Astrid Lindgren

Samstag, 02. Januar 2016, 11:30 bis 12:30 Uhr

Pippi Langstrumpf, Michel aus Lönneberga, Ronja Räubertochter - die schwedische Kinderbuchautorin Astrid Lindgren (1907-2002) schuf Figuren, die auch heute noch Kinder in aller Welt begeistern. Seit Jahrzehnten gehören ihre Geschichten zu den fröhlichen Erinnerungen von Millionen Menschen. Dabei war das Leben der Schriftstellerin bestimmt von Brüchen und Schicksalsschlägen, die sich - bis heute weitgehend unerkannt - in ihren warmherzigen Erzählungen niederschlagen. Zum 70. Geburtstag der Erstveröffentlichung von "Pippi Langstrumpf" im September 2015 porträtiert der NDR Astrid Lindgren - mithilfe eindrucksvoller Fundstücke aus historischen Filmarchiven, bisher unveröffentlichten Privataufnahmen sowie Tagebucheinträgen.

Astrid Lindgrens "Kriegstagebuch"

Denn Astrid Lindgren führt während des Zweiten Weltkriegs Tagebuch, sie nennt es ihr "Kriegstagebuch". Der Dokumentarfilm "Astrid Lindgren" wertet erstmals zahlreiche Einträge daraus aus (in deutscher Sprache erscheinen diese Kriegstagebücher erst im Oktober 2015). "Ich hasste Hitler aus tiefstem Herzen und ich spürte eine tiefe Wut über den Nationalsozialismus", schreibt Astrid Lindgren beispielsweise. "Dieses Gefühl war meine erste starke, politische Überzeugung." Es ist kein Zufall, so der Film der schwedischen Regisseurin Kristina Lindström, dass "Pippi Langstrumpf" ausgerechnet nach dem Krieg, im Jahr 1945, erscheint und ein Welterfolg wird.

Leben und Werk einer beeindruckenden Künstlerin

Mit der wachsenden Popularität der Schriftstellerin Astrid Lindgren wächst ihr politischer Einfluss - auch international. Zentrale Themen bleiben für sie zeitlebens die Rechte der Kinder und eine gewaltfreie Erziehung. Ihre viel beachtete Dankesrede beim Friedenspreis des deutschen Buchhandels 1978, den sie als erste Kinderbuchautorin erhält, ist nur ein Beleg dafür. So direkt und offen sie in ihren politischen Meinungsäußerungen ist, so zurückhaltend präsentiert sie sich privat: Erst im Alter von 70 Jahren bricht Astrid Lindgren ihr Schweigen und spricht erstmals öffentlich über die Umstände der Geburt ihres unehelichen Sohns Lasse und die strengen gesellschaftlichen Konventionen, mit denen sie als junge Frau zu kämpfen hatte. Erlebnisse, die ihr Schaffen maßgeblich beeinflussten. Der Dokumentation "Astrid Lindgren" gelingt es, Leben und Werk einer beeindruckenden Künstlerin neu zu erzählen und auf überraschende Art und Weise miteinander zu verknüpfen.

Produktionsleiter/in
Daniel Buresch
Redaktionsleiter/in
Eric Friedler
Autor/in
Janina Kalle
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