Stand: 10.02.2014 15:38 Uhr  | Archiv

Massenprotest gegen die NSA im US-Internet

von Christoph Heinzle und Fiete Stegers

Die Reporter der Snowden-Enthüllungen machen Investigativ-Journalismus auf einer neuen Plattform. Tausende US-Websites wollen gegen die NSA protestieren. Und: Game over für das Spiel "Flappy Bird".

Investigativplattform "The Intercept" startet

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Die neue Website "The Intercept" will weitere Geheimdienst-Geheimnisse enthüllen.

Sie waren die beiden Journalisten, denen sich Edward Snowden mit seinen Dokumenten über die NSA anvertraute: Autor Glenn Greenwald und Dokumentarfilmerin Laura Poitras. Jetzt gehören sie zum Team der neuen Website "The Intercept", die weitere Geheimdienst-Geheimnisse enthüllen will. Ein erster Artikel beschreibt, wie die NSA Handy-Daten benutzt, um die Ziele für tödliche Drohnenangriffe zu identifizieren.

Die Website ist Teil von First Look, dem neuen Medienunternehmen von eBay-Gründer Pierre Omidyar. "Wir geben unseren Journalisten alles, was sie brauchen, um ihren Job gut zu machen: die Möglichkeit zu reisen, juristische Unterstützung, falls sie sie benötigen, neue und innovative Technologie" sagt Omidyar in einem Video. Insgesamt 250 Millionen Dollar will der Millardär First Look dafür zur Verfügung stellen. Unter dem Dach des Unternehmens sollen auch noch weitere Web-Magazine mit verschiedenen Themen entstehen.

"Der Tag, an dem wir zurückschlagen"

Mehr als 5.000 Internet-Seiten aus den USA wollen mitmachen: Als Zeichen gegen die NSA-Überwachung setzen sie am Dienstag schwarze Banner auf ihre Seiten und fordern ihre Nutzer dazu auf, sich per Telefon oder E-Mail bei amerikanischen Abgeordneten zu beschweren. Motto: "The day we fight back" - also: der Tag, an dem wir zurückschlagen.

Die Aktion erinnert an einen aufsehenerregenden Protest gegen verschärfte Urheberrechtsregeln vor zwei Jahren. Damals wurde unter anderem die englischsprachige Wikipedia schwarz eingefärbt.

Zu den Unterstützern der Aktionen gehören diesmal Bürgerrechtler wie Amnesty International oder die Electronic Frontier Foundation. Auch Blog-Anbieter Tumblr, die riesige Nachrichten-Pinnwand Reddit und Firefox-Hersteller Mozilla machen mit.

Game over für "Flappy Bird"           

Ein ganz einfaches Spiele-Prinzip, aber ein verdammt hoher Schwierigkeitsgrad: Auf diese Weise hat es das Handy-Spiel "Flappy Bird" in den Download-Statistiken für iPhone und Android ganz nach oben katapultiert. Millionen Menschen haben das kostenlose Game ausprobiert, viele sind seinem Suchtfaktor erlegen.

Programmier Nguyen Ha Dong verdiente durch die Werbung im Spiel zuletzt nach eigenen Angaben 50.000 Dollar am Tag - trotzdem zog er jetzt einen Schlussstrich. Seit gestern lässt sich das Spiel nicht mehr in den App-Stores herunterladen. Angeblich ist der Rummel um "Flappy Bird" und seine Person dem Programmierer zu viel geworden.

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Netzwelt | 10.02.2014 | 15:38 Uhr

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