Zwei Trios zum Dritten

Wahnsinn trifft Feinsinn: Im dritten NDR Jazz Konzert 2017 sind David Helbock (l.) und Jaques Morelenbaum mit ihren Trio-Formationen zu Gast im Rolf-Liebermann-Studio.

Mit zwei außergewöhnlichen Trios wartet das dritte NDR Jazz Konzert der Saison 2017 auf: Cellist Jaques Morelenbaum, dem Hamburger Publikum von seinen Auftritten mit der NDR Bigband wohlbekannt, und Pianist und Perkussionist David Helbock zeigen, dass große Musik auch großen Spaß machen kann.

Konzert #3
Do, 04.05.2017 | 20 Uhr
Fr, 05.05.2017 | 20 Uhr
Hamburg, Rolf-Liebermann-Studio (Oberstraße 120)

Set 1:
Jaques Morelenbaum "Cello Samba Trio"
Jaques Morelenbaum Cello
Lula Galvao Gitarre
Rafael Barata Drums

Set 2:
David Helbock's "Random/Control"
David Helbock Piano, Percussion, Elektronics
Johannes Bär Trompete, Flügelhorn, Posaune
Andreas Broger Reeds, Electronics, Percussion

Hinweis:
Das Parken auf dem Gelände des NDR ist aus Sicherheitsgründen nicht möglich. Es werden Taschenkontrollen durchgeführt.

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Jaques Morelenbaum "Cello Samba Trio"

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Jaques Morelenbaum ist erstmalig mit seinem Trio zu Gast in Hamburg.

Das Cello hat im Jazz bislang recht wenige Protagonisten gefunden. Nicht selten waren sie ursprünglich Bassisten - von Oscar Pettiford über Ray Brown und Ron Carter bis Lars Danielsson. Jaques Morelenbaum ist ein durch und durch improvisierender Cellist. Und wie es sich für einen Brasilianer gehört, schöpft er sein Repertoire auch aus den vielfältigen Traditionen seiner Heimat. Das klingt modern und zeitlos zugleich, schließlich gehört er selbst zur Tradition: Er spielte einst im Quartett des Bossa-Nova-Schöpfers Antonio Carlos Jobim.

Als er Hamburg zuletzt besuchte, dirigierte Jaques Morelenbaum die NDR Bigband. Bereits zum zweiten Mal hatte der Brasilianer die Musik des kubanischen Pianisten Omar Sosa arrangiert. Das erste Projekt wurde mit einem ECHO Jazz ausgezeichnet. Nun kommt Morelenbaum erstmals als Solist und präsentiert mit seinem Trio sein musikalisches Universum.

Im Januar wäre Antonio Carlos Jobim 90 Jahre alt geworden. Wollen Sie die Welt an ihn erinnern?

Jaques Morelenbaum: Jedes meiner Konzerte ist ein Tribut an Antonio Carlos Jobim, aber auch an Caetano Veloso, Gilberto Gil, Egberto Gismonti und all die anderen. Aber Jobim liebe ich besonders, ihn habe ich immer im Repertoire.

Sie haben zehn Jahre mit ihm in der "Banda Nova" gespielt. Womit hat er Sie besonders beeindruckt?

Weitere Informationen
56:03 min

Vorschau NDR Jazz Konzerte: Teil 1 zum Nachhören

13.01.2017 22:05 Uhr
NDR Info

Die NDR Jazz Konzerte 2017 haben einiges zu bieten. Im Jazz Special stimmt Stefan Gerdes schon mal ein auf die zu erwartenden Gäste - wie den Gitarristen Sylvain Luc. (Teil1/2) Audio (56:03 min)

Morelenbaum: Das Wichtigste war sein Minimalismus. Er spielte sehr reduziert Klavier, wie Thelonious Monk etwa.

Beschränken Sie sich deshalb auf das Trio-Format?

Morelenbaum: Ich verstehe Musik als Sprache, als Dialog. Auch wenn ich für Bigband schreibe, höre ich darauf, was meine Gesprächspartner mir erzählen. Um ihnen antworten zu können und sie zu inspirieren. Genauso spielen wir im Trio: Da kommen Fragen oder Vorschläge auf - und führen zu verschiedenen Emotionen und Ästhetiken.

Sie haben in Sinfonieorchestern gespielt und in Rockbands. Dazu kommen noch Jazz und Bossa Nova. Gibt es auch Musik, die Sie nicht interessiert?

Morelenbaum: Das gehört alles zusammen: Ich möchte mich ausdrücken, etwas Neues formulieren. Meine Eltern waren klassische Musiker. Ich sah, wie sie in einer musikalischen Welt gefangen waren - wenn auch in einer sehr großen. Und ich beschloss, mir niemals Grenzen zu setzen.

Was ist für Sie wichtiger: von Musik leben zu können oder für sie zu leben?

Morelenbaum: Ein Leben ohne Musik kann ich mir nicht vorstellen. Alle, die ich kenne, sind Musiker: meine Frau, die Geschwister, meine Kinder, selbst der Schwiegersohn. Mit 20 wusste ich nicht, ob ich wirklich begabt sei oder ob ich nur spielte, weil eben alle Musiker waren ...