Stand: 02.03.2017 16:52 Uhr

Die Zukunft der Drohne ist grenzenlos

von Nils Kinkel, NDR Info

Drohnen erobern immer mehr den Luftraum. Geht es nach den Herstellern beim Mobile World Congress in Barcelona, dann gibt es für das autonome Fliegen keine Grenzen.

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Der Einsatzmöglichkeiten von Drohnen kennen kaum Grenzen. (Archivbild)

Sie hören sich an wie wildgewordene Wespen und sind manchmal noch gefährlicher. Drohnen können mithilfe eines Handys inzwischen überall landen - nur nicht auf dem Fußballplatz, sagt Martin Brandenburger vom Drohnenhersteller DJI: "Wenn ich von außen Richtung Stadion, Kraftwerk oder Flughafen fliege, komme ich erst gar nicht rein. Wenn ich mich innerhalb dieses Bereiches befinde, kann ich gar nicht erst abheben."

Die Drohnen des Weltmarktführers aus China sind so programmiert, dass sie keinen Schaden anrichten. Im Gegenteil, sie sollen Schädlinge in der Landwirtschaft bekämpfen - zum Beispiel im Weinberg. Aus der Luft erkennt dann ein Sensor beispielsweise, wie weit sich ein Trieb an der Rebe bereits entwickelt hat. Durch den Lufteinsatz müssen keine schweren Maschinen mehr durch den Weinberg rollen. Die Drohne setzt nur dort Pflanzengift ein, wo es notwendig ist, sagt Brandenburger: "Wenn man sich dann vorstellt, dass man ganz gezielt Pflanzen mit entsprechenden Mitteln bekämpfen kann, spart das Zeit, Geld und ist natürlich auch extrem gut für die Umwelt."

Vielfältige Einsatzmöglichkeiten

Drohnen sind schon längst mehr als ein Spielzeug unterm Weihnachtsbaum. Zu den Kunden zählen Regisseure aus Hollywood. Auch Windparkbetreiber lassen ihre Rotoren inzwischen mit fliegenden Kameras überwachen. Ein weiterer Aussteller in Barcelona bietet für die Küstenwache Überwachungsdrohnen mit einer Schwimmweste für Menschen in Seenot.

Und dann gibt es noch die Studie über die Stadt der Zukunft. Hier kommt statt dem Postboten das autonome Fahrzeug, erklärt Walter Pijs von Ford: "Und wenn das in ihrer Straße ist, wird das Paket im autonomen Fahrzeug übergeben in eine Drohne, die im Dach eingebaut ist. Sie bringt das Paket auf den Balkon, damit sie selber nicht runtergehen müssen, um das Paket anzunehmen."

Müssen Gesetze angepasst werden?

Laut Studie sollen dadurch die verstopften Straßen entlastet werden. Doch wenn jeder seine Pizza mit dem Smartphone bestellt, wird das autonome Fliegen dann den Luftraum verstopfen. Nicht nur deshalb ist der Europachef von DJI, Brandenburger, skeptisch: "Laut der Gesetzgebung heute muss der Pilot jederzeit Sichtkontakt zum Flugobjekt haben. Das hat auch durchaus seine Vorteile. Bevor ich also eine Pizza mit einer Drohne ausgeliefert bekomme, gibt es auf der Gesetzesseite noch einige Hebel, die man in Bewegung setzen müsste."

Oder lieber nicht. Auch wenn die ersten Drohnen bereits Menschen transportieren, sollten diese lieber auf dem Boden bleiben. Dort können sie dann in Ruhe die Luftaufnahmen genießen: "Weil man einfach eine Perspektive auf die Welt und das eigene Leben bekommt, die man einfach so nicht hat. Es sei denn, man kann sich einen Helikopter leisten, was die wenigsten unter uns können."

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Netzwelt | 02.03.2017 | 08:08 Uhr

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