Die Müllfahnder

Abfallsünder im Visier

Freitag, 04. März 2016, 21:15 bis 21:45 Uhr
Samstag, 05. März 2016, 08:30 bis 09:00 Uhr

Die beiden Müllfahnder halten vor einem Müllberg Papiere in der Hand, die auf die Übeltäter hinweisen könnten. © NDR/Dorothea Schipper-Hörnke, honorarfrei

4,53 bei 45 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Bei Streifzügen durch Großstädte sind sie allgegenwärtig: illegale Müllberge. Abfallsäcke türmen sich zu kleinen Halden, Pappkartons stapeln sich hinter Müllcontainern, an Straßenecken stehen ausrangierte Couchgarnituren. Dagegen gehen Müllfahnder vor.

Müllberge mitten in der Stadt

Michael von Rekowski und Jörg Möller durchsuchen jeden Tag den Müll. Sie fahnden im Auftrag der Hamburger Stadtreinigung nach Abfallsündern und wissen genau, wo sie suchen müssen.

Wie viel Müll häufen wir an?

  • 15 Millionen Tonnen Haus- und Sperrmüll häuften die Deutschen im Jahr 2013 an, das sind pro Einwohner im Schnitt 191 Kilogramm
  • mit 290 Kilogramm Haus- und Sperrmüll pro Kopf landeten die Hamburger an der Spitze der Abfall-Produzenten
  • am umweltfreundlichsten waren die Baden-Württemberger mit gerade einmal 143 Kilogramm Hausmüll je Einwohner

(Quelle: Statistisches Bundesamt)

In der Freien und Hansestadt Hamburg gibt es fast 300 sogenannte Hotspots, wo die Leute einfach Dinge hinschmeißen, die sie nicht mehr brauchen: Baumaterialien, alte Reifen, Sperrmüll, Säcke mit stinkenden Essensresten.

Egal wie unappetitlich der Abfall aussieht und riecht, die Profis suchen nach Hinweisen auf den Verursacher. Das können Rechnungen, Briefumschläge oder Kontoauszüge sein.

Zehntausende Tonnen illegaler Müll

Pro Jahr werden in Hamburg etwa 20.000 Tonnen Müll illegal entsorgt. Wer dabei erwischt wird, muss für diese Ordnungswidrigkeit bezahlen. Michael von Rekowski macht den Job schon seit 20 Jahren.

Im Gegensatz zu früher gibt es zwar weniger wilde Mülldeponien in Grünanlagen, Gebüschen oder auf Parkplätzen, erinnert er sich; dafür schmeißen die Leute ihren Mist heutzutage einfach zwischen die Glas- und Papierbehälter.

Bei vielen Containerstandplätzen erwarten die Fahnder neben den Behältern Berge von Pappkartons. Finden sie auf den Verpackungsmaterialien Namen und Anschrift, haben sie eine heiße Spur.

Weitere Informationen

Was der Abfall der Deutschen wert ist

Mülltonnen werden von den Deutschen rege genutzt. Dass sie dabei Sachen im Wert einer Urlaubsreise in die Tonne treten, übersehen die meisten. mehr

Weniger Müll - so klappt's

Ob zu Hause, im Supermarkt oder Elektronik-Geschäft: Überall haben Verbraucher die Möglichkeit, den von ihnen produzierten Müll zu reduzieren. Ein paar Tipps im Überblick. mehr

Verursacher werden vorsichtiger

Die Verursacher werden allerdings immer vorsichtiger und reißen ihre Adressen ab, bevor sie illegal entsorgen, stellen die Mülldetektive fest. Werden sie dennoch fündig, folgt ein "Überraschungsbesuch". Manche Abfallsünder sind einsichtig, andere erzählen abenteuerliche Geschichten oder pöbeln. Aber erstaunt sind sie alle, denn kaum einer rechnet damit, dass plötzlich Fahnder mit Beweisfotos vor der Tür stehen.

Fast täglich rücken sie nach St. Pauli aus, weil wieder einmal jemand heimlich Müll abgeladen hat, selbst mitten auf dem legendären Hans-Albers-Platz. Manchmal sind es auch herrenlose Fahrräder oder ganze Couchgarnituren, über die sich Anwohner beschwert haben.

Kampf gegen Windmühlen

Die ständige Präsenz der beiden "Müllfahnder" soll Hamburg sauberer machen. Ihre Schnüffeleien sollen abschrecken. Es ist der tägliche Job von Michael von Rekowski und Jörg Möller, dass sie Müllsünder aufklären, ihnen ins Gewissen reden. Ein Kampf gegen Windmühlen, aber aufgeben kommt für sie nicht infrage. Im Gegenteil. Die zwei lieben ihren Job.

NDR Autorin Dörte Schipper und ihr Kamerateam haben die beiden Ermittler, echte Hamburger Typen, bei ihrer Arbeit begleitet.

 

Regie
Dörte Schipper
Autor/in
Dörte Schipper
Redaktion
Erika Mondry
Redaktionsleiter/in
Dirk Neuhoff
Produktionsleiter/in
Michael Schinschke

Die Stadt, der Müll und der Schiet

Seit Jahrhunderten beschäftigt Städter ein Problem: Wohin mit dem Abfall? Früher kam der Schiet aufs Land. Eine kleine Geschichte der Hamburger Müllentsorgung. mehr

So bleiben Obst und Gemüse länger frisch

Jeder Deutsche wirft jedes Jahr 82 Kilogramm Lebensmittel in den Müll. Fast die Hälfte wäre noch genießbar. Wer Obst und Gemüse richtig lagert, kann viel Geld sparen. mehr

Essen nicht wegwerfen, sondern "fairteilen"

Dass Lebensmittel im Müll landen, will eine Gruppe Lüneburger nicht hinnehmen. Sie haben ein "Fair-Teiler-Regal" aufgestellt - zum Geben und Nehmen für alle. mehr

Mikroplastik: Tickende Zeitbombe aus dem Meer

45 Min

Plastikmüll verbreitet sich in Form winziger Partikel in der Umwelt. Auch Lebensmittel sollen bereits verunreinigt sein. Wie groß ist die Gefahr für den Menschen? mehr