Stand: 28.01.2013 19:49 Uhr  | Archiv

Studierende verwischen Spuren im Netz

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14 Studenten der Universität Hildesheim haben das Projekt "Datensicherheit bei Facebook & Co" auf die Beine gestellt.

Es gibt so manche Dummheit, die Menschen in sozialen Netzwerken begehen: Fotos vom letzten Party-Absturz öffentlich zugänglich machen, sich auf der Arbeit krank melden und im Netz einen Kurzurlaub ankündigen oder sämtliche Netzwerk-Nutzer zu einer privaten Party einladen. Nicht jedem ist klar, welche Spuren er im Internet hinterlässt. Um das Bewusstsein dafür zu stärken, haben 14 Studierende der Universität Hildesheim einen öffentlichen Onlinekurs mit dem Titel "Datenschutz bei Facebook & Co - Ich weiß was du letzten Sommer im Web getan hast..." auf die Beine gestellt. Der Titel solle veranschaulichen, dass alle Spuren nachvollziehbar seien, die ein Internetnutzer hinterlasse, erklärt die mitwirkende Studierende Christin Scharnhop.

Surfen ohne Spuren im Netz

Ob Student, Rentner, Hausfrau oder Experte - jeder kann sich die Inhalte des Kurses, die in Form kurzer Videos präsentiert werden anschauen. Dabei geht es um Grundlagen zum Internet und Datenschutz und darum, was Anbieter mit den preisgegebenen Daten machen. "Ganz wichtig sind die Praxistipps, wie man sich sicher und möglichst unsichtbar im Web bewegt", sagt Scharnhop. Auch im Anschluss an den Kurs, dessen Einheiten jeder nach beliebigem Zeitplan bearbeiten kann, werden die von den Studierenden erstellten Videos noch für einige Zeit online stehen.

"Praxistaugliches Know-How"

"Es ist ein sehr spannendes Projekt, weil man vor Herausforderungen gestellt wird, die man vorher gar nicht erwartet hat", sagt Scharnhop. So stürze etwa das System ab oder Nutzer könnten Inhalte nicht finden, weil die Studenten die Nutzerperspektive außer Acht gelassen hätten. Als "praxistaugliches Know-How" bezeichnet Projektleiter Professor Joachim Griesbaum diese Erfahrungen. Außerdem leiste der Kurs einen wichtigen Beitrag, um typische Netznutzer für das Thema Datenschutz zu sensibilisieren.

Reflektion über eigenes Verhalten

600 Nutzer haben sich zu dem kostenlosen Kurs angemeldet. Rund 200 von ihnen sind aktiv bei der Sache und tauschen ihre neuen Erkenntnisse im Forum aus. Auch für die Studierenden ist das Projekt in Sachen Datenschutz noch einmal eine gute Wiederholung: "Man verliert im Laufe des Studiums die Grundlagen aus den Augen und dann bekommt man den Spiegel vorgehalten, was man selbst für Fehler macht", sagt Christin Scharnhop.

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