Stand: 15.03.2016 13:55 Uhr

CeBIT: Merkel fordert schnellere Digitalisierung

Bei ihrem Rundgang über die Technologiemesse CeBIT hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Dienstag in Hannover ein höheres Tempo beim digitalen Umbau der Wirtschaft gefordert. "Die Zeit drängt", sagte Merkel bei ihrem Messebesuch in Hannover. Die Verschmelzung mit dem Internet müsse schneller kommen, denn das Potenzial für mehr Effizienz sei beträchtlich.

CeBIT - Ein Rundgang mit der Kanzlerin

Mehr Geld für junge Unternehmen und digitales Arbeiten

Die Digitalisierung der gesamten Wirtschaft ist ein zentrales Thema der diesjährigen CeBIT. Die Bundesregierung präsentierte dazu neue Maßnahmen, um mehr Risikokapital für junge Unternehmen zu ermöglichen und so die Start-up-Landschaft zu beleben: Ein Investitionsfonds von 225 Millionen Euro von Bundeswirtschaftsministerium und staatlicher Förderbank KfW soll dabei helfen. Expandierende Unternehmen sollen zudem leichter an Wagniskapital über Fondsinvestoren kommen, dafür stehen weitere 500 Millionen Euro aus Europäischem Investitionsfonds (EIF) und Sondervermögen des Bundes bereit. Damit werde der Standort Deutschland für Wagniskapital attraktiver.

Ein Grafitplättchen für Physikerin Merkel

Bei ihrem traditionellen Rundgang stoppte Merkel unter anderem am Stand der Elite-Uni ETH Zürich, die eine Drohne mit den Eigenschaften von Helikopter und Flugzeug entwickelt hat. Die Schweizer Physiker schenkten der promovierten Physikerin Merkel ein Grafitplättchen, dann ging es im Eiltempo weiter. Wo immer ihr blauer Blazer gesichtet wurde, wollten Messe-Besucher und Aussteller die Kanzlerin zu sich lotsen. "Ich habe ein Selfie mit ihr - wenn auch nur aus der Ferne", jubelte ein Besucher. An den weiteren Ständen ging es um smarte Straßenlaternen, die Verkehrsströme lenken können, aber auch um Internet-Verbrechen, Datenbrillen und sichere Daten. Anders als in den vergangenen Jahren war Merkel dieses Mal nicht zur Eröffnungsfeier, sondern lediglich für den Messerundgang gekommen.

Lob für Partnerland Schweiz

Merkel lobte zudem das Messe-Partnerland Schweiz als starken Partner - mit einem Handelsvolumen von knapp 90 Milliarden Franken sei Deutschland bereits jetzt der wichtigste Markt für die Schweizer Exportindustrie, sagte die Kanzlerin. Gerade bei der digitalen Zusammenarbeit gehe es um die europäische Zukunft, Wertschöpfung und Wohlstand, so Merkel weiter. Deshalb wollen beide Länder noch enger zusammenarbeiten. Am Schweizer Zentralstand ließ sie sich unter anderem einen neuartigen Flugroboter zum Transport von Waren erklären - und Sensoren, mit denen zum Beispiel Schiffscontainer lokalisiert und deren Temperatur überwacht werden können. Wie fast in jedem Jahr außerdem auf dem Programm des Rundgangs: Telekom, IBM, SAP und Microsoft.

Ein Start mit Oettinger

Die CeBIT ist am Montag gestartet. Am ersten Tag stellte unter anderem EU-Digitalkommissar Günther Oettinger (CDU) seine Vision für ein digitales Europa vor, das über die Grenzen der Europäischen Union hinausgeht. Die Messe läuft noch bis Freitag. Sie wurde zuletzt immer mehr auf Fachbesucher ausgerichtet und soll jetzt vor allem eine Plattform für Unternehmen sein. Dabei geht es auch um Zukunftstechnologien wie künstliche Intelligenz oder 3-D-Druck. An der Messe nehmen wie im Vorjahr etwa 3.300 Unternehmen teil.

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