Stand: 17.03.2015 07:36 Uhr  | Archiv

Gabriel wirbt auf CeBIT für digitale Revolution

Die Zukunft der IT-Branche ist in Deutschland längst zur Chefsache geworden. So konnte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) heute zwar nicht selbst den traditionellen Rundgang zum Auftakt der Computermesse CeBIT absolvieren. Dafür schickte sie aber ihren Vize, Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD), über das Ausstellungsgelände in Hannover. Und der wurde nicht müde zu betonen, wie wichtig die digitale Revolution auch für mittelständische Unternehmen ist. "Die wirtschaftliche Entwicklung der nächsten Jahre wird datengetrieben sein", sagte Gabriel während seines Rundgangs. Mit der Verschiebung und Ergänzung klassischer Produkte und Services hin zur IT-Welt stehe und falle der Wohlstand hierzulande.

Erster CeBIT-Tag: Gabriel macht den Rundgang

Keine Angst vor der digitalen Wolke

Zur Sprache kamen auch die beiden Schwerpunkte der diesjährigen Messe: die technische Entwicklung des Partnerlandes China sowie die Datensicherheit im Netz. Sorgen um Letztere dürften insbesondere kleinere Unternehmen nicht lähmen, sagte Gabriel. Der Mittelstand scheue nach Einschätzung des Wirtschaftsministers noch oft davor zurück, Produktion und Dienstleistung stärker zu vernetzen und die dabei anfallenden Datenberge sofern nötig auch in fremde Hände zu geben. Die eigenen Server im Keller müssten oft um die sogenannte digital cloud ergänzt werden - wovor aber einige Unternehmen noch zurückschreckten. Unbegründet seien diese Ängste aber nicht, meint der Verein Deutscher Ingenieure. Cyberangriffe würden sich immer öfter gegen kleinere und mittlere Unternehmen richten, weil diese in puncto Datensicherheit im Schnitt schlechter aufgestellt seien. Der Engpass bei qualifizierten Fachkräften verschärfe zudem die Lage.

"Konkurrent und Partner zugleich"

Den Herausforderungen, so Gabriel, begegne man bestenfalls mit Allianzen. Dabei seien Deutschland und China "Konkurrent und Partner zugleich": Beides belebe das Geschäft, sagte der Wirtschaftsminister an der Seite des chinesischen Vize-Ministerpräsidenten Ma Kai. Dieser ergänzte: "Unsere Länder können ihre jeweiligen Stärken ergänzen - zum Gewinn beider Seiten." Doch das Partnerland bleibt auf der Messe nicht unumstritten: "In Chinas Wirtschaft hat sich der regulatorische Druck auf ausländische Großunternehmen sprunghaft verstärkt", lautet einer der kritischen Kommentare, geäußert von Sebastian Heilmann, Direktor des China-Instituts Merics in Berlin. Dennoch hatten Deutschland und China im Vorfeld der Messe verabredet, bei der Entwicklung der vernetzten Produktion, der sogenannten Industrie 4.0, stärker zusammenzuarbeiten. Dabei soll es etwa um Hochschulforschung und Standardisierungsfragen gehen.

Überraschung zur Anreise

Um Punkt 9 Uhr war die weltgrößte Computermesse CeBIT am Montag für das Fachpublikum geöffnet worden. Bis Freitag werden rund 200.000 Besucher zur Branchenschau erwartet, die in diesem Jahr neben den bekannten Branchengrößen auf viele Pop-Up-Unternehmen stoßen. Einige der Besucher konnten bereits während der Anreise eine Überraschung erleben - wenn auch eine wenig erfreuliche: In diesem Jahr gilt das CeBIT-Ticket nicht wie in den Vorjahren als Fahrkarte für den Nahverkehr. Der Boden des Hauptbahnhofs in Hannover ist dafür mit zahlreichen Hinweis-Stickern zum notwendigen Fahrkartenkauf gepflastert - ebenso stehen "Ticket-Scouts" vor den Straßenbahn-Unterführungen bereit. Wer auf das Auto ausweicht, muss in der Stadt mit Behinderungen rechnen. Auf dem Schnellweg wird deshalb teilweise der Standstreifen freigegeben. Eine frühe Anreise zahlte sich aber aus - vor allem für jene, die IT-Persönlichkeiten live erleben möchten: Schon am Vormittag startete das hochkarätig besetzte Diskussionsforum Global Conferences. Zum Auftakt sprach EU-Digitalkommissar Günther Oettinger, für Dienstag steht der US-Intellektuelle Jeremy Rifkin auf dem Programm.

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