Sendedatum: 29.03.2017 14:00 Uhr

So modern klang James Blunt noch nie

The Afterlove
von James Blunt
Vorgestellt von Kristina Bischoff

Frischer Wind bei James Blunt: Der Superstar aus Großbritannien ist nicht nur Ehemann und Vater eines knapp einjährigen Sohnes geworden, auch sein fünftes Studioalbum strotzt vor frischen Tönen. Denn "The Afterlove“ ist tatsächlich mal das, was jeder Künstler üblicherweise über sein neuestes Album behauptet: das Wichtigste der Karriere bisher.

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Arbeitete für "The Afterlove" mit Ed Sheeran und Ryan Tedder zusammen: James Blunt.

Nicht, dass es die Errungenschaften seiner vier Vorgänger in den Schatten stellen würde - sie bieten genügend Hitmaterial, aus denen Blunt locker sein erstes Best-of-Album bestücken könnte. Doch auf "The Afterlove" lernen wir einen neuen Blunt kennen - nicht mehr mit romantischen, leicht weinerlichen Gitarrensongs, die ihn berühmt gemacht haben. Stattdessen wagt er jetzt den nächsten Schritt und überzeugt mit dem Einsatz dezenter Elektronik, Dance-Elementen und offenen Karten, was sein Privatleben betrifft. (Etwa im Liebeslied an seine Gattin Sofia "Make Me Better").

"Make Me Better" ist, wie auch "Time Of Our Lives", in Zusammenarbeit mit Ed Sheeran entstanden. Ed ermutigte seinen Kumpel James, "ganz offen aus dem Herzen zu sprechen". Das hat Blunt getan und sich auch noch ein paar Kniffe beibringen lassen, die in seinen Songs für Spannung sorgen - das Wechselspiel zwischen schlichten Einstiegen und sich plötzlich auftürmenden Harmonien.

Titelliste

1. Love Me Better
2. Bartender
3. Lose My Number
4. Don't Give Me Those Eyes
5. Someone Singing Along
6. California
7. Make Me Better
8. Time Of Our Lives
9. Heartbeat
10. Paradise (extended)
11. Courtney's Song
12. 2005
13. Over

Darüber hinaus sorgt OneRepublics Ryan Tedder dafür, dass James auf "Love Me Better“ schon fast ein wenig wie Kygo klingt und schiebt auch "Lose My Number" die genau richtig dosierte Menge Elektronik zu. "Someone Singing Along" ist ein Song, der durch seinen Beat besticht, wie das "Bartender“ mit seiner Ausgelassenheit tut - und damit zu einem der stärksten Tracks des Albums zählt. Doch auch die anderen der insgesamt 13 Songs verdienen Aufmerksamkeit. Gut, wer Blunt nicht mag, der wird wohl auch bei "The Afterlove" kein Fan, denn trotz der Frische, die Blunt hier aufblitzen lässt, bleibt sich der Singer-Songwriter grundsätzlich treu, auch wenn es etwas moderner klingt. Und das ist gut so - seine auf der Gitarre komponierten Liebeslieder im zittrigen Tremolo sind aus gutem Grund Stammgast nicht nur in der NDR 2 Playlist.   

The Afterlove

Genre:
Pop
Label:
Warner Music
Veröffentlichungsdatum:
24. März 2017

Dieses Thema im Programm:

NDR 2 | 29.03.2017 | 14:00 Uhr

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