Stand: 18.05.2015 17:00 Uhr

Hipp und weg: Livestream-Apps auf dem Handy

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Evakuierung der SAP-Arena in Mannheim: Pro 7 schaltete ab, einige Besucher streamten weiter.

Letzte Woche Donnerstag: Wegen einer Bombendrohung wird die Liveshow "Germany's Next Topmodel" abgebrochen. Doch während sich Pro 7 in eine überlange Werbepause und einen Spielfilm flüchtet, sind 3.000 Livestreaming-App-Nutzer weiterhin live dabei und erleben die Evakuierung der Halle als Live-Show ganz anderer Art mit.

Ein BILD-Reporter macht es möglich. Er macht geistesgegenwärtig sein Handy an und streamt die Ereignisse. BILD-Chefredakteur Kai Diekmann hat das sicher gefreut - ist er ist einer der aktivsten Nutzer dieser kurzlebigen Übertragung.

Neue Reichweite dank neuer Twitter-Apps

Doch auch Jan Böhmermann und die N-JOY-Morningshow nutzen Livestreaming-Apps, um interessierten Leuten Einblicke zu geben - in ihre Arbeit, ihr Studio oder aber auch ihr Hobby. Livestreaming-Apps sind kinderleicht zu bedienende Programme, die - einmal aktiviert - alles was vor der Handykamera zappelt, live in die Welt spielen.

Das ist nicht neu. Aber die zwei jüngsten Apps Meerkat und Periscope, haben es dennoch geschafft, besondere Aufmerksamkeit zu erregen. Und Reichweite zu bekommen - anders als die bisherigen Programme, die eher bei Insidern ein Begriff sind.

Die beiden neuen laufen vor allem über Twitter, das heißt jeder, der einen Twitter-Account hat, kann teilhaben an den Live-Aufnahmen von seinen Freunden und Followern und sie leicht weiterverbreiten. Periscope gehört zu Twitter und wird von der Plattform entsprechend gepusht. Allerdings benutzten in Deutschland laut ARD-ZDF-Online-Studie nur rund fünf Prozent aller Internetnutzer Twitter. Doch gerade jetzt hat Meerkat bekannt gegeben, dass der Stream nun auch über Facebook funktioniert - das könnte einen Durchbruch erleichtern.

Live-Berichte werden zum Massenphänomen

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Bei aktuellen Ereignissen wie den Unruhen in Baltimore setzen sich die Livestreaming-Apps zunehmend durch.

Live dabei sein, wenn irgendwo etwas passiert. In den USA waren just bei den Ausschreitungen in Baltimore hunderte Streamer unterwegs, gaben Einblicke in die Abläufe vor Ort. Und zeigten gleichzeitig auch das Problem auf. Die Streams zeigen oft nur, was passiert, können aber kaum zeigen, warum. Die Einordnung bleibt eine besondere Aufgabe für Journalisten. Auch sie nutzen die Livestreaming-Apps, um zu berichten. Das Material von Periscope lässt sich beim Empfänger 24 Stunden lang speichern - die Zeitung "The Guardian" hat mit Hilfe dieses Materials ihre Baltimore-Berichterstattung erweitert.

Bildrechte müssen gewahrt werden

Kopfhörer mit Smartphone liegen auf einer Computertastatur. © Fotolia.com Fotograf: Dmytro Titov

Livestreaming-Apps werden immer beliebter

NDR Info -

Besondere Momente in Echtzeit per Smartphone-Video ins Netz übertragen, mit sogenannten Livestreaming-Apps kein Problem. Claudia Wohlsperger berichtet über den "Periscope & Co."-Trend.

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Doch darf man längst nicht alles streamen: Persönlichkeits-, Urheber- und Übertragungsrechtegrenzen auch die Nutzung dieser Tools ein. Sie zu achten ist auch Aufgabe beim Live-Stream. "Ich glaube nicht, dass beispielsweise Sportveranstalter befürchten müssen, Zuschauer verzichteten auf 18 HD-Kameras mit unterschiedlichen Blickwinkeln zu Gunsten eines unscharfen Periscope-Bildes", meint Kayvon Beykpour, der Periscope-Gründer.

Doch er sollte sich irren: In den USA lief vor einigen Tagen ein hochkarätiger Boxkampf. Für 99 US Dollar war man live via Fernsehen dabei. Doch findige Zuschauer streamten die Bildschirme ab: Manche Streams hatten mehr als 10.000 Zuschauer. Besonders Pay-TV-Sender in den USA sind gewarnt.

Dieses Thema im Programm:

ZAPP | 20.05.2015 | 23:20 Uhr