Stand: 04.09.2015 10:57 Uhr

Stereophonics: Band mit vielen Freiheiten

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Drei Viertel der Band (alle bis auf den zweiten von links) sind zum Interview ins NDR 2 Studio gekommen.

Zuerst nannten sich die Stereophonics "Tragic Love Company". Mit dem Namenswechsel kam der Erfolg: Seit fast 20 Jahren sind die Waliser weltweit unterwegs. "Dakota" war 2005 ein Nummer-1-Hit - nun bringen sie ihr neuntes Studio-Album "Keep The Village Alive" heraus. Kurz vor Veröffentlichung der neuen Platte traf NDR 2 Reporter Matthes Köppinghoff drei der vier Stereophonics zum Interview.

Am 11. September kommt euer neues Album raus. Was hat es mit dem Album-Titel "Keep The Village Alive" auf sich?

Kelly Jones, Sänger der Band Stereophonics, im Studio von NDR 2. © NDR 2

Stereophonics: "C'est La Vie"

NDR 2

Die waliser Band Stereophonics war zu Gast im Studio von NDR 2 und hat ihre aktuelle Hit-Single "C'est La Vie" in einer exklusiven Unplugged-Session bei NDR 2 eingespielt.

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Kelly Jones: Das kommt von einem Sprichwort, das ich mit 17 oder 18 in Pubs und Bars um die Ecke gehört habe. Die Leute, die das gesagt haben, haben in Fabriken oder auf Baustellen gearbeitet. Sie hatten also harte, vielleicht auch langweilige Jobs. Am Wochenende sind sie ausgegangen, haben Live-Musik gehört, sich betrunken und "Keep The Village Alive" gerufen - also als ein Statement, positiv zu denken. "Lasst uns morgen vergessen, wir leben heute"- so etwas in der Art. Und als wir unser Album, die Sammlung der Songs, so angehört haben - da fühlte sich das wie eine Platte an, die man direkt nochmal auflegen möchte. Also direkt nach "Mr. & Mrs. Smith", dem letzten Song. Das war, als müsste man alles nochmal von vorne hören. Etwas, das sich gut und aufmunternd anhört.

Eure Plattenfirma lobt euch jedenfalls in den höchsten Tönen: Eine der größten Bands aus Großbritannien, auf der Höhe ihres Schaffens. Wie fühlt ihr euch damit?                                                                             

Videos
03:39 min

Stereophnics: "Song For The Summer"

Die waliser Band Stereophonics war zu Gast im Studio von NDR 2 und hat den "Song For The Summer" von ihrem brandneuen Album Keep The Village Alive exklusiv bei NDR 2 eingespielt. Video (03:39 min)

04:25 min

Stereophnics: "I Wanna Get Lost With You"

Die waliser Band Stereophonics war zu Gast im Studio von NDR 2 und hat den Song "I Wanna Get Lost With You" von ihrem brandneuen Album Keep The Village Alive exklusiv bei NDR 2 eingespielt. Video (04:25 min)

Adam Zidani: Na, ich bin sehr glücklich damit, um ehrlich zu sein!

Richard Jones: Es ist wirklich nett, wenn so etwas Nettes über einen geschrieben wird. (lacht)

Wie geht ihr mit Kritik um?

Kelly: Du meinst an unserer Musik? Naja, ich habe seit etwa 14 Jahren keine Rezension gelesen. Ich lese mir einen Artikel durch, wenn ich den Journalisten mag. Aber ich glaube, unser Label sucht sich die schönsten und besten raus und druckt dann Zitate auf unsere Tour-Poster. Aber so richtig kümmert mich das nicht - mir tun Journalisten schon leid, die drei Tage vor Erscheinen ein neues Album zugeschickt bekommen und dann so schnell wie möglich etwas darüber schreiben sollen. Da kann sich doch in der kurzen Zeit keiner wirklich eine Meinung dazu bilden. Ich kann das jedenfalls nicht. Aber naja, es ist, was es ist.

Mögen eure Kinder eure Musik?

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Angeblich mögen die Kinder der Bandmitglieder die Musik ihrer Väter - noch.

Kelly: Das sagen sie zumindest! (alle lachen) Na, mal schauen, vielleicht haben wir noch drei Jahre, bis wir für die nicht mehr cool sind. Aber bis dahin genieße ich jede Minute.

2016 feiert ihr als Stereophonics 20-jähriges Jubiläum. Denkt ihr euch nicht ab und an: Okay, ein paar Jahre noch, aber dann hören wir wirklich auf?

Kelly: Ich glaube, wir sind noch lange nicht dran, irgendetwas zu beenden. Zur Sache mit den 20 Jahren: Ein paar Leute verstehen jetzt wesentlich besser, was wir tun und machen, im Gegensatz zu vor zehn Jahren. Und wir haben gelernt, uns selbst besser zu verstehen. In den ersten zehn Jahren ist alles sehr schnell sehr groß geworden. Zuerst waren wir in einer Umgebung, wo man uns sagte: "Ihr könnt nichts erreichen." Wir fühlten uns immer ein bisschen so, als könnte uns jeden Augenblick einer den Teppich unter den Füßen wegziehen, und dann wäre das alles vorbei gewesen. Aber heute fühlen wir uns in unserer Haut sehr wohl. Unter dem "Schutzschirm Stereophonics" haben wir jetzt die Freiheit, vieles zu tun, was andere Bands nicht tun wollen oder können. Wir haben mit dieser Band wirklich viel Freiheit. Wenn wir wollten, dann könnten wir nächste Woche nach Nashville fliegen und eine Country-Platte aufnehmen. Niemand würde sich darüber aufregen. Das ist die Möglichkeit, die wir als Band haben - so viele Alben zu machen, wie wir das für richtig halten.

Eure Fans werden euch bald live auf Tour erleben. Wie hat sich denn im Laufe der Jahre euer Tour-Alltag verändert?

Kelly: Ich glaube, wir wissen mittlerweile als Band ganz gut, wie wir miteinander umgehen müssen. Also, wie wir es zusammen aushalten und zusammen abhängen können. Es gibt eigentlich keine Spannungen zwischen uns. Ein großer Vorteil, wenn man zusammen tourt, zusammen in einem Bus lebt. Der Vorteil, in einer Band zu sein, die es fast 20 Jahre gibt, ist: Wir können in jeder Nacht andere Songs spielen, unsere Setlist verändern, wie wir möchten. Künstlerisch sind wir kaum gelangweilt, und somit kommen wir auch sozial besser miteinander zurecht. Wenn wir jede Nacht dasselbe tun würden - dann würden wir vermutlich nicht miteinander sprechen und getrennt verreisen. Das stelle ich mir ziemlich übel vor. Wir haben aber alle Familie, und wir machen uns dieses Erlebnis so angenehm wie möglich.

Richard: Ich glaube wir sind an einem Punkt, an dem wir den Unterschied zwischen Spaß und Ernst kennen. In vergangenen Jahren haben wir das ab und an ein wenig zu sehr miteinander vermischt.

Das Gespräch führte Matthes Köppinghoff, NDR 2.

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