Sendedatum: 02.10.2012 11:56 Uhr  | Archiv

Teil 2: Leseverhalten

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E-Book oder Buch - für viele fast schon so etwas wie eine Glaubensfrage.

Im Bus, im Café, im Wartezimmer - die sogenannten Vielleser haben ihr Buch immer dabei. Sie lesen 20 oder mehr Bücher im Jahr. Sind sie die perfekte Zielgruppe für E-Books? Oder ist das Gegenteil der Fall - empfinden gerade Literatur-Liebhaber das digitale Buch als seelenlos und kalt? Und wie ändern E-Books überhaupt unser Leseverhalten?

Von Aline König, NDR Info

Wenn man Leute auf der Straße fragt, ob sie E-Books nutzen, äußern sich die meisten eher ablehnend:

"Ich lese keine E-Books, weil ich lieber echte Bücher in der Hand habe und auch spüre, was ich lese." - "Ich finde E-Books toll, weil man eben relativ viele Bücher mitnehmen kann und dann auch eine gewisse Auswahl hat!" - "Es ist anstrengender, würde ich sagen." - "Ich möchte, dass das ursprüngliche Buch erhalten bleibt, und ich mag es auch darin zu blättern."

Das Thema E-Books ist schon fast so etwas wie eine Glaubensfrage. Fakt ist aber, dass die E-Book-Verkaufszahlen in den letzten Jahren rasant gestiegen sind. 

Auch ältere Menschen benutzen E-Reader

Und die elektronischen Bücher erreichen auch langsam ein breiteres Publikum, sagt Tim Prostka vom Institut für Marketing und Medien der Universität Hamburg: “Die Nutzer sind zwischen 30 und 49 Jahren,  es ist weitgehend gleichverteilt zwischen Männern und Frauen. Das heißt, das gibt es gar nicht so viele Unterschiede, wie man eigentlich vermuten könnte. Überraschend ist auch, dass es viele ältere User gibt. Also in der Altersklasse 60plus, die damit experimentieren.“ Das Vorurteil, dass E-Reader nur etwas für technikaffine Männer sind, ist inzwischen also widerlegt. Das könnte auch daran liegen, dass die Lesegeräte mittlerweile schon für unter 60 Euro zu haben sind.

E-Reader funktionieren mit elektronischer Tinte

Die meisten E-Reader funktionieren mit sogenannter elektronischer Tinte. Diese Technik wurde schon in den 70er Jahren erfunden und bis heute weiterentwickelt: Zwischen zwei dünnen Folien lagern kleine Kügelchen dicht an dicht. Sie enthalten schwarze und weiße Farbpigmente. Mit Hilfe eines elektrischen Feldes werden entweder die hellen oder die dunklen Pigmente zur Oberfläche hin gedreht.

Neue E-Reader sind sparsam und augenfreundlich

Die E-Ink Bildschirme funktionieren ohne Hintergrundbeleuchtung,  eine Akkuladung kann so bis zu zwei Monate halten.  Diese Technologie ist besonders augenschonend, da das elektronische Papier weder flimmert noch spiegelt. E-Book-Lesen in der Sonne ist damit also kein Problem mehr.

E-Books erreichen neue Zielgruppen

Neue technische Geräte, wie Smartphones und Tablet-Computer können auch ein Anreiz sein, überhaupt  Bücher zu lesen, meint Prostka. Denn wenn ein User eine neues iPad gekauft habe, müsse er das ja mit Inhalten füllen. Im iBookstore stoßen sie dann unter anderem auf E-Books und probieren sie aus. So könne man auch neue Nutzergruppen erreichen. Neue Angebote, wie etwa der kapitelweise Verkauf von E-Books bieten zusätzliche Anreize.

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | 02.10.2012 | 11:56 Uhr

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