Nordseereport

Das Wetter und das Meer

Sonntag, 21. Februar 2016, 18:00 bis 18:45 Uhr
Montag, 22. Februar 2016, 02:10 bis 02:55 Uhr

Das Wetter an der Nordsee ist immer eine Herausforderung: Der Nordseereport wagt sich diesmal in Winterstürme und auf Winterwellen, geht bei 2 Grad Wassertemperatur baden, spürt die Juister Sonne und lernt das Wolkenschauen an Bord eines Segelschiffes. Mit einem Sturm-Fotografen geht es in Luft, um in schwerer See den Moment abzupassen, wenn die größten Brecher über die großen Pötte rollen. Außerdem besuchen die Reporter das Bremerhavener Alfred-Wegener-Institut, wo Wissenschaftler den Klimawandel und dessen Auswirkungen auf die Nordsee erforschen. Moderatorin Laura Lange ist zu Gast in der Wetterwarte des Deutschen Wetterdienstes auf Norderney, lässt einen Wetterballon steigen und begleitet die Meteorologen bei ihrem täglichen Wettergeschäft.

Wettervorhersage selbst gemacht

Wer sich als Segler ganz in die Hände von Wind und Meer gibt, der sollte das Wetter auch verstehen und bestimmen können. Am besten geht das, wenn man die Wolken "liest", denn sie verraten schon viel über die Entwicklungen am Himmel. Aber für eine verlässliche Vorhersage braucht es noch mehr. Schließlich kann eine Segeltour bei extremen Wetterlagen zu einem lebensgefährlichen Törn werden. Wassertemperatur, Luftdruck und -Feuchtigkeit, Windrichtung - mit all diesen Daten lässt sich eine Prognose erstellen. Wie das genau geht, können Segler bei einem Wetterseminar mitten im Wattenmeer lernen.

Mit dem Sturm kommen die Altlasten

Wenn die Stürme im Herbst und Winter über die Insel Wangerooge fegen, dann rauben Wellen und Wind nicht nur Sand von den Stränden und Dünen. Sie spülen auch alte Munition aus dem Zweiten Weltkrieg an oder legen das frei, was jahrzehntelang unter meterhohen Sandschichten unentdeckt geschlummert hat. Geschätzte 1,3 Millionen Tonnen Munitionsreste liegen noch auf dem Meeresboden in deutschen Hoheitsgewässern. Auf Wangerooge gingen gegen Ende des Krieges viele Bomben nieder. Auch wurden 1949 viele Kampfmittel einfach im Meer entsorgt. Eine gefährliche Angelegenheit, wären da nicht die Männer von der Kampfmittelbergung, die alle zwei Wochen den gesamten Strand vom Westen bis hin zur Ostspitze der Insel kontrollieren. Mit geschultem Blick entdecken sie sehr schnell, was gewöhnliches und was explosives Strandgut ist. In den meisten Fällen können die Funde gefahrlos abtransportiert werden. Ein- bis zweimal im Jahr ist allerdings eine Sprengung am Strand nötig.

Liebeserklärung an den Norden

Wetter und Landschaft gehören immer zusammen. Das Nordseewetter in all seinen Facetten zu lieben, ist auch ein Bekenntnis zur Heimat. "Ich mag dieses Herbe, das Graue, das salzige Raue, das Wasser, den Nebel, den prasselnden Regen", schreibt Mona Harry, Bühnenpoetin aus Hamburg, über ihren Norden. Ihre Liebe gilt all den Kontrasten, dem Unbeständigen und all dem, was mancher vielleicht unter "Schietwetter" abtun würde. Für sie sind Weite, Watt und Horizont eine riesige Bühne, auf der einfach mehr passiert, als über dem kleinen Himmel der Großstadt. Ein süffisantes "Oh Friesennerz, oh Gummistiefel" darf nicht fehlen. Ebenso wenig die Erkenntnis, "dass Wind bloß Himmel ist, der sich den Hautkontakt traut".

Redaktionsleiter/in
Marlis Fertmann
Redaktion
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Moderation
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