Leonard Elschenbroich spielt Schostakowitsch

Der Cellist Leonard Elschenbroich war 2013 als erster Künstler Artist-in-Residence der Philharmonischen Gesellschaft Bremen.

Auf seine Interpretation des Cellokonzerts von Schostakowitsch konnte das Publikum im Ring A gespannt sein: "Ich liebe Schostakowitsch über alles", hatte der Cellist Leonard Elschenbroich einmal geäußert. Statt des Dirigenten Markus Poschner, der wegen einer Schulterverletzung kurzfristig absagen musste, leitete Robert Trevino die Sinfoniekonzerte am Donnerstag und Freitag.

7. Konzert Ring A
Do, 27.04.2017 | 20 Uhr
Fr, 28.04.2017 | 20 Uhr
Hannover, Großer Sendesaal des NDR (Rudolf-von-Bennigsen-Ufer 22)

NDR Radiophilharmonie
Robert Trevino Dirigent
Leonard Elschenbroich Violoncello

DMITRI SCHOSTAKOWITSCH
Violoncellokonzert Nr. 2 g-Moll op. 126
ANTON BRUCKNER
Sinfonie Nr. 3 d-Moll (1. Fassung)

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Dunkel getöntes Spätwerk

Nicht, dass es in Deutschland an guten Cellisten mangelte. Aber Leonard Elschenbroich ist unter ihnen noch einmal ein besonderer Fall: Debüt mit 24 an der Seite von Anne-Sophie Mutter, Träger des Leonard Bernstein Award und kurz darauf ins begehrte "New Artist"-Programm der BBC aufgenommen. Die New York Times zählt ihn zu den "rising stars" der europäischen Konzertszene, "herausragend" urteilte der Tagesspiegel über sein Spiel. Dabei gilt Elschenbroichs Liebe eindeutig dem dunkel getönten Cellorepertoire: Brahms, Rachmaninow, Schnittke - und, ganz besonders, Dmitri Schostakowitsch. Dessen 2. Cellokonzert op. 126 hatte er sich für sein Debüt mit der NDR Radiophilharmonie ausgesucht: ein Stück zwischen Groteske und Innenschau, trotz großer Besetzung kammermusikalisch fragil, das Spätwerk des Komponisten einläutend.

Bruckners Wagner-Verehrung

Geleitet wurde die NDR Radiophilharmonie von Robert Trevino, der kurzfristig für den erkrankten Markus Poschner einsprang Der Amerikaner wird zur Saison 2017/ 2018 neuer Generalmusikdirektor des Basque National Orchestra und gibt sein Debut bei der NDR Radiophilharmonie. In Hannover nahm sich Robert Trevino Anton Bruckners 3. Sinfonie an - jenes Werk, in dem sich die Wagner-Verehrung des Komponisten am deutlichsten niederschlägt. Zu Gehör kam die Urfassung der Dritten aus dem Jahr 1873.