Bandolim meets Drums

Schlagzeuger und Filmkomponist Antonio Sanchez (links) trifft auf das Trio des brasilianischen Saitenkünstlers Hamilton de Holanda.

Im dritten Jazzkonzert der Saison waren das Hamilton de Holanda Trio und Drummer Antonio Sanchez - im Februar 2016 frisch mit dem Grammy ausgezeichnet - samt Band Migration zu Gast im Rolf-Liebermann-Studio des NDR.

Do, 28.04.2016 | 20 Uhr
Fr, 29.04.2016 | 20 Uhr
Hamburg, Rolf-Liebermann-Studio (Oberstraße 120)

Set 1:
Hamilton de Holanda Trio
Hamilton de Holanda Bandolim
André Vasconcellos Bass
Thiago da Serrinha Percussion

Set 2:
Antonio Sanchez and Migration
Antonio Sanchez Drums
Thana Alexa Vocals
Seamus Blake Saxofon
John Escreet Piano
Matt Brewer Bass

Hinweis:
Das Parken auf dem Gelände des NDR ist aus Sicherheitsgründen nicht möglich. Es werden Taschenkontrollen durchgeführt.

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Hamilton de Holanda Trio

"Mein Stil ist alles zwischen Choro und Jazz", sagt der Brasilianer Hamilton de Holanda, der gerade mit dem ECHO Jazz 2016 als Instrumentalist des Jahres ausgezeichnet wurde. In Europa wurde er durch gemeinsame Projekte mit Stefano Bollani, Edmar Castaneda, Omar Sosa oder Richard Galliano bekannt.

In seiner Heimat wird er schon seit Jahrzehnten als der "Jimi Hendrix der Mandoline" gefeiert, eines der tragenden Instrumente des Choro (von chorar: weinen, klagen), dieser ersten "brasilianischen" Musik, die sich im späten 19. Jahrhundert aus der Begegnung europäischer, afrikanischer und indigener Traditionen im Großraum Rio entwickelte.

"Musikmachen lernte ich bevor ich schreiben konnte"

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Mit seinem selbstentwickelten, zehnsaitigen Bandolim bringt Hamilton den Holanda den Groove in die brasilianische Musik.

Sein erstes Bandolim bekam Hamilton de Holanda schon als Fünfjähriger geschenkt. "Das Musikmachen lernte ich noch, bevor ich schreiben konnte. Das war unsere Form der Kommunikation zuhause." Zusammen mit seinem Gitarre spielenden Bruder wurde Hamilton als Dois de Ouro bekannt. Und weil er zusätzlich Violinunterricht bekam, übertrug er bald auch Stücke von Bach und Paganini auf sein Hauptinstrument.

Aber nicht nur das Repertoire des Bandolim hat er so nachhaltig erweitert. "Ich wollte so polyphon spielen wie ein Pianist oder Gitarrist", erzählt er, "und ich fand, dass ich dazu mehr Basstöne brauchte. Also fragte ich einen Freund, ob er ein zehnsaitiges Instrument für mich bauen könnte. 'Nimm nicht so gutes Holz', sagte ich. 'Wenn das nichts wird, verbrennen wir sie.' Aber es war fantastisch. Und jetzt bauen es alle nach."

Tradition und Moderne verschmelzen zu schlichter Schönheit

Mit dem Hamilton de Holanda Trio kommt der Bandolim-Erneuerer auf die Essenz seiner Musik zurück, doch die Frage lautet für ihn dabei nicht "Tradition oder Moderne" sondern "Wo genau verschmelzen die beiden in einem spontanen Moment von schlichter Schönheit?"

Bei dieser Suche steht ihm der Percussionist Thiago da Serrinha zur Seite, der selbst auch Bandolim-Spieler ist und aus der dem Samba verwandten Jongo-Tradition stammt, sowie André Vasconcelos, der schon mit so unterschiedlichen Musikern wie Milton Nascimento, Gilberto Gil, João Bosco und Lenine aber auch Hermeto Pascoal und Randy Brecker arbeitete und zu den wichtigsten Bassisten Brasiliens zählt.