Mit Daniel Hope in Düsseldorf

Andrew Manze ist ab Sommer 2014 der neue Chefdirigent der NDR Radiophilharmonie.

Nach ihrem gemeinsamen Konzert im Ring C startete die NDR Radiophilharmonie mit dem Stargeiger Daniel Hope zu einer Deutschland-Tournee. Ihre erste Station war die renommierte Tonhalle in Düsseldorf. Andrew Manze, der neue Chefdirigent der NDR Radiophilharmonie, hatte ein Programm zusammengestellt, das ganz seine künstlerische Handschrift trug. Es war ein Ausflug in die erste Hälfte des vergangenen Jahrhunderts, mit Musik zu verschiedenartigsten Anlässen: Konzert, Film, Bühne, Ballett.

NDR Radiophilharmonie unterwegs
Sonntag, 23. November 2014, 20 Uhr
Düsseldorf, Tonhalle

NDR Radiophilharmonie
Andrew Manze Dirigent
Daniel Hope Violine

ERNST VON DOHNANYI
Symphonische Minuten op. 36
MIKLÓS RÓSZA
Prelude und Love Theme aus dem Film "Spellbound"
ERICH WOLFGANG KORNGOLD
Violinkonzert D-Dur op. 35
KURT WEILL
Suite für Violine und Orchester
(arr. von Paul Bateman)
IGOR STRAWINSKY
"Der Feuervogel" Suite Nr. 2 (1919)

Ein Stern für den Komponisten

Während es den Ungar Ernst von Dohnanyi erst nach dem Krieg in die USA (und zwar nach Florida) zog, emigrierte Kurt Weill 1935 in die USA und feierte Erfolge am Broadway. 1940 zog sein Kollege Igor Strawinsky nach Hollywood und blieb die nächsten Jahre im engen Austausch mit der künstlerischen Szene seines neuen Lebensmittelpunkts - seine neue Heimat ehrte ihn schließlich mit einem Stern auf Hollywoods Walk of Fame.

Oscar-Musiken

Die Komponisten Miklós Rózsa und Erich Wolfgang Korngold konnten sich beide gleich mehrfach über eine Auszeichnung mit dem berühmtem Oscar freuen. Beide hatten nach ihrer Übersiedlung nach Kalifornien Ende der 1930er Jahre in der Filmindustrie von Hollywood schnell Karriere gemacht. Rósza erhielt seine erste Auszeichnung für seine Zusammenarbeit mit Hitchcock, nämlich für den Film "Ich kämpfe um dich/Spellbound", zwei weitere Oscars folgten. Korngold gewann für seine Arbeit zu "Ein rastloses Leben" und "Robin Hood, König der Vagabunden" zwei Oscars. In die Zeit seiner Filmmusiken fällt auch das 1945 entstandene Violinkonzert, aus dem man den Klang Hollywoods durchaus heraushören kann.

Die Lust am Experiment

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Der britische Stargeiger Daniel Hope hat sich auch als Autor und musikalischer Aktivist mit besonderen Projekten einen Namen gemacht.

Eines verbindet all diese so unterschiedlichen Kompositionen: die Suche nach neuen ästhetischen Wegen, die Lust am Experiment. Dazu hätte Andrew Manze kaum einen geeigneteren musikalischen Partner finden können als den britisch-südafrikanischen Geiger Daniel Hope. Der "aufregendste britische Streicher seit Jacqueline du Pré" (The Observer) war geradezu prädestiniert, um zusammen mit der NDR Radiophilharmonie auf musikalische Entdeckungsreise zu gehen. Hope ist in Barock und Klassik ebenso zuhause wie in der Moderne und im Jazz. Die Suite für Violine und Orchester nach Musik von Kurt Weill ist eigens für ihn arrangiert.

Flucht ins Paradies

Einige der Werke, die Daniel Hope mit der NDR Radiophilharmonie präsentierte, hat der Geiger aktuell für seine neue CD eingespielt. Wie das Konzertprogramm widmen sich auch die Aufnahmen für "Escape to Paradise" dem Zentrum der US-amerikanischen Filmindustrie. "Es geht um eine Suche nach dem Hollywood Sound."

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Escape to Paradise

Stargeiger Daniel Hope stellt seine neu veröffentlichte CD "Escape to Paradise" vor. Im Trailer beschreibt er die Geschichte des Themas "Hollywood". extern