Nordseereport

Wegweiser auf See

Sonntag, 24. September 2017, 18:00 bis 18:45 Uhr
Montag, 25. September 2017, 01:15 bis 02:00 Uhr
Dienstag, 26. September 2017, 07:20 bis 08:10 Uhr

Tonnenleger "Norden"

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Wenn es auf der Nordsee richtig stürmt, dann freuen sich Seeleute und Segler über das Licht eines Leuchtturms, das ihnen den Weg weist. Auch in der modernen Seefahrt bleibt es eine Herausforderung, dann mit dem Schiff auf Kurs zu bleiben. Seit Jahrhunderten sorgen Leuchtturmwärter und Lotsen für sicheren und reibungslosen Verkehr auf See und an der Küste. Und trotz moderner Technik hat sich die wichtige Arbeit dieser Wegweiser einen Rest Romantik erhalten. Der Nordseereport begibt sich auf die Spur der guten Seelen der Seefahrt. An Bord des Tonnenlegers "Norden" lässt sich Moderatorin Laura Lange zeigen, wie wichtig die schwimmenden Seezeichen für das Überleben auf dem Meer sind.

Die erfüllende Einsamkeit der Leuchttürme

Rolf Dybvik weiß, wie unruhig und unberechenbar die See sein kann. Seit mehr als 40 Jahren ist er der Wärter auf dem kleinen norwegischen Leuchtturm "Lindesnes Fyr". "Es ist schön, hart, wild", beschreibt er das Meer. "Es kann gefährlich sein." Und doch weiß er seit seinem vierten Lebensjahr, dass er am Wasser arbeiten will. Wie sein Vater vor ihm ist er deshalb Leuchtturmwärter geworden und will noch lange nicht in Rente gehen. "Im Winter kann das Leben auf der Insel schon einsam sein, aber auch sehr erfüllen."

Der Wegweiser vor Bremerhaven

Wie einsam es in einem Leuchtturm sein kann, konnten auch die Wärter des Turms "Hohe Weg" in der Außenweser bei Bremerhaven bis in die 1970er-Jahre spüren. Inzwischen wird das älteste Leuchtfeuer an der Fahrrinne aber automatisch betrieben. Nur die regelmäßigen Wartungen erledigen bis heute immer noch Menschen. Das Licht der Halogenlampen sieht man mehr als 30 Kilometer weit. Doch die Zeit für die Techniker ist knapp: Denn die Ebbe lässt das Wasser um den Leuchtturm schnell verschwinden. Und dann durch das Watt vom Turm zurück zum Schiff zu wandern, kann Stunden dauern.

Der Dinosaurier unter den Leuchtschiffen

Ähnlich lang ziehen sich die Reisen des Feuerschiffs "Borkumriff IV" über die Nordsee hin. Denn das Museumsboot braucht mit seiner jahrzehntealten Technik, einer Schiffsschraube und sechs Knoten Geschwindigkeit zwölf Stunden vom Heimathafen Borkum nach Helgoland. Bis 1988 leuchtete die "Borkumriff IV" den Seeleuten den Weg. Inzwischen wird das Schiff nur noch selten von der ehrenamtlichen Crew zu Ausflugsfahrten eingesetzt. Doch die mehr als 60 Jahre alte Technik findet auch heute noch Liebhaber. Das Schiff ist beliebtes Relikt aus einer längst vergangenen Zeit.

Das Kribbeln des Kartensammlers

Auch Michael Recke hat ein Faible für historische Fundstücke aus der Seefahrt. Der ehemalige Lehrer sammelt seit 40 Jahren alte Seekarten. Mehr als 300 lagern in seinem Haus in Emden. Die teuerste kostete ihn mehrere tausend Euro. Damit steht er in einer langen Tradition, denn die Karten wurden früher nicht nur von den Schiffskapitänen geordert, sondern auch von Handelsleuten, die sie als Wertanlage kauften. Recke selbst sagt, sein Kopf sei voller Karten, die ihn in eine alte Zeit entführen.

Der Aussteiger von Workum

Diese alte Zeit wünscht sich der Bewohner des Leuchtturms im niederländischen Workum gerne zurück. Reid de Jong hat sich den stillgelegten "Vuurtoren", wie Leuchtturm auf Niederländisch heißt, einst als  Rückzugsort gewählt. In den 1960er-Jahren hat der ehemalige Architekt sein altes Leben hinter sich gelassen und sich hier sein eigenes Paradies geschaffen - ohne Strom, fließend Wasser, Fernsehen oder Internet. "Ich suchte einen Ort für mich, von dem mich niemand mehr vertreiben konnte", begründet er seine Entscheidung Für ihn ist die moderne Zeit vor allem eine Strapaze. Deswegen empfindet er die Pläne der Regierung, vor seinem Leuchtturm einen Windpark zu bauen als Gefahr. Für ihn ist auch der moderne Schiffsverkehr unnötig. Lieber würde er den gesamten Güterverkehr mit Segelbooten bestreiten.

Von Lotsen sicher geleitet

Aus Sicht der Schiffslotsen auf der Elbe wäre das aber sicherlich das Ende ihrer Arbeit. Nahezu jeden Tag lassen sie sich von der schwimmenden Lotsenstation zwischen Cuxhaven und Helgoland aus zu den Schiffen bringen, die den Fluss befahren wollen und länger als 90 Meter sind. Ob Kreuzfahrtschiff, Container-Riese oder U-Boot - selten wissen die freiberuflichen Lotsen, was sie am Tag erwartet. Nachtarbeit und 16-Stunden-Tage sind da normal. Und trotzdem wollen die wenigsten auf ihre Arbeit auf dem Meer verzichten.

Weitere Informationen

Nordseereport

Mit einer vielseitigen Themenauswahl rund um die Nordsee überraschen die Moderatorinnen Laura Lange und Antje Wöhnke ihre Zuschauer. mehr

Redaktionsleiter/in
Marlis Fertmann
Redaktion
Susanne Wachhaus
Produktionsleiter/in
Thomas Kay
Moderation
Laura Lange