Magie der Moore

Bedrohtes Paradies

Dienstag, 17. Oktober 2017, 14:15 bis 15:00 Uhr

Das Moor ist voller Wunder und Rätsel. In den meterdicken Torfschichten sind gewaltige Kohlendioxidmengen gebunden. Während die EU zum Schutz des Klimas die Glühbirne verbietet, bauen die nördlichen Mitgliedstaaten neue Torfkraftwerke. Auch in Mitteleuropa werden weiterhin Moore, diese gigantischen CO2-Speicher, trocken gelegt. Europa ist nach Indonesien Vizeweltmeister bei der Freisetzung klimaschädlicher Treibhausgase aus der Zerstörung von Mooren. Immerhin werden viele abgetorfte Moore wieder vernässt, also renaturiert. Aber der Regenerationsprozess benötigt Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhunderte.

Teils düster, teils farbenfroh

In fünf Jahren Drehzeit ist mit dem Zweiteiler "Magie der Moore" eine Kollage teils schaurig düsterer, teils farbenfroher Bilder dieses einzigartigen Lebensraums entstanden. Mit neuester Kameratechnik und ausgefeilten Zeitlupen und Zeitraffern wurden einmalige Verhaltensweisen von Tieren und Pflanzen eingefangen.

Die Natur in Zeitraffer und Zeitlupe

Wölfe, die durch einen Wald weißer Wollgrasbüschel schnüren, oder Kraniche, die im Bruchwald ihre Jungen aufziehen, daneben begegnen dem Betrachter auch Kreaturen, die so surreal aussehen, als stammten sie von einem anderen Stern. Nahaufnahmen zeigen grotesk wirkende Libellenlarven, die mit den spitzen Zähnen ihrer Schnappkiefer auf Beute lauern. Oder Sonnentaupflanzen die, im Zeitraffer gefilmt, ihre glitzernden Fallenblätter entrollen.

Der Einsatz hochmoderner Zeitlupenkameras macht den Flug des Hochmoorgelblings zum ästhetischen Hochgenuss. Kran- und Schlittenfahrten mit der Kamera bringen Bewegung in urwüchsige Latschenkiefern, lassen den Betrachter in teefarbene Schlenketümpel eintauchen. Flugaufnahmen zeigen Moore als urwüchsige Inseln inmitten einer gezähmten Kulturlandschaft.

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