Schwedens Bären - Geliebt und gehasst

Mittwoch, 03. Februar 2016, 11:30 bis 12:15 Uhr

Sie können über 300 Kilo schwer werden. Trotz dieser Masse sind sie schnell wie ein Rennpferd, zumindest auf kurzer Strecke. Braunbären sind selten geworden in den Wäldern Europas. Kaum jemand bekommt die extrem scheuen Tiere in freier Wildbahn zu Gesicht - geschweige denn vor die Kamera. Oliver Goetzl und Ivo Nörenberg bekamen durch monatelange Fleißarbeit und mit viel Geduld sensationelle Bilder der frei lebenden Bären Skandinaviens.

Vorurteile schüren Ängste

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Bärenmütter kümmern sich bis zu drei Jahre um ihre Jungen.

In Mitteleuropa ist der Braunbär längst ausgerottet. Als "blutrünstige Bestie" verschrien, wurde er gnadenlos zur Jagd freigegeben. Kleinere Gruppen überlebten in Süd- und Osteuropa. Doch Vorurteile und Ängste schüren noch heute die Unsicherheit im Umgang mit Meister Petz. Wagt sich beispielsweise ein Bär über unsere Grenzen, wird er schnell zum "Problembär" und, wie Braunbär Bruno 2006 im bayerisch-östereichischen Grenzgebiet, abgeschossen. In Schweden ist die Situation anders: Im Norden und im Zentrum des Landes konnte der Braunbär vor dem Aussterben bewahrt werden. Schwedische Bären sind weniger angriffslustig als ihre amerikanischen Verwandten, die Grizzlys. Darüber hinaus sind sie in der Regel scheu und weichen dem Menschen aus.

Sensibles Naturporträt

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Ohne seine Mutter kann ein nur wenige Tage altes Bärenbaby nicht überleben.

Oliver Goetzl und Ivo Nörenberg gelang ein sensibles Porträt der skandinavischen Wälder und ihrer tierischen Bewohner. In ihrem Film geben sie spannende Einblicke in das Privatleben der Braunbären, Elche, Rentiere, Sterntaucher oder Singschwäne. Gezeigt werden Aufnahmen von wenige Tage alten Bärenjungen, von Bären, die mit Wölfen um Nahrung streiten und ihren nicht immer freiwilligen Konfrontationen mit den Menschen.

Redaktion
Wolf Lengwenus
Produktionsleiter/in
Eva-Maria Wittke
Regie
Ivo Nörenberg
Kamera
Oliver Goetzl
Autor/in
Oliver Goetzl
Kamera
Ivo Nörenberg