Sendedatum: 28.09.2015 15:38 Uhr  | Archiv

Facebook verspricht Internet für Flüchtlinge

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Zuckerberg zu Merkel: "Wir werden daran arbeiten."

Die Kanzlerin und der Facebook-Chef: Das Bild, wie Angela Merkel beim Mittagessen auf dem Gipfel der Vereinten Nationen neben Mark Zuckerberg saß, ging um die Welt. Und auch der dazugehörige Ton. Denn über das - zufällig oder nicht - geöffnete Tischmikrofon war zu hören, wie die Kanzlerin Tischnachbar Zuckerberg darauf hinwies, dass Facebook mehr gegen Hass-Kommentare tun müsse. "Ja, wir müssen daran arbeiten", räumte der ein. Ein schwaches Zugeständnis - und nicht mehr als das, was andere Facebook-Manager ohnehin schon versprochen haben.

Zuckerberg schien es beim UN-Gipfel aber insgesamt darauf anzukommen, all die süßen Seiten von Facebook zu präsentieren: "Wir werden daran arbeiten, Internet in Flüchtlingslager zu bringen. Online-Zugänge werden Flüchtlinge mit Angeboten von Unterstützern verbinden und helfen ihnen, den Kontakt zu ihren Familien zu halten", kündigte Zuckerberg an. "Und Facebook ist dafür eine einzigartige Möglichkeit."

Eigenes Facebook-Team entwickelt Apps fürs Gemeinwohl

Facebook erklärte in New York auch, dass es inzwischen eine eigene Abteilung gibt, die neue Internet-Programme für das Wohl der Menschheit entwickeln soll. Zum Beispiel für die Suche nach vermissten Kindern via Facebook - oder um nach einer Naturkatastrophe Familie und Freunde schnell wissen zu lassen, dass man unversehrt ist.

Zusammen mit Microsoft-Gründer Bill Gates und anderen Prominenten forderte Zuckerberg, bis 2020 müssten alle Menschen Zugang zum Internet haben. Facebook hat bereits 2013 die Initiative Internet.org gegründet, die Menschen in ärmeren Ländern Zugang zum Netz ermöglicht. Verdienstvoll sicherlich - in den Augen einiger Initiativen allerdings auch ein zweifelhaftes Projekt. Die Befürchtung lautet, dass ein von Facebook gesponsertes Netz, ein sehr eingeschränktes Netz sein könnte - nämlich mit einem klaren Fokus auf Facebook-Inhalten. Ein bedenklicher Einfluss auf die Medienvielfalt, so die Kritik.

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NDR Info | Netzwelt | 28.09.2015 | 15:38 Uhr

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