Nordseereport

Wenn die Gäste kommen ...

Sonntag, 28. August 2016, 18:00 bis 18:45 Uhr
Montag, 29. August 2016, 01:50 bis 02:35 Uhr

Im Sommer tummeln sich überall an der Nordseeküste die Touristen - und die Einheimischen haben alle Hände voll zu tun. Den Ansturm der Urlauber zu bewältigen, geht nur mit ganz viel Ruhe, Übersicht und Planung. Und manchmal hilft auch eine gute Portion Humor, wenn gestresste Deutsche nicht sofort bekommen, was sie wollen. Die Menschen an der Küste meistern ihre Hochsaison jedes Jahr auf Neue mit viel Engagement, denn schließlich wird zu dieser Zeit der Hauptumsatz eingefahren. Der Nordseereport bietet Einblicke in das Sommergeschäft an der Küste - von der Dollart-Fähre, die Radfahrer zwischen Ostfriesland und den Niederlanden transportiert, bis zum Ferienhausservice im dänischen Søndervig, wo man sich an auf die häuslichen Gewohnheiten der vielen deutschen Gäste eingestellt hat. Außerdem sind die Reporter dabei, wenn Leichtsinnige aus dem Watt vor Cuxhaven gerettet werden müssen und wenn Helgolands Großmarkt die kleine Insel und ihre zahlreichen Besucher mit Lebensmitteln versorgt.

Zu Gast in Europas größter Jugendherberge

Moderatorin Antje Wöhnke besucht auf Borkum die größte Jugendherberge Europas und begleitet das Personal beim Einsatz für die bis zu 600 Gäste. Sie erfährt dort unter anderem, wie man für so viele Menschen mit so unterschiedlichen Ernährungsgewohnheiten kocht und wie der Reinigungsservice den feinen Nordseesand aus den Zimmern bekommt.

Kleinstadt trifft Kreuzfahrtriese

So gelassen wie auf den Ostfriesischen Inseln nehmen es manche Bewohner in Islands entlegenen Nordwestfjorden allerdings nicht, wenn plötzlich so viele Touristen da sind. Seit die Kreuszfahrtveranstalter die 3.600-Einwohner Stadt als Anlaufpunkt entdeckt haben, machen dort im Sommer jährlich 85.000 Schiffreisende Halt. Dann verwandelt sich das ruhige Städtchen für wenige Stunden in eine trubelige Drehscheibe für Ausflügler, die nicht weniger wollen als den perfekten Tag. Dann werden Bibliothekarinnen zu Gastwirtinnen und viele Einheimische kommen nicht mehr ohne Probleme durch den Ort, weil es so voll in den Straßen ist. Für die zurückhaltenden Isländer ist es da eine Zumutung, wenn Fremde durch ihre Gärten spazieren oder einfach Fotos von ihren Kindern machen. Und auch der Umsatz lässt noch ein wenig zu wünschen übrig.

Archäologen pilgern zur Schatzsuche auf die Orkneys

Im Sommer machen sich aber nicht nur Urlauber auf den Weg zu den schönsten Orten an der Nordseeküste. Jedes Jahr, wenn das Klima die sonst so rauen Inseln im Nordosten Schottlands mit milden Temperaturen und wenig Wind und Regen verwöhnt, machen sich Archäologen aus ganz Großbritannien auf den Weg auf die Orkneyinsel Mailand. Dort, auf dem Ness of Brodgar, einer Landzunge zischen zwei Lochs unweit der neolithischen Siedlung Skara Brae, befindet sich eine 2,5 Hektar große Grabungsstätte. Eine der größten Tempelanlagen der britischen Inseln, entstanden im 4. Jahrtausend vor Christus. Und ein Ort, der ständig neue Funde freigibt. Die Anlage liegt eingebettet zwischen den wichtigsten jungsteinzeitlichen Kultstätten der Orkneys: Am einen Ende der Landzunge steht der Steinkreis der Standing Stones of Stenness, erreichtet ein halbes Jahrtausend bevor im englischen Stonehenge ebenfalls Steine aufgestellt wurden. Am anderen Ende des Ness ragen zudem die Steine des Ring of Brodgar in den Himmel. Und der ist mehr als doppelt so groß wie Stonehenge.

Karte: Ness of Brodgar und die Steinkreise
Leitung der Sendung
Marlis Fertmann
Redaktion
Tom Fischer
Moderation
Antje Wöhnke
Produktionsleiter/in
Thomas Kay