Stand: 02.03.2016 16:13 Uhr

CeBIT 2016: Moderne Frankensteine in Hannover

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Aktivist Sjöblad stellt Anwendungsmöglichkeiten für das Biohacking vor.

Die CeBIT bezeichnet sich selbst nicht mehr als Computermesse. Vielmehr will man laut Messe-Chef Oliver Freese die weltweit führende Veranstaltung für Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft sein. In diesem Jahr will man zudem den Menschen in den Mittelpunkt der Messe stellen. Kein Themenbereich setzt beide Ziele so konsequent um wie der Komplex "Biohacking", der in Hannover 2016 einen großen Raum einnehmen soll.

Per Körper-Chip ...

Der schwedische Biohacking-Aktivist Hannes Sjöblad hat das Phänomen im Vorfeld der Messe auf der CeBIT-Preview in Hannover bereits vorgestellt und wird auch auf der Messe selbst Vorträge darüber halten, was die technische Erweiterung oder Verbesserung des menschlichen Körpers in der Zukunft bedeutet. Er ist Gründer des schwedischen Biohacking-Verbandes und trägt beispielsweise selbst einen Chip in der Hand, auf dem sich verschiedene Daten speichern lassen. Theoretisch könnte er etwa ein Flugticket auf diesem Chip speichern, das von den Geräten am Flughafen-Check-in ausgelesen wird. Ein Kollege von ihm, der Schwede Andreas Sjöström, hat dies Ende 2015 bereits in einem Experiment am Flughafen Stockholm erfolgreich ausprobiert.

... zum Cyborg

Biohacker bezeichnen sich selbst auch als "Grinder" und kommen nicht selten aus der Hacker- und Maker-Szene. Sie entwickeln die Gegenstände, die sie sich einpflanzen, oft selbst und wollen mit ihnen die menschliche Natur und deren Möglichkeiten erweitern. Am Ende steht dann etwas, das als Cyborg bekannt ist, ein Mensch mit Hightech-Komponenten wie Infrarot-Sicht, künstlichen Gliedmaßen oder erweitertem Arbeitsspeicher für das Gehirn. Was andere Menschen vielleicht als Horror-Vision empfinden, sehen die Biohacker als großes Experiment an sich selbst, um den Menschen zu verbessern.

Nur so viel preisgeben, wie man aufs T-Shirt drucken würde

Hannes Sjöblad wird auf der CeBIT die Philosophie, sowie einige Techniken des Biohackings vorstellen und über Sicherheitsfragen sprechen. So stellt Sjöblad einerseits heraus, dass der Nutzer mit dem Chip in der Hand eine größere Kontrolle über seine eigenen Daten hätte, er selbst würde die Verschlüsselung der Daten bestimmen, sie nicht ungeschützt auf fremde Server hochladen. Andererseits gibt er zu, dass die Chips in der Hand nicht hundertprozentig vor Hackern geschützt sind und man keine sensibleren Daten darauf speichern sollte als die, die man sich aufs T-Shirt drucken würde.