Stand: 27.07.2017 08:11 Uhr

Internet zu langsam: Woran liegt's?

von Markus Plettendorff, NDR Info Wirtschaftsredaktion

Das Video ruckelt, der Livestream bricht ab, der Download dauert ewig - und das, obwohl doch ein Internet-Breitbandanschluss installiert ist und auch bezahlt wird. Oft aber stehen die versprochenen Maximalgeschwindigkeiten gar nicht zur Verfügung.

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Nicht immer ist der Provider Schuld, wenn das Internet zu langsam ist.

Mehr als 100.000 Geschwindigkeitsmessungen von Festnetz-Internetanschlüssen hat die Bundesnetzagentur ausgewertet. In ihrem Bericht bestätigt sie das, was viele Verbraucher aus ihrem Alltag kennen: der Anschluss ist weitaus langsamer, als versprochen. Gerade einmal 4 bis maximal 25 Prozent der Endkunden haben demnach die gebuchte Internetgeschwindigkeit auch wirklich voll zur Verfügung. Vor allem bei den sehr verbreiteten DSL-Anschlüssen zwischen acht und 18 Megabit wurden besonders niedrige Werte gemessen. Doch nicht immer ist der Provider Schuld, wenn das Video ruckelt sagt Wolfgang Pauler, Testchef bei der Fachzeitschrift Chip: "Das können auch Störungsquellen in dem Netzwerk sein, in dem die Videoserver stehen. Und dann kann es auch die Auslastung in den Netzwerken sein, weil gerade zu viele Nutzer aktiv sind."

Speed-Test misst tatsächliche Geschwindigkeit

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02:44

DSL-Geschwindigkeit selten erreicht

27.07.2017 08:11 Uhr
NDR Info

Wer einen Vertrag über schnelles Internet abschließt - die tatsächliche Geschwindigkeit aber langsamer ist - muss das nicht einfach so hinnehmen. Marcus Plettendorff berichtet Audio (02:44 min)

Ein Indiz für eine zu langsame DSL-Verbindung seien ruckelige Filme und abbrechende Streams aber schon, sagt Pauler und empfiehlt nachzumessen. Das geht mit so genannten Speed-Tests, die verschiedene Anbieter, Fachzeitschriften aber auch die Bundesnetzagentur im Internet bereitstellen. Um dabei korrekte Messergebnisse zu bekommen, gilt es aber, ein paar Dinge zu beachten: "Einen Speedtest sollte man nicht über Wlan machen, sondern das Notebook oder PC direkt mit einem Lan-Kabel anschließen. Dabei sollten möglichst keine anderen Programme laufen, die aufs Internet zugreifen. Und es sollten keine ressourcenhungrigen Anwendungen laufen, die möglicherweise den Prozessor bremsen, was das Ergebnis auch wieder beeinflusst."

Anbieter muss Mangel beheben

Manche Router zeigen die zur Verfügung stehende Bandbreite auch direkt im Einstellungsmenü an. Weicht die angezeigte oder gemessene Geschwindigkeit dann erheblich von der vertraglich vereinbarten ab, empfiehlt der Anwalt Alexander Wachs dem Kunden: "Man sollte sich zunächst direkt an seinen Anbieter wenden und ihn mit einer Frist auffordern, diesen Mangel zu beheben. Wenn der Anbieter dann darauf nicht antwortet, was tatsächlich relativ häufig vorkommt, hat der Verbraucher die Möglichkeit einen Anwalt einzuschalten." ... oder sich an die örtliche Verbraucherzentrale wenden. Auch die sofortige Kündigung des Anschlusses sei möglich, wenn nicht nachgebessert werden kann.

Messungen an unterschiedlichen Tagen sinnvoll

Hinter der Formulierung der Maximalgeschwindigkeit könne sich jedenfalls kein Anbieter verstecken, so Anwalt Wachs. Die rechtfertige höchstens gelegentliche Schwankungen, nicht aber eine dauerhaft niedrigere Geschwindigkeit. Deshalb sei es auch sinnvoll mehrere Messungen an unterschiedlichen Tagen und zu unterschiedlichen Uhrzeiten durchzuführen und diese zu protokollieren. Bei den Messungen der Bundesnetzagentur erreichten nur drei große und einige regionale Anbieter mehr als 80 Prozent der vertraglich vereinbarten Übertragungsrate: Vodafone, Unitymedia und TeleColumbus. 

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Wirtschaft | 27.07.2017 | 08:11 Uhr

02:44

DSL-Geschwindigkeit selten erreicht

27.07.2017 08:11 Uhr
NDR Info

Wer einen Vertrag über schnelles Internet abschließt - die tatsächliche Geschwindigkeit aber langsamer ist - muss das nicht einfach so hinnehmen. Marcus Plettendorff berichtet Audio (02:44 min)

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