Stand: 07.10.2015 12:00 Uhr

5 Jahre Instagram: Die gefilterte Welt

von André Kroll
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Instagram erschien 2010 fürs iOS, 2012 dann auch für Android. Mit der Zeit kamen viele Filter hinzu. Und eine weitere App: Mit Layout können Fotocollagen erstellt werden.

Handy raus, Foto machen, das Bild mit einem Filter verschönern und dann ab ins Netz damit - die Funktion von Instagram ist so einfach wie erfolgreich. Seit fünf Jahren können Nutzer sich und ihre Umgebung in Hochglanz- oder Retro-Optik darstellen und von aller Welt bewerten lassen. Vor allem junge Menschen lieben die App: Laut Recherchen des Social-Media-Experten Thomas Hutter sind 3/4 der deutschen Nutzer unter 30 Jahre alt. Eine interessante Zielgruppe für Medien und Werbetreibende.

Screenshot aus dem ZAPP-Bericht über Instagram. Es zeigt in einem Balkendiagramm, wie viel User Twitter, Instagram und Facebook haben. © NDR Fotograf: Screenshot

Instagram lockt Medien an

ZAPP -

Die Foto-App hat einen beachtlichen Siegeszug hingelegt und unheimlich viele junge Nutzer. Verschiedene Medien versuchen diese nun mit Angeboten zu erreichen.

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In Deutschland machen laut Hutter 3,4 Millionen Menschen bei Instagram mit, weltweit sollen es 400 Millionen Nutzer sein - das sind mehr als bei Twitter. Tendenz: steigend. Das Potenzial von Instagram, das komplett auf mobile Nutzung setzt, erkannte auch Facebook-Chef Zuckerberg frühzeitig. Bereits 2012 kaufte er den Social-Media-Konkurrenten, der damals erst 30 Millionen Nutzer hatte, für eine Milliarde Dollar. Aus heutiger Sicht ein Geniestreich zum Schnäppchenpreis. Zwar hat Facebook derzeit über eine Milliarde User pro Tag, aber die Foto-Community wächst enorm und hat eine viel bessere Interaktionsrate. Und laut der Hochrechnung von eMarketer soll Instragram in diesem Jahr bereits knapp 600 Millionen Dollar Werbeeinnahmen erzielen - 2017 sollen es 2,8 Milliarden sein. Beim Kampf um die Umsätze auf dem Werbemarkt der Zukunft, den Handys, ist Zuckerberg dank der schlichten Foto-App, die inzwischen sogar Kurzvideos verarbeiten kann, ganz vorn mit dabei.

Deutsche Medien noch zurückhaltend

Bei den genannten Zahlen wird klar, dass Instagram längst nicht mehr nur die Online-Bühne der Durchschnitts-User ist. Promis wie Mario Götze oder Unternehmen wie Red Bull werben dort für sich und ihre Produkte, geben Ein- und Ausblicke. Medien wie die BBC (801.000 Fans) oder die "New York Times" (521.000 Fans) sind ebenfalls dort, wo die junge Zielgruppe ist, auch wenn über Instragram wegen der fehlenden Links kaum User auf die eigene Website gelockt werden können. Aber Instagram transportiert die Marke, erreicht neue Zielgruppen.

Deutsche Medienhäuser fangen erst an, Instagram für sich zu entdecken und setzen dabei auf unterschiedliche Strategien. Bei der "Bild" erhalten die knapp 39.000 Fans kurze News-Videos, Servicetweets und Eigen-PR. Das "ZEITmagazin" (knapp 20.000 Fans) präsentiert wie auch das "SZmagazin" (rund 21.000 Fans) Fotos und Infos aus dem aktuellen Heft und wenig darüber hinaus. Das erst vor Kurzem gestartete "FAZ"-Profil (knapp über 3.000 Fans) probiert mit Infografiken, Kurzvideos und Zitaten zu punkten. Welche Medien am Ende mit ihrer Strategie richtig liegen und wie sich die Inhalte monetarisieren lassen, wird sich erst noch zeigen. Ein Gewinner aber steht schon fest: Mark Zuckerberg.

Weitere Informationen

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N-JOY

Über 300 Millionen "Instagrammer" nutzen inzwischen den Onlinedienst, um ihre Fotos und Videos mit der Welt zu teilen. Mit einem Hundefoto begann die Erfolgsstory von Instagram vor 5 Jahren. mehr

Dieses Thema im Programm:

ZAPP | 07.10.2015 | 23:20 Uhr