Sendedatum: 21.10.2013 21:00 Uhr  | Archiv

Mobbing im Internet: Das rät der Anwalt

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Fachanwalt Lars Rieck beantwortet Ihre Fragen zum Internet-Recht am Dienstag, 22. Oktober, von 10 bis 12.30 Uhr, im Live-Chat.

Cybermobbing hat viele Gesichter. Oft sind es peinliche Fotos oder Videos, die ohne Erlaubnis der abgebildeten Person im Internet kursieren - zum Beispiel in sozialen Netzwerken wie Facebook oder YouTube. Oft aber beginnt Cybermobbing subtiler, mit Sticheleien, herablassenden oder beleidigenden Äußerungen. Wie können sich Betroffene wehren? Darüber hat Recht so! mit dem Rechtsanwalt Lars Rieck aus Hamburg gesprochen.

Was genau ist Mobbing?

Lars Rieck: Von Mobbing spricht man, wenn mehrere Personen jemanden bewusst, systematisch und über einen längeren Zeitraum in eine unterlegene Position drängen. Es reicht nicht, einen Witz über jemanden zu machen oder ihm einen harmlosen Streich zu spielen. Die Grenzen sind aber fließend.

Wer ist von Mobbing im Internet betroffen?

Rieck: Das ist vor allem ein Problem unter Jugendlichen. Sie fühlen sich eng mit einer Gruppe verbunden, zum Beispiel ihrer Schulklasse, und sind daher besonders anfällig für Angriffe aus der Gruppe. Sie fühlen sich erniedrigt, haben Angst, ausgeschlossen zu werden. Aber auch Erwachsene kann es treffen, wenn sie zum Beispiel mit Arbeitskollegen auf Facebook befreundet sind. Da fällt dann schon mal ein abfälliger Kommentar, weil die Hemmschwelle im Internet niedriger ist als im Büro. Daraus kann sich eine gefährliche Eigendynamik entwickeln, bis hin zum Mobbing.

Gegen welche Gesetze verstoßen die Täter?

Rieck: Da ist zum einen die strafrechtliche Seite: Beleidigung, üble Nachrede und Verleumdung. Wer auf Facebook "Julia ist eine Hure" schreibt, erfüllt den Tatbestand der Beleidigung. Das andere ist die zivilrechtliche Seite. Wer Fotos, auf denen ein anderer abgebildet ist, oder entwürdigende Texte über einen anderen ohne dessen Einwilligung online stellt, verletzt Persönlichkeitsrechte. Das geht bis zum Stalking, also der ungewollten persönlichen Kontaktaufnahme. Nach dem Tatbestand richtet sich dann das mögliche Strafmaß - von Bußgeld bis Gefängnis.

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Dieses Thema im Programm:

21.10.2013 | 21:00 Uhr

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