07. September 2015, 01:15 bis 02:00 Uhr

Die Hamburger sind die glücklichsten Großstädter ganz Deutschlands. Das hat eine repräsentative Umfrage des Allensbacher Instituts für den sogenannten "Glücksatlas" der Deutschen Post ergeben. Für Rund um den Michel Grund genug, einmal nachzuschauen, wo das Glück in Hamburg überall wohnt. Wichtiger als finanziellen Wohlstand finden die meisten Hamburger immaterielle Werte wie Freundschaft. Rund um den Michel besucht deshalb ganz besondere Nachbarschaften, verbringt einen Tag an einem Glücksautomaten und fragt in Unternehmen nach, was Mitarbeiter glücklich macht. Das alles und mehr in der nächsten Ausgabe von Rund um den Michel!

Glück durch Kinder: Machen Kinder glücklich?

Nein, sagen viele Glücksforscher. Doch, sagen viele Eltern. Ja, und zwar sehr - sagen Dörte und Maik Jensen. Und sie müssen es wissen. Denn sie haben nicht nur ein, zwei oder drei Kinder. Nein: Die Jensens sind stolze Eltern von gleich zwölf Kindern und mittlerweile sogar Großeltern von vier Enkelkindern. "Ursprünglich hatten wir uns mal drei Kinder vorgestellt", sagt Dörte Jensen. Doch dann kam das vierte, das fünfte das sechste. Irgendwann haben sie aufgehört zu planen. Mittlerweile sind die ersten Kinder aus der Wohnung in Schnelsen ausgezogen. Doch jeden Sonntag versucht die ganze Familie, zum Frühstück zusammenzukommen. Mit Kindern, Enkelkindern und den Partnern einiger Kinder sitzen dann schon mal 20 Personen am Frühstückstisch. Manchmal machen allesamt danach einen gemeinsamen Ausflug. Wir haben die Jensens bei einem dieser XXL-Familiensonntage begleitet - und erfahren, wie glücklich sie ihre Kinderschar trotz Stress, Enge in der Wohnung und Vorurteilen von anderen macht.

Der Glücksbote: "Glückwunsch, Sie haben gewonnen"

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Ein Sechser im Lotto ist für viele Menschen der Inbegriff für Glück.

Der Traumurlaub in der Karibik, der schnelle Sportwagen, das Eigenheim im Grünen - das alles ist von einem Tag auf den anderen möglich. Stefan Seeger freut sich wie ein Schneekönig. Nicht weil er gewonnen hätte und sich all das jetzt leisten könnte. Nein, Stefan Seeger ist Mitarbeiter bei der Hamburger Lotto-Gesellschaft. Dort ist er derjenige, der den Gewinnern die frohe Botschaft des Gewinns verkünden darf - am Telefon oder bei hohen Gewinnen auch bei sich im Büro. "Leiter Kundenservice" heißt das in der offiziellen Berufsbezeichnung. Und er freut sich jedes Mal mit, wenn er seinen Beruf ausübt. "Denn was gibt es schöneres, als andere Menschen glücklich zu machen", sagt Seegers. Wir haben den Lotto-Glücksboten getroffen und ihn von den schönsten Glücksmomenten berichten lassen, die er anderen beschert hat.

Automat der Glücksmomente

Hier konzentriert sich das Glück in Hamburg auf kleinstem Raum: Im Fotoautomaten im Karoviertel gegenüber dem historischen Flakbunker: Paare, Freunde, Eltern, Geschwister pressen sich vor den in der Box befindlichen Apparat mit Retro-Charme und halten klassisch-analog einen besonderen Moment in ihrem Leben fest, nämlich dass sie jetzt und hier gerade gemeinsam glücklich sind. Es blitzt viermal, man weiß nie so genau wann, aber das steigert die Freude. Denn glücklich kann man eben nur sein, wenn man - wie hier - die Kontrolle verliert. Ein kurzer, romantischer Beitrag in schnell geschossenen Bildern.

Kochen für ein Lächeln

Eigentlich lebt es sich doch ganz gut ohne Probleme. Ohne Traurigkeit und Tod. "Aber es macht uns glücklich, wenn wir die Freude der Menschen hier spüren!" - so beschreibt Matthias seine Arbeit im Hospiz. Was für ein Glück, dass er und sein Partner hier gelandet sind. Sie lieben es zu kochen, in der Küche fehlte der richtige Pepp und somit war dann irgendwann klar: Die beiden Männer kochen ein Mal die Woche für die schwerkranken Menschen. Wir zeigen die beiden Herren, die sich mit so viel Freude ihrem Hobby widmen und jeden Tag damit Andere glücklich machen.

Glück muss man haben - oder: Ich spiele mir die Seele aus dem Leib vor Glück

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Musik kann glücklich machen und für manche Menschen sogar die Erfüllung sein.

Eigentlich ist er mit seinem Lehrerjob doch ganz gut aufgestellt. Klar, Musik machen, das ist sein Hobby. Aber beruflich? John hatte Glück. Musiker-Glück. Eine Freundin überredete ihn vor ein paar Jahren zu einem Konzert in Hamburg seine Gitarre mitzubringen. Vor dem Einlass in der Warteschlange sollte er ein bisschen spielen, gegen die Langeweile. Dabei hörte der Punksongwriter Frank Turner John spielen. Und damit begann für John an diesem Abend ein neuer Lebensabschnitt. Rund um den Michel erzählt diese (Glücks-)Geschichte.

Glück durch Pechkekse

Wer sich nach einem asiatischen Essen für seine Zukunft interessiert, freut sich über die zum Ausklang gereichten Glückskekse. Die hoffnungsfrohen, recht kitschigen Botschaften darin mochte der Hamburger Andreas Pohl nicht mehr lesen. Sie gingen ihm im wahrsten Sinne des Wortes "auf den Keks". Deshalb erfand er die Pechkekse und machte damit sein Glück! Er vertreibt sie mit ihren bitterbösen Botschaften in immer mehr Geschäften und jetzt sogar mit englischsprachigen Gemeinheiten international von Großbritannien bis Australien. - Eine typisch Hamburger Geschichte!

Glück lernen - Susann Atwell im Glücksseminar

Glück fällt nicht vom Himmel. Glück kann man lernen. Sagt jedenfalls Dominik Dallwitz-Wegner. Wegner ist Diplom-Soziologe und Glücksforscher. Und er gibt Seminare zum Thema Glück. Was ist Glück überhaupt? Kann man es messen? Und wie kann ich mein eigenes Glück finden, erhalten oder steigern? Dazu gibt Wegner nicht nur Tipps, sondern macht mit seinen Glückslehrlingen jede Menge praktische Übungen. Wie man sein eigenes Glück durch Komplimente an andere steigert, zum Beispiel. Für seine Seminare nutzt er die Erkenntnisse der so genannten "Positiven Psychologie", die Gegenstände wie Vertrauen, Geborgenheit und Optimismus in den Mittelpunkt stellt. Unsere Moderatorin Susann Atwell hat so ein Glücksseminar mitgemacht und dort gelernt, wie sie zu einem (noch) glücklicheren Menschen wird.

Das Glück kommt beim Essen

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Ein romantisches Essen kann der Anfang einer Liebesbeziehung sein.

Tiefe Blicke über Tomatensuppentellern, ein Zwinkern, vielleicht eine Berührung; flüchtig, leicht, unbemerkt. Dass Liebe durch den Magen geht, ist bekannt. Dass sie beim Essen kommt, ist neu: Denise und Tanja aus Hamburg nämlich bringen Menschen zusammen - in einem Restaurant und danach hoffentlich im Leben. "Yourdinnerdate" heißt das Ganze und funktioniert simpel: drei Frauen, drei Männer, ein Tisch. Was klingt wie der Titel eines Improvisationsabends in einem Kellertheater ist ihr Prinzip. Die Teilnehmer kennen sich nicht, sollen sich beim Essen aber kennenlernen und verlieben. An Kundschaft mangelt es Denise und Tanja bei rund 505.000 Singlehaushalten in Hamburg nicht. Nur an Männern. Die essen zwar mehr, sind aber - was Kennenlern-Experimente angeht - deutlich scheuer als die Frauen.

Glück auf der Arbeit

Glück ist für jeden einzelnen von unschätzbarem Wert. Glückliche Arbeitnehmer schaffen für ihre Unternehmen allerdings durchaus messbare Werte: Wer gern zur Arbeit geht, erledigt diese nämlich effektiver und trägt dazu bei, dass seine Firma mehr Umsatz macht. Nicht nur aus diesem Grund gibt es in Hamburg seit ein paar Jahren einen Wettbewerb, in dem der beste Arbeitgeber ermittelt wird. Wir stellen ganz unterschiedliche Arbeitgeber vor, die alle eins gemeinsam haben: Sie sorgen dafür, dass ihre Mitarbeiter glücklich werden.

Glückliche Nachbarschaft

Gerade in einer Großstadt wie Hamburg wissen viele nicht, wer hinter der Tür nebenan wohnt. Es gibt aber auch immer mehr Nachbarschaften, in denen sich die Menschen kennen und helfen. Rosemarie Lehmann hat zum Beispiel mitten zwischen den Grindelhochhäusern einen verwunschenen Garten angelegt. 3.000 Menschen leben hier auf engem Raum. Inzwischen ist Rosemaries Garten ein Treffpunkt für die Bewohner geworden und "durch die Blume" haben sich ungewöhnliche Freundschaften ergeben. Auch in der Sonnenland Siedlung in Billstedt halten die Menschen zusammen. Es ist kein besonders wohlhabender Stadtteil. Aber die Bewohner setzen sich ehrenamtlich für Kinder, Bedürftige und Familien ihrer Nachbarschaft ein. Diesen Zusammenhalt feiern sie einmal im Jahr mit einem großen Sommerfest.

Produktionsleiter/in
Edgar Rygol
Redaktionsleiter/in
Manfred Schröter
Redaktion
Susanne Dobke
Maiken Nielsen
Moderation
Susann Atwell