Judith Rakers im Silicon Valley

Montag, 25. Januar 2016, 22:00 bis 22:45 Uhr

In dieser Garage fing alles an. Prof. Dr. Dominik Michels (l.), mit 28 Jahren der jüngste Informatik-Professor der Stanford Universität und Judith Rakers (r.) an der Geburtsstätte des Silicon Valley. © NDR/doclights/Oliver Kratz, honorarfrei

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Frederik Pferdt hat es geschafft. Der promovierte Wirtschaftspädagoge aus Deutschland lehnt lässig in Bermuda-Shorts und Sonnenbrille an seinem Ford Mustang und genießt die Aussicht auf die kalifornische Küste. Pferdt vereint den deutschen Erfindergeist mit der Coolness des Silicon Valley. Das hat ihn zum Head of Innovation beim einem der mächtigsten Unternehmen der Welt gemacht: Google. Er gestaltet die schöne neue Welt der Internet-Unternehmen mit: (angeblich) flache Hierarchien, Entspannungslandschaften für Mitarbeiter, die Grenze zwischen Leben und Arbeit verschwimmt. Wenn hier blutjunge College-Absolventen zwischen Tischkicker und Bällebad unsere digitale Zukunft planen, ist Pferdt auch dafür verantwortlich.

Judith Rakers trifft digitale Pioniere

Der Deutsche ist einer von Zehntausenden digitalen Pionieren, die das Silicon Valley hervorgebracht hat. Aber wie wird man Internet-Millionär? Gehört dazu eine bestimmte Lebenseinstellung? Glück? Kindliche Naivität? Durchhaltevermögen? Und: Was machen die neuen Superreichen mit ihrem Geld? Judith Rakers hat sie begleitet, die deutschen Internetmillionäre und die Visionäre in der Hinterhofgarage, die großen Köpfe, die Zukunftsmacher und Erfolgreichen ebenso wie Kritiker. Sie hat miterlebt, wie sie arbeiten und was sie bewegt. Sie hat sich einen ganz persönlichen Eindruck verschafft vom Kosmos der Macher und Visionäre, die millionenschwere Erfolgsgeschichten schreiben.

Internationales Karrieresprungbrett

Das Silicon Valley ist die Ebene südlich von San Francisco, die dank boomender IT- und High-Tech-Industrie als heißeste Wirtschaftsregion der Welt gefeiert wird. Die San Francisco Bay Area ist die Keimzelle der größten Technologie- und Softwareunternehmen wie Apple, Google, Hewlett-Packard, Intel, Facebook, Yahoo und WhatsApp und gilt international als Karrieresprungbrett für Programmierer, Entwickler und Ingenieure. Aber vor allem gilt sie als Mekka für globale Start-ups. Die San Francisco Bay Area ist der Ort auf der Welt, wo alles möglich ist. Wo postpubertäre Gründer quasi über Nacht zu Millionären werden. Nirgendwo sonst ist der Weg von der Geschäftsidee zum prall gefüllten Portfolio kürzer. Nirgendwo sonst gibt es risikobereitere Kapitalgeber, die echte Millionen in krude Ideen stecken.

Der digitale Mittelpunkt der Welt

Wo früher vor allem Studenten in Garagen und Kellern vor sich hin tüftelten, ist innerhalb weniger Jahre der Hightech-Hotspot und der digitale Mittelpunkt der Welt entstanden. Der Börsenwert der 30 wertvollsten Silicon-Valley-Firmen beträgt rund 2.600 Milliarden Euro. Zum Vergleich kommen die Dax-30-Unternehmen auf rund 1.000 Milliarden. Wer hier lebt und arbeitet ist davon überzeugt, die Welt verbessern oder zumindest verändern zu können. Sehr beliebt und erfolgreich sind auch viele Deutsche wie eben Frederik Pferdt, die in bester deutscher Tradition als Ingenieure brillieren und sich zugleich den Lebensstil des Silicon Valley voll und ganz zu eigen machen. Und das heißt: Veggie-Shakes statt protziger Autos, ein Personal Trainer als Status-Symbol. Reichtum ist oft erst auf den zweiten Blick sichtbar. Gold und Luxus, Diamanten und Ferraris sind selten zu sehen - die Super-Nerds schätzen den unauffälligen Wohlstand. Die unglaublichsten Karrieren werden in Sneakers gemacht. Lässigkeit und Understatement statt Bling-Bling.

An der Stanford-Elite-Uni trifft Judith Rakers Dominik Michels, mit gerade mal 27 schon Informatikprofessor, der mit seinen Computersimulationen tatsächlich Zukunft gestaltet - in Form von so praktischen Gegenständen wie Zahnbürsten. Bei Michels erlebt Judith Rakers, wie man in der digitalen Welt reale Dinge erschaffen kann. In Stanford trifft sie außerdem den deutschen Studenten Moritz Baier, er repräsentiert die zukünftige Investorengeneration.

Die richtige Idee schnell umsetzen, weil es sonst ein anderer macht - das ist das ungeschriebene Gesetz des Silicon Valleys. Amy Anderson hat mit ihrer Idee Millionen gemacht: Sie verkuppelt reiche Unternehmer, die vor lauter Arbeit das Leben vergessen. 750 Klienten betreut sie nach eigenen Angaben mit ihren fünf Mitarbeitern. Eine Basismitgliedschaft kostet 2.500 Dollar. Acht garantierte Dates gibt es für 20.000 Dollar, VIP-Betreuung ab 50.000 Dollar. Die Business-Frau und frisch gebackene Mutter begleitet Judith Rakers beim Gespräch mit einem Klienten. Im Silicon Valley ist vieles machbar, wenn man weiß wie.

Die erfolgreichen Deutschen im Silicon Valley

Weiter geht es mit Cyriac Roeding aus einem kleinen Ort bei Frankfurt, ein Entrepreneur der Superlative, der morgens seine kleinen Kinder zur Kita fährt und dann zum CEO von Shopkick wird. Im Dezember 2015 hat Cyriac Roeding seine CEO-Rolle an Nachfolger übergeben. Heute betätigt er sich im Aufsichtsrat von Shopkick und als Wagniskapitalgeber für andere Start-ups. Die erfolgreichen Deutschen im Silicon Valley - ob Student, Entrepreneur, Investor oder Start-up-Chef - sie alle verbindet ein unerschütterlicher Glaube an sich selbst, Innovationsgeist und die Vision, die Zukunft der ganzen Welt mitzugestalten.

Weitere Informationen

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Redaktion
Jürgen Meier-Beer
Produktionsleiter/in
Eva-Maria Wittke
Moderation
Judith Rakers
Autor/in
Tina Dauster
Producer
Michaela Hummel
Redaktion
Christoph Bungartz