Stand: 11.03.2010 14:05 Uhr  | Archiv

Namenforscher - die Übersicht für den Buchstaben D

Dal Canton

Bedeutung: Im Italienischen steht das Wort "canton" für Ecke oder Winkel. Der Kanton in der Schweiz ist auch ein Bereich, abgeleitet von dem italienischen Ursprungswort Canton. Der Name Dal Canton ist also ein Herkunftsname. Die deutsche Entsprechung des Namens ist zum Beispiel Winkelmann.

Dalibor

Bedeutung: Der Name ist eine polnische Vokabel, die Prof. Udolph auf Anhieb erklären kann. Es handelt sich um die Ableitung vom slavischen dat oder dal und bedeutet "geben". Dazu kommt der zweite Teil, bor, in Bedeutung von "Kampf". Es handelt sich also um einen alten slavischen Personennamen, bestehend aus zwei Teilen.

Daliwa

Telefonteilnehmer: null

Varianten: In Polen gibt es laut K. Rymut, "Słownik nazwisk używanych w Polsce na początku XXI wieku", CD-ROM, Kraków 2003, unter 38,5 Millionen Einwohnern die Varianten Daliva, die vier Mal vorkommt, und Daliwela, die sechs Mal vorkommt.

Bedeutung: Im Litauischen bedeutet dalyvá "Verteiler, Feldmesser, Schiedsmann".

Dalüge

Telefonteilnehmer: 80

Streuung: Der Name ist bunt gestreut.

Herkunft: Die lose Streuung weist auf eine Herkunft aus dem Osten hin. Die Mormonendatei familysearch.org weist die Herkunft aus Polen nach.

Varianten: In Deutschland gibt es die Varianten Dalig und Dallig. In Polen gibt es den Familiennamen Daliga 86 Mal.

Bedeutung: Der Familienname gehört zu Vornamen wie Dalibor oder Dalimir, wird gekürzt und mit dem Suffix -ig(a) verbunden. Der Name Dalüge ist somit eine eingedeutschte Version des Namens Daliga. Zugrunde liegt das polnische Wort "dal" in Bedeutung von "Ferne, Weite".

Damme

Der Ortsname wir erstmals 1180 erwähnt. Er beruht auf dem mittelniederdeutschen Wort "dam" in Bedeutung von "Damm, Knüppeldamm". Damme liegt zentral zwischen einem ausgedehnten Moorgebiet und den Dammer Bergen. Möglicherweise bezieht sich die Benennung auf diesen Siedelstreifen.

Dancke

Varianten: Es gibt fünf Mal den Namen Damcke und 317 Mal die Variante Damke.

Bedeutung: Nach H. Bahlow, "Niederdeutsches Namenbuch", Seite 116, ist Damcke eine Kurzform zu Adam in Verbindung mit dem Verkleinerungselement "-ke".

Danneboom

Telefonteilnehmer: elf

Streuung: Ostfriesland, Südniedersachsen

Varianten: Es gibt 45 Mal Dannenbaum mit Zentren in Ostfalen und Württemberg. Zehn Mal gibt es Dannenbäumer, vor allem in Westfalen. Hauptsächlich in Franken gibt es 33 Mal den Namen Dannenbauer.

Bedeutung: Zoder sagt, es könne sich um einen Örtlichkeits- oder Flurnamen handeln.

In "Deutsches Wörterbuch v. J. u. W. Grimm", Nachdruck München 1991, findet Prof. Udolph folgenden Eintrag: Tannenbaum als Zusammenrückung aus Tannen Baum, wofür mittelhochdeutsch die eigentliche Zusammensetzung Tanboum steht, im älteren Niederdeutschen Tannebaum, plattdeutsch dannebôm.

Es kann sich also um einen Waldbaum handeln, also ist es ein Örtlichkeitsname: der Mann, der an einem Baum wohnt, zum Beispiel kennzeichnend, wenn die übrige Umgebung flaches Land mit niedrigem Gebüsch ist.

Darnedde

Telefonteilnehmer: 28

Streuung: Der Name taucht verstreut in Norddeutschland auf.

Bedeutung: Zoder sagt, Darnedde sei eine Örtlichkeit und bedeute "da unten". Das mittelniederdeutsche Wort "nedden" bedeutet "unterhalb, niederwärts". Im Gegensatz dazu gibt es zum Beispiel den Namen Darboven in Bedeutung von "da oben". Der Name Darnedde weist also auf die Lage des Wohnortes hin: da unten im Tal gelegen.

Davids

Telefonteilnehmer: 505

Streuung: vor allem Nordwestdeutschlands

Bedeutung: Es handelt sich um die patronymische Bildung zu David und stammt von dem hebräischen Vornamen ab. Er bedeutet vermutlich "Liebling".

Dedecke

Telefonteilnehmer: 98

Bedeutung: Dedeken ist eine niederdeutsche Koseform von Dietrich. "Diet" oder "thiud" bedeutet "Volk", "rich" steht für "reich".

Deelwater

Telefonteilnehmer: 9

Varianten: Auf der Suche nach einer Erklärung schaut Prof. Udolpf nach weiteren Familiennamen mit der Endung "-water" und "-wasser" und findet mindestens 60 Variationen.

Bedeutung: Deel- muss also eine nähere Bezeichnung des Teils "-wasser" sein. Dazu gibt es zwei Möglichkeiten:
1. ) Es handelt sich um einen Satznamen, vom Niederdeutschen abgeleitet in Bedeutung von "teile das Wasser" und bezeichnet jemanden, der Wasser aus dem Brunnen ausschenkt und verteilt oder großzügig abgibt.
2. ) Es handelt sich um eine Umdeutung von Delwarde, Delwart oder Delewarde. "De la warde" bedeutet "von der Warte" oder auch "Kontrollposten".

Degenkolbe

Telefonteilnehmer: 160

Varianten: Es gibt 360 Mal den Namen Degenkolb.

Herkunft: Die Streuung des Namens weist eindeutig auf eine Herkunft aus dem sächsischen Vogtland hin.

Bedeutung: Ein Experte für diese Namen sagt, es handele sich um den Satznamen: "Bedecke den Kolben." Später wurde der Satz umgedeutet zu "Degen und Kolben". Das Wort Kolben ist ein typisches Dialektwort des sächsischen Vogtlandes und bezeichnet einen kahl geschorenen Kopf. Das deutet darauf hin, dass der Namensträger außerhalb der Gesellschaft stand.

Deigmüller

Telefonteilnehmer: 11

Streuung: Der Name taucht hauptsächlich bei Fulda auf.

Bedeutung: Der Name bezeichnet den Müller, der am "Deig", also am Teich oder an einem Damm am Wasser wohnte. Das Wort ist dem mittelniederdeutschen "dijc" in Bedeutung von "Graben" entlehnt. In den nordseegermanischen Sprachen bedeutet "dijc": der beim Graben eines Wasserlaufs an der Seite aufgeworfene Wall.

Delmenhorst

Der Ort hat seinen Namen von dem Fluss Delme, an dem er gegründet wurde. Flussnamen können ein Alter von mehr als 4.000 Jahren haben, was die Deutung schwer macht. So auch bei Delmenhorst, denn dort hatte der Fluss bereits seinen Namen, als die Bewohner dort noch kein deutsch sprachen.

Der Ursprung des Namens liegt also im Indogermanischen. Dort gibt es das Wort "tel" oder "stel" in der Bedeutung "etwas fließen lassen", und dieses Wort könnte im Namen der Delme stecken. Aus diesem indogermanischen Dialekt könnte also der Name Delme entstanden sein. Der zweite Teil im Namen, "horst", steht bei Ortsnamen für eine bewachsene, kleine Erhöhung im Sumpf oder Moor.

Denno

Telefonteilnehmer: 42

Streuung: Der Name taucht hauptsächlich in Nordrhein-Westfalen beziehungsweise im Grenzgebiet zu den Niederlanden auf.

Bedeutung: Die verschiedenen Formen des Familiennamens dürften auf den Rufnamen Daniel zurückgehen, sagt F. Debrabandere im "Woordenboek van de familienamen in België & Noord-Frankrijk". Es sind Varianten zu Denaux, Denaut, Den(n)(e)au und Deno(o), die wiederum Nebenformen zu Daniau(x), Danieau, Danieu(x) darstellen. Diesen Namen liegt der hebräische Name Daniel zugrunde. Er bedeutet "Gott ist mein Richter; Gott richtet". Er gehört zu den biblischen Namen, welche zwischen dem achten und zehnten Jahrhundert in Europa eine kleine Namenmode auslösten.

Denzel

Telefonteilnehmer: 589

Bedeutung: Ein Kompendium der untergegangenen Berufe verzeichnet folgende, meist süddeutsche Berufsbezeichnungen auf -(e)l: Bandel und Bendel für "Büttel, Gerichtsdiener", Denzel oder Denzle für den "Tänzer", Fischl oder Flurer für den "Flurhüter", Häckel, Heckel und Hackl als "Fleischhacker" und Hippel für "Holzfäller".

Brechenmacher sagt, Denz(e)l sei die Verkleinerungsform von Danz, Denz, Danz, Tanz oder Tantz. Die Mehrheit dieses zwischen Alpensaum und Wasserkante ziemlich gleichmäßig verbreiteten Namens geht von dem Begriff "Tanz" aus und bezeichnet jemanden, der gern und gut tanzt.

Depner

Bedeutung: Depner Ist die niederdeutsche Form von Töpfer, also eine Berufsbezeichnung.

Derm

Häufigkeit: Den Namen gibt es in Deutschland lediglich zehn Mal - ohne eindeutiges Zentrum. Daher tauscht Prof. Udolph einen Vokal aus und macht aus Derm ein Derma oder Darm. Derm kann also eine Nebenform von Darm sein, dann ist der Name schon 78 Mal in Deutschland vorhanden, mit Konzentration in Nordostdeutschland.

Herkunft: Bei den Mormonen findet Prof. Udolph den Hinweis, dass die Derms oder Darms aus Steinfischbach in Hessen kommen.

Bedeutung: Der Name kann als "Schlachter" übersetzt werden und bezeichnet jemanden, der viel mit Gedärmen zu tun hat, eventuell ein Rossschlächter. Damit ist der Name ein Berufsübername.

de' Syo

Telefonteilnehmer: 5

Herkunft: Der Älteste dieser Familie, der im Internet gefunden wurde, ist Balthasar de Syo, am 14. Januar 1797 in Düren gestorben.

Varianten: Im Wörterbuch der Familiennamen von Belgien und Nordfrankreich findet Prof. Udolph die Namensvariante Desyeux, siehe auch unter dem Stichwort Lesieur.

Bedeutung: Die Variante Desyeux leitet Prof. Udolph ab von den Namen Lesieur, Lesieux, Leyssieux, Sieu(x), Sieuw(s), Sieur und Syeur. Das altfranzösische sieur, sieux und das lateinische senior(em) sind zurückzuführen auf seigneur in Bedeutung von "Herr, Lehnsherr, Gutsherr".

Dettki

Telefonteilnehmer: 106

Streuung: Der Name taucht gehäuft im Ruhrgebiet, in Ostwestfalen und in Frankfurt/Main auf.

Varianten: Prof. Udolph findet 329 Mal den Namen Dettke. In Polen ist der Name unter 38,5 Millionen Einwohnern 615 Mal bezeugt als Detka, Detke, Detki, Dettke oder Dettki.

Bedeutung: Zoder sagt, Dettke oder auch Dedeke sei ein gekürzter Personenname, also "der kleine, niedliche Diedrich". "Diet" stammt von "thiud" in Bedeutung von "das Volk", "rich" steht für "reich".

Dickhaut

Häufigkeit: Dickhaut gibt es 229 Mal in Deutschland.

Herkunft: Der Name ist hauptsächlich in Hessen verbreitet, die Variante "Dickhut" gibt es nördlich davon, in Ostwestfalen.

Bedeutung: Beide Varianten bedueten: "Dicke Haut", das kann als "Scheltwort" gegolten haben oder für einen unempfindlichen Menschen mit "dicker Haut".

Dickschat

Telefonteilnehmer: rund 100

Herkunft: Die Verbreitung des Namens weist auf einen baltischen Ursprung hin. Auch familysearch.org belegt diese Annahme mit seinen historischen Einträgen.

Bedeutung: Die Namen mit den ursprünglichen Endungen auf "-aitis" und "-atis" sind dadurch entstanden, dass die frühen Vorfahren im Memelgebiet nur Taufnamen, noch keine Familiennamen, hatten. Das genügte damals. Als die Bevölkerung wuchs, wurden die Nachkommen mit einem Namen des Stammvaters versehen, indem man eine Endung anhängte. Der Matthäus, litauisch Mattej, hatte nun Nachkommen, die Mattejaitis hießen, zum Beispiel Baltruszaitis, Baltruszatis, oder Baltruschat für "Sohn eines Balthasar", Dikšaitis, Dikšatis oder Dickschat für "Sohn eines Benedikt" und Endrikaitis, Endrikatis oder Endrikat für "Sohn eines Heinrich". Ein ostpreußischer Dickschat kommt also seinem Namen nach aus dem Memelgebiet, wo sein früher Vorfahre Benedikt getauft wurde, landschaftlich aber "Dikš", also "Dicksch", gerufen wurde. Sohn und Nachkommen waren dann die Dikšaitis beziehungsweise Dikšatis, leicht eingedeutscht Dickschats.

Didicke

Telefonteilnehmer: 6

Varianten: Diedecke und Didecke

Bedeutung: Laut Zoder gehört gehört dieser Name als Kurzform zum Personennamen Dide, abgeleitet von Dietrich, und wird mit "ke" verkleinert und damit verkost. Zur Bedeutung von Dietrich: "Died" kommt von "thiud" und steht für das Volk, "rich" steht für reich.

Didjurgies

Varianten: Es gibt zahlreiche Varianten des Namens.

Herkunft: Alle Varianten weisen wegen der typischen Endungen "-heit", "-keit", "-seit" und "-ies" auf eine baltische Herkunft hin. Den Beweis dazu liefern die Einträge in der Mormonendatei familiysearsch.org.

Bedeutung: Der Name ist im Baltischen eine Verbindung aus "didis" oder "didelis" mit "jurgis". "Didis" bedeutet "groß", "jurgis" steht für den Vornamen Georg.

Diebow

Herkunft: Zentren des namens sind Berlin und Brandenburg. Die Mormonendatei zeigt, dass der Ursprung in Pommern liegt.

Bedeutung: Diebow ist eine Kurzform von alten Vollnamen, die aus zwei Namen bestehen, wie Theudobald oder Theudobert, aus denen Dietbold oder Dietbert werden. So wird aus einem langen Vornamen ein gekürzter Name, der am Ende Diebow heißt. Das Problem in diesem Fall ist, dass niemand mehr den zweiten Teil des Vollnamens kennt, aus dem Diebow entstanden ist. Klar ist nur, dass der erste Teil Theudo hieß. Der Ursprung war also ein Theudo plus einem Unbekannten, der gekürzt zu einem Diebow wurde. Die Grundlage des Namens Thiu oder Theudo ist das Volk.

Dieckhöner

Telefonteilnehmer: 41

Streuung: Der Name taucht eindeutig konzentriert in Bielefeld und Umgebung auf.

Varianten: Varianten wie Brakhöner, Dickhöner und Dieckhöner gibt es insgesamt mehr als 100 Mal in Deutschland.

Bedeutung: Prof. Udolph unterteilt den Namen in "Höner" und "Dieck". Zu "Höner" gibt es mehr als 1.000 Einträge in Deutschland mit einem Schwerpunkt in Westfalen und im westlichen Niedersachsen. M. Gottschald sagt, "höner" sei althochdeutsch und bedeute "niedrig". Da es so viele Höners gab, mussten sie gekennzeichnet beziehungsweise unterschieden werden. Mit dem Teil "Dieck"wurde der "niedrig wohnende", zum Beispiel am Deich oder an einem Teich, gekennzeichnet.

Dieshel

Telefonteilnehmer: 4

Varianten: Es gibt zahlreiche Schreibvarianten, die darauf hinweisen, dass sich der Name im Laufe der Geschichte durch Verschreibung verändert hat, zum Beispiel Dieshl, Dießel und Diehsel.

Bedeutung: Zoder glaubt, es könne sich um einen Berufsnamen nach dem Gegenstand der Arbeit handeln. Mittelniederdeutsch stehen "dîsle", "dîssel" und "dîsel" für "Deichsel, Wagendeichsel". Der Vorfahre hatte also mit dem Herstellen von Deichseln zu tun.

Dietze

Telefonteilnehmer: rund 3.000

Streuung: Das Zentrum des Namens ist Westsachsen, hauptsächlich Leipzig.

Bedeutung: Dietz, Dietze und Dietzin sind Kurz- und Koseformen des Vornamens Dietrich. Dabei bedeutet Diet "das Volk" und rich "reich".

Dinklage

Häufigkeit: Der Name ist 206 Mal in Deutschland verzeichnet.

Bedeutung: Dinklage ist ein Siedlungsname. Zugrunde liegt das Tink, die Versammlungsstätte der germanischen Vorfahren. Hier konnte jeder freie Germane das Wort ergreifen. Das Tink wurde zum "Ding". Ein gesamter Ort wurde nach dem Tink benannt, das heißt, dass hier so ein Tink stattgefunden hat.

Dirumdam

Herkunft: Das Zentrum des Namens ist Ostfalen und das Eichsfeld.

Bedeutung: Da es keinerlei Hinweise auf diesen Namen gibt, weder in der Datei der Mormonen noch in einschlägiger Literatur, vermutet Prof. Udolph, dass es sich um einen zusammengesetzten, sehr häufigen Namen handelt. In altdeutschen Vornamen gibt es das häufige Element "Rabe", das im Germanischen "Rhaban" heißt. Dieser Rhaban steht üblicherweise im zweiten Teil des Namens - im ersten Teil des Namens steht meist ein "Diet", das bedeutet "Volk". Dann wäre es eine Kombination zu Dietrhaban. Aus Dietrhaban kann durch Verkürzungen ein Dirumdam geworden sein, vermutet Prof. Udolph - hat aber keinen wissenschaftlichen Nachweis dafür zur Hand.

Dix

Bedeutung: Namenforscher sind sich sicher, dass es sich um einen patronymischen Namen handelt, also "ein Sohn des". Der Ursprung muss ein Diek gewesen sein, zum Beispiel Benediktus als "der Gesegnete". Die Kurzform davon lautet Dick; mit dem patronymischen "-s" wird der Name zu Dicks oder Dix.

Doerenbruch

Telefonteilnehmer: 7

Bedeutung: Da Prof. Udolph bei familysearch.org keinen Eintrag zum Namen findet, sucht er nach anderen Zusammensetzungen mit "-bruch" und findet unter anderem Barenbruch, Ehrenbruch und Farenbruch. "Bruch" ist ein hochdeutsches Wort für eine feuchte Stelle, die mit Büschen bewachsen ist. Der Doeren- oder Dornbruch ist demnach ein Örtlichkeitsname, der eine Stelle am dornigen Bruch bezeichnet.

Dolff

Telefonteilnehmer: 62

Streuung: Der Name taucht vor allem in Nordrhein-Westfalen auf.

Bedeutung: Dolff ist eine Kurzform des Personennamens Adolf. "Ad(el)" bedeutet "edel" und "olf" steht für "Wolf".

Dollfuß

Telefonteilnehmer: 30

Bedeutung: Dollfuß ist ein Übername und bedeutet "Klumpfuß, geschwollener Fuß, Schwellfuß".

Domdey

Varianten: Da die erste Suche keine Anhaltspunkte ergibt, sucht Prof. Udolph nach allen Varianten des Namens. Er findet zwei Mal den Namen Domai, drei Mal Domda, 21 Mal Domdei und 188 Mal Domdey.

Streuung: Die Varianten bilden einen Flickenteppich in Norddeutschland.

Bedeutung: Die Mormonendatei sagt, Pommern, also Polen, sei das Herkunftsland.
Der polnische Namenforscher K. Rymut bietet keinen Namen mit Domd-, aber den Ansatz der polnischen Schreibung Dąd-. Sucht man bei Rymut danach, findet man den Hinweis auf Dund- und dort auf Seite158 unter Dunda unter anderem folgende Verweise: Dundel, Dondaj, Dondo, Dąda, Dądaj. Als Basis wird das polnische dunda angegeben. Das beudeutet "plumpe, ungelenke, schwerfällige Frau".

Donath

Telefonteilnehmer: 2.500

Streuung: Mecklenburg Vorpommern

Varianten: Es gibt 755 mal den Namen Donat.

Bedeutung: Donat ist aus dem lateinischen Donatus gekürzt und bedeutet soviel wie "der von Gott Gegebene, der von Gott Geschenkte". Im Vergleich dazu gibt es auch lateinisch Deodatus, hebräisch Matthias und griechisch Theodor in der gleichen Bedeutung. Wie die meisten dieser Namen ist auch Donat(h) ein Heiligenname. Karl Linnarz bemerkt hierzu: "Es gibt so zahlreiche Heilige mit Namen Donatus, dass man annehmen darf, dass es sich um einen Ehrennamen für Märtyrer der Frühzeit handelt, wie das bei Victor, Felix, Christian der Fall ist." Die Tatsache, dass es in Meißen ein Donatus-Stift gab, spricht für eine besondere Verehrung dieses Heiligen in Sachsen und Schlesien und erklärt die weite Verbreitung des Namens in diesem Gebiet.

Dönau

Herkunft: Die Familie kommt aus dem Spreewald.

Bedeutung: Anhand der Mormonendatei und der Telefon-CD stellt Prof. Udolph fest, dass das Zentrum des Namens eher nördlich von Leipzig liegt; allerdings nicht so zentriert, dass es für ihn aufschlussreich ist. Aufgrund seiner Erfahrung geht er davon aus, dass der Name ursprünglich ein Ortsname gewesen sein muss. Es handelt sich hier um eine Wüstung: einen Ort, den es einmal gegeben haben muss, der jetzt aber verschwunden und heute nicht mehr nachweisbar ist. Prof. Udolph geht allerdings davon aus, dass ursprünglich ein slawischer Personennamen zugrunde lag.

Drecksträter

Telefonteilnehmer: 13

Streuung: Aachen, Düsseldorf und Osnabrück

Bedeutung: Der Name ist bei Gottschald, "Deutsche Namenkunde", sechste Auflage, Berlin/New York 2006, aufgeführt. Dort taucht auch der Name Lißken Dreckstraat auf. Er ist kaum anders zu erklären denn als Örtlichkeitsname, hergeleitete von Dreck-strat(e), Moraststraße.

Dreischenkämper

Telefonteilnehmer: Es gibt 15 Einträge unter den Namen Dreischenkemper und Dreischenkämper.

Streuung: Zentrum des Namens ist Gladbeck.

Varianten: In Gelsenkirchen ist ein Dreischkämper bezeugt; insgesamt gibt es die Namen Dreiskemper und Dreiskämper 56 Mal mit Zentrum in Gladbeck.

Bedeutung: Bei Gladbeck gibt es den Ortsnamen Dreiskemper. Er ist zusammengesetzt aus Driesch/Dreesch in Bedeutung von "unbebauter, als Weidetrift benutzter Acker" und kamp in Bedeutung von "Wiese, Weide, Feld, Acker".

Dreisinger

Häufigkeit: Der Name ist nur acht Mal in Deutschland vorhanden.

Bedeutung: Verwandt ist der Name auch mit dem Namen Dresing, den es 68 Mal in Ostwestfalen gibt. "Dres" ist eine Kurzform von Andreas, "ing" eine patronymische Bildung und bedeutet "Nachkomme, Sohn des Dres, Sohn des Andreas". Dreisinger ist dann eine Weiterentwicklung des Namens Dresing.

Drenkhahn

Häufigkeit: Der Name ist 161 Mal in Deutschland bezeugt, am häufigsten davon in Hamburg.

Herkunft: Die Vorfahren stammen aus Hamburg, der Name ist ursprünglich in Norddeutschland zu Hause.

Bedeutung: Drenke ist die Trenke an einem Brunnen. Der Name kann also ein Übername oder Spitzname sein. Möglich ist auch "Drenker" in der Bedeutung als Trinker oder Säufer. Der zweite Teil des Namens, -hahn, ist eine Kurzform des Vornamens Johann. Dieser Name bezeichnet jeden beliebigen Menschen (der Zeitungs"fritze", der Zigaretten"heini"). Drenkhahn bedeutet also: ein trinkender Johann, ein Schluckspecht.

Dresel

Herkunft: Hat die Zentren in Baden und Franken, der Name ist eine Koseform (el als Verkleinerungsform) aus Süddeutschland.

Bedeutung: Dresel stammt ab vom Vornamen Andreas - dabei wird der zweiteTeil des Namens betont (Dreas) und wiederum verkleinert zu Dresel und bedeutet ursprünglich: Lieber kleiner Andreas. Andreas kommt aus dem Christentum und bedeutet Mann.

Drolshagen

Telefonteilnehmer: 318

Varianten: Zur Entstehung des Namens Drolshagen gibt es verschiedene Deutungsversuche der im Laufe der Zeit unterschiedlichen Schreibweisen Droileshageno, Droleshagen, Drulyshagen, Drulshaen, Drulshagen, Drulshain, Drulshan und plattdeutsch Draulzen.

Bedeutung: Den verschiedenen Varianten liegt die Grundform Drogeshagen zugrunde. Im ersten Teil steckt der Personenname Drogo. Er kann mit dem Wort "driugan" im Sinne von "Kriegsdienst tun" verbunden werden.

Drosedo

Telefonteilnehmer: 7

Varianten: Den Namen Drosedow gibt es fünf Mal.

Herkunft: Laut familysearch.org stammt der Name aus Sachsen/Preußen. Im Ortsnamenbuch findet Prof. Udolph den Ortsnamen Drosedow mehrmals, unter anderem in Ostpreußen und Kolberg-Körlin.

Bedeutung: Laut Trautmann, "Die Elb- und Ostseeslavischen Ortsnamen", ist der Ortsname ist abgeleitet von der polnischen Bezeichnung "drozd" in Bedeutung von Drossel. Entweder handelt es sich um einen Ort, an dem besonders häufig und zahlreich Drosseln wohnten, oder der Name ist über den Gründer des Ortes entstanden, das heißt eine Person bekam für ihr Aussehen oder ihre Art des Sprechens den Namen Drozd. Damit würde der Name die Siedlung des Drozs bezeichnen.

Drüding

Telefonteilnehmer: 23

Streuung: Emsland, Hamburg

Bedeutung: Zoder sagt, bei Familiennamen in Ostfalen ist "Drude" der Personenname des weiblichen Namens Gertrud, abstammend von Aldrud.
In E. Förstemanns "Altdeutschem Namenbuch", Band eins, ist Drude bezeugt als weiblicher Personenname Drudinga.
Bei M. Gottschalds "Deutscher Namenkunde" heißt es: "(...) zur Basis germanisch drud-, thrud- = "Kraft, Stärke", "göttliches Wesen, Walküre", mittelhochdeutsch trute = "Unholdin". Schon früh wurde die Komponente vermischt mit dem althochdeutschen trut für "traut, geliebt", vergleiche auch "trauen, vertrauen, getraut."
Die Endung "-ing" zeigt die patronymische Bildung, hier handelt es sich also um "den Nachfahre des/ der Drud".

Duisenberg

Telefonteilnehmer: 12

Streuung: Das Zentrum des Namens liegt bei Lüdenscheid.

Varianten: Es gibt 62 Mal den Namen Düsenberg mit leicht gehäuftem Vorkommen in Nordrhein-Westfalen.

Bedeutung: Der Name ist ein Herkunftsname. Duisburg ist ein altes Wort für "Hügel, Erhebung". Diese Bedeutung lässt sich in mehreren Dialekten vergleichen. Norwegisch bedeutet døysa "aufhäufen" und stammt ursprünglich vermutlich von "Staub- oder Abfallhaufen". In Schweden steht dös für den "Grabhügel", das dänische und norwegische dysse bedeutet "Steinhaufen, Dolmen, Grabhügel". Die Wörter hängen mit einer Grundlage "wehen, stieben" zusammen und sind ähnlich wie das deutsche Wort Düne als "Anhäufung von Sand oder Erde" aufzufassen.

Dulle

Telefonteilnehmer: 111

Bedeutung: Frans Debrabandere sagt in seinem "Woordenboek van de familienamen in België en Noord-Frankrijk": Niederländisch bedeutet dulle "dwaas, gek, dom oder krankzinni". Das bedeutet übersetz "töricht, bekloppt, verrückt, dumm, geistesgestört,
wahnsinnig".

Dummer

Häufigkeit: Dummer gibt es 508 Mal in Deutschland.

Herkunft: Die Vorfahren stammen aus Rügen.

Mit Hilfe eines neu entwickelten Computerprogramms, das ein Student Prof. Udolphs, Mario Fraust, erstellt hat, ergibt sich, dass der Ursprung des Namens in Pommern und Vorpommern lag. Fraust hat dort eine Karte erstellt mit Hilfe der heutigen Streuung aus der Telefon-CD, den Daten aus der polnischen Namenforschung und den historischen Belegen aus der Mormonendatei Familysearch. Die Karte zeigt die Herkunft des Namens, also die ursprünglichen "Wohnsitze" der ersten Namenträger.

Bedeutung: In Pommern herrscht Niederdeutsch vor, das heißt bei dem Namen Dummer bleibt es bei der heutigen Bedeutung, dass jemand nicht ganz "pfiffig" ist. Allerdings gibt es im Mittelniederdeutschen für das Wort dumm auch die Bedeutung toll oder wütend.

Dunker

Bedeutung: Sprachliche Grundlage des Namens Dunker oder Duncker ist häufig ein in verschiedenen Mundarten noch heute lebendiges Adjektiv in der Bedeutung "dunkel, trübe, blind". Dies kann sich auf "geistig blind" oder "dunkel, verworren, schwer durchdringbar" oder auch "depressiv" beziehen.

Düsing

Häufigkeit: Unter 40 Millionen Telefonteilnehmern ist der Name Düsing 611 Mal belegt. (Stand 1998; neuere CD-ROMs sind aus Datenschutzgründen schlecht zu verarbeiten.)

Streung: Der Name taucht deutlich vermehrt im deutschen Nordwesten auf.

Bedeutung: Deutung nach R. Zoder, "Familiennamen in Ostfalen", Hildesheim 1968, Band 1, Seite 405: Es handelt sich um die patronymische Bildung des mittelniederdeutschen Wortes dūs in Bedeutung von "Daus; die Zwei auf dem Würfel oder das As auf der Spielkarte", vergleiche auch "Ei der Daus!". Noch naheliegender scheint Prof. Udolph die Erklärung von H. Bahlow im Niederdeutschen Namenbuch, Nachdruck Vaduz 1993, Seite 141: Er führt das mittelniederdeutsche Wort dusink auf in Bedeutung von "Geschmeide, Schmuckgürtel, Schellen, Halsschmuck".

Dutzi

Telefonteilnehmer: 151

Streuung: Stark gehäuft tritt der Name bei Karlsruhe auf und strahlt bis Heidelberg aus. In der Schweiz ist der Name fünf Mal bezeugt, in Österreich neun Mal.

Bedeutung: Brechenmacher sagt, Dutz oder auch Tutz(e) seien Übernamen zu dem Wort "Dutz" in Bedeutung von "Stoß". Ein Dutzbock ist ein stößiger Bock. Im "Deutschen Wörterbuch" der Brüder Grimm meint das Wort Dutzbock einen Ziegenbock, der mit Kopf und Hörnern im Kampf einen anderen stößt. Kinder benutzten damals den Ausdruck "einen Dutzbock machen".