Neue Wege entdecken

Anat Fort kommt mit ihrem Trio nach Hamburg. Bassist Mats Eilertsen bestreitet mit einer internationalen Formation das zweite Set des Abends.

Echte Charakterköpfe und wahre Poeten waren zu Gast im vierten NDR Jazz Konzert der Saison: So traf das Anat Fort Trio auf Gianluigi Trovesi und Mats Eilertsen spielte mit seiner "Rubicon"-Band.

Konzert #4
Do, 08.06.2017 | 20 Uhr
Fr, 09.06.2017 | 20 Uhr
Hamburg, Rolf-Liebermann-Studio (Oberstraße 120)

Set 1:
Anat Fort Trio feat. Gianluigi Trovesi
Gianluigi Trovesi Klarinette, Saxofon
Anat Fort Piano
Gary Wang Bass
Roland Schneider Drums

Set 2:
Mats Eilertsen "Rubicon"
Eirik Hegdal Saxofon, Klarinette
Trygve Seim Saxofon
Thomas T Dahl Gitarre
Rob Waring Vibrafon, Marimba
Harmen Fraanje Piano, Fender Rhodes
Olavi Louhivuori Drums
Mats Eilertsen Bass

Hinweis:
Das Parken auf dem Gelände des NDR ist aus Sicherheitsgründen nicht möglich. Es werden Taschenkontrollen durchgeführt.

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Anat Fort Trio feat. Gianluigi Trovesi

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Ihre Musik ist poetisch und unglaublich intensiv: Anat Fort kommt mit ihrem Trio zum NDR.

Der Saxofonist Steve Lake beschrieb sie einmal zutreffend als "intuitive Musikerin": Die Israelin Anat Fort gründete in New York vor fünfzehn Jahren ihr Trio mit dem Kalifornier Gary Wang und dem Deutschen Roland Schneider. Nun fordert der Italiener Gianluigi Trovesi das eingespielte Dreieck zu neuen Formen heraus.

Anat Fort, warum haben Sie Gianluigi Trovesi zu Ihrem Trio eingeladen? Er könnte Ihr Vater sein.

Anat Fort: Ich liebe die Klarinette, ganz allgemein. Aber besonders Gianluigi. Schon ewig höre ich seine Musik, er hat in seiner langen Karriere so viele unterschiedliche Sachen gemacht. Man kann nie vorher sagen, was als Nächstes kommt, oder wann.

Wie ein Vogel, den man beobachtet. Haben Sie deshalb Ihr gemeinsames Album "Birdwatching" genannt?

Fort: Das ist eher ein Bild. Ich betrachte ja nicht meine Kollegen wie ein scheues Vögelchen. Obwohl ich gern draußen bin und den Vögeln zusehe. Und es passiert so viel, manchmal wechselt die Richtung sehr schnell, wenn man gemeinsam fliegt. Darum geht es ja auch beim Improvisieren. Natürlich gibt es da eine Struktur: eine Melodie etwa und eine bestimmte Auswahl an Akkorden. Aber vieles ist auch nicht festgelegt, das ergibt sich aus der Inspiration. Zum Beispiel aus der Musik, die wir davor gespielt haben. Es ist immer eine Kombination.

Sie zählen Bill Evans zu Ihren Vorbildern, Paul Bley war Ihr Mentor in New York - und oft wird Ihr Klang mit dem von Keith Jarrett verglichen ...

Fort: Er ist immer eine Inspiration! Ich versuche nicht, wie er zu klingen. Aber wenn man jemanden sehr intensiv hört, bleibt auch etwas hängen. Von Keith und Bill Evans habe ich viel über die Bedeutung der Melodie gelernt. Musik kann sehr abstrakt werden: Da darf alles Mögliche passieren. Aber in der Melodie bleibt die Essenz erhalten.