Stand: 17.08.2015 14:27 Uhr

Freifunker versorgen Flüchtlinge mit Internet

von Sabine Moers, NDR Info, und Fiete Stegers, NDR.de

In Hamburg und anderswo: Lokale Initiativen richten WLAN-Zugänge für Flüchtlinge ein. Apple interessiert sich für eine Auto-Teststrecke. Und Amazon-Chef Bezos hat Ärger. Die Netzwelt-Themen.

WLAN für Flüchtlinge: Drahtloser Draht in die Heimat

Für viele Flüchtlinge ist auf dem langem Weg nach Europa ihr Handy die einzige Möglichkeit, um ihrer Familie mitzuteilen: "Ja, ich lebe noch." Haben sie es geschafft, können sie über Video-Chats mit der Heimat in Kontakt bleiben, sich im Internet Informationen über die neue Umgebung verschaffen und vielleicht sogar Deutsch lernen. Kostenlose WLAN-Zugänge, die Flüchtlinge mit ihren eigenen Smartphones nutzen können, werden aber nur in wenigen städtischen Flüchtlingsunterkünften angeboten.

In immer mehr Städten sorgen deshalb Freifunk-Initiativen dafür. Diese Freiwilligen-Initiativen bauen lokale Hotspots auf, in dem sie ihre eigenen Internetzugänge für jedermann öffnen. So sind in Hamburg die Flüchtlingsunterkünfte in den Messehalllen, auf einem Wohnschiff und im Stadtteil Harburg auf diese Weise online. In Harburg hat das Student Matthias Marx organisiert.

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Freifunker Matthias Marx gibt seinen Internetanschluss fürs benachbarte Flüchtlingsheim frei.

"Ich habe hier eine sogenannte Sektorantenne", erklärt er. "Über eine gerichtete Verbindung bringen wir das freie WLAN auf den Platz. Weil ich gegenüber wohne, musste ich nur einen Router ins Fenster stellen, und habe damit dann die Flüchtlinge erreichen können."

Auch in Hannover, Stuttgart und Dortmund ermöglichen Freiwillige mittlerweile auf diese Weise Flüchtlingen den Weg ins Internet.

Wie immer bei öffentlichem WLAN haben die Betreiber das rechtliche Risiko: Sie können für Urheberrechtsverletzungen oder anderen Missbrauch ihrer Internetverbindung in Mithaftung genommen werden. Auch die Änderungen für die Störerhaftung, die von der Bundesregierung geplant sind, helfen den Freifunkern nicht, kritisieren diese.

Bald Apple-Autos auf Teststrecke bei San Francisco?

Wann kommt das selbstfahrende Auto von Apple? Der Computerkonzern interessiert sich laut der britischen Zeitung "Guardian" bereits für ein Gelände, auf dem noch nicht marktreife Autos getestet werden können. Das Gelände liegt auf einer ehemaligen Militärbasis bei San Francisco und bietet neben eigenen Straßen auch strenge Sicherheitsvorkehrungen. Honda und Mercedes haben dort bereits ihre Autos getestet.

Zeitung: Amazon setzt Büroangestellte unter Druck

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"Wenden Sie sich an mich, wenn Sie Probleme haben", verspricht Bezos den Amazon-Mitarbeitern.

Als Reaktion auf einen Bericht der "New York Times" hat sich Amazon-Chef Jeff Bezos in einer E-Mail an alle seine Mitarbeiter gewandt. Der Zeitungsbericht beschreibe nicht "das Unternehmen, das er kenne", schrieb Bezos.

Die "New York Times" hatte nach eigenen Angaben für ihren Bericht mit mehr als 100 Amazon-Mitarbeitern gesprochen. Die Zeitung macht der Firma schwere Vorwürfe: Kollegen werden gegeneinander aufgehetzt, heißt es, und noch nach Mitternacht mit Arbeitsaufträgen bedacht.

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NDR Info | Netzwelt | 17.08.2015 | 15:38 Uhr

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