Stand: 07.11.2014 13:49 Uhr  | Archiv

#EMMAistfürmich - Alle gegen Alice

von Teja Adams

In der Redaktionsbesprechung klang alles so gut. Unter dem Hashtag #EMMAistfürmich wollte die Frauenzeitschrift "Emma" Stimmen von Leserinnen veröffentlichen. Das tut "Emma" seit Ende letzter Woche auch. Leser-Statements wie "#EMMAistfürmich aufrütteln, Horizont erweitern, Einsatz und Leidenschaft. Unverzichtbar" oder "#EMMAistfürmich die einzig sinnvolle Frauenzeitschrift" wurden über das "Emma"-Twitterprofil gepostet. Die Postings plätscherten vor sich hin, hier und da wurden sie einige Male geteilt, keine große Aktion also.

#EMMAistfürmich plötzlich gegen "Emma"

Doch dann schlägt die bis dahin heitere Pro"-Emma"-Stimmung um. Einige Netz-Feministinnen posten, was "Emma" aus ihrer Sicht wirklich ist, vor allem Magazin-Gründerin Alice Schwarzer wird dabei angegangen. Es sammeln sich Tweets wie "#EMMAistfuermich wegen Alice Schwarzers Steuergebahren leider kein ernstzunehmes Medium mehr.", "#EMMAistfuermich wenn Redakteurinnen glauben, es sei feministisch, Frauen vorzuschreiben, wie sie sich zu bewegen u. was sie zu tragen haben" oder "#EMMAistfuermic ein Blatt, das mir sagt, dass ich mich auf eine bestimmte Art anziehen und verhalten muss, damit ich Feministin sein darf".
Die Aktion geht für "Emma" ziemlich nach hinten los. Die Redaktion aber bleibt still - und Alice Schwarzer auch. Bis heute haben sich beide nicht auf Twitter geäußert. Die stellvertretende Chefredakteurin von zeit.de, Domenika Ahlrichs, fasst das auf Twitter so zusammen: "Und die Emma blicket stumm / auf dem gekaperten #Hashtag herum."