Stand: 14.03.2016 21:01 Uhr

CeBIT 2016 mit Party, Piano und Prominenz eröffnet

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"Wenn wir ehrlich sind, sind wir bei der Digitalisierung erst am Anfang", sagte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) bei seiner Rede.

Es wird wieder eng auf den Straßen der Landeshauptstadt: Montag hat die CeBIT für Besucher eröffnet, fünf Tage lang macht sie Niedersachsen zum elektronischen Nabel der Welt. Die Messe ist wie im Vorjahr überwiegend an das Fachpublikum gerichtet und versteht sich vor allem als Plattform für Unternehmen - von denen in diesem Jahr wie schon 2015 etwa 3.300 teilnehmen. Zum Auftakt wurde am Montagabend aber erst einmal gefeiert: mit einer "kreativen Inszenierung" auf der "CeBIT Welcome Night", bei der naturgemäß auch der musikalische Auftritt progressiv anmutete - mit einem Pianisten, der samt Instrument kopfüber in der Luft hing. Der Fortschritt war es dann auch, der in den Beiträgen der prominenten Redner zur Sprache kam. So mahnte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD), dass Europa "wettbewerbsfähig bleiben muss in dieser datengetriebenen Ökonomie". Der Schlüssel dafür sei Qualifikation. "Die Digitialisierung braucht Menschen aus aller Welt", so Gabriel. "Sie ist weltoffen und liberal, wie wir uns unser Land vorstellen."

Darum ging's bei der CeBIT 2016

Dirks beschwört digitales Europa

Ein geeintes digitales Europa beschwor bei der Auftaktveranstaltung am Montag auch Bitkom-Chef Thorsten Dirks. Was früher verbindende Projekte wie der Euro und der Binnenmarkt waren, könne heute die Digitalisierung sein. EU-Digitalkommissar Günther Oettinger (CDU) kritisierte hingegen, dass es noch immer 28 unterschiedliche Gesetze gebe in der Europäischen Union. Erste Maßnahmen zur Harmonisierung gebe es aber bereits. Denn, so Oettinger: "Nationale Gebietsgrenzen haben beim Thema Digitalisierung nur bedingt Geltung, wie auch die CeBIT zeigt."

CeBIT stellt sich auf drei Säulen

2016 ist die CeBIT wieder eine Messe ausschließlich für ein Fachpublikum mit dem Schwerpunkt "business to business" (B2B), also der Beziehung unter Unternehmen. Das Topthema der CeBIT lautet in diesem Jahr - wie bereits 2015 - "d!conomy". Das Kunstwort "d!conomy", eine Fusion der englischen Begriffe für Digitalisierung und Wirtschaft, ist in diesem Jahr mit dem Zusatz "join-create-succeed" versehen. Die Messe will sich dabei auf drei Säulen konzentrieren: die Digitalisierung von Märkten, Branchen und Unternehmen, die Digitalisierung von öffentlicher Hand und Verwaltung und die Digitalisierung der Gesellschaft.

Verbessert "Biohacking" die Zukunft der Menschen?

Als Computermesse will sich die CeBIT selbst allerdings nicht mehr sehen. Vielmehr will man laut Frese nun die weltweit führende Veranstaltung für die Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft sein. In diesem Jahr werde außerdem der Mensch im Mittelpunkt der Messe stehen. Besonders der Themenbereich "Biohacking" setzt beide Ziele konsequent um. Der schwedische Biohacking-Aktivist Hannes Sjöblad wird auf der Messe selbst Vorträge zu diesem Thema halten: Was bedeutet die technische Erweiterung oder Verbesserung des menschlichen Körpers in der Zukunft? Er ist Gründer des schwedischen Biohacking-Verbandes und trägt beispielsweise selbst einen Chip in der Hand, auf dem sich verschiedene Daten speichern lassen. Theoretisch könnte er etwa ein Flugticket auf diesem Chip speichern, das von den Geräten am Flughafen-Check-in ausgelesen wird.

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