Zwischen Hamburg und Haiti

Weiße Pferde, schwarze Stiere, rosa Flamingos - Die Camargue

Sonntag, 13. August 2017, 07:30 bis 08:00 Uhr, NDR Info

Die Camargue-Pferde sind stämmige, robuste Arbeitstiere. © NDR/Florian Huber , honorarfrei

Die Camargue zwischen Rhone und Mittelmeer

NDR Info - Zwischen Hamburg und Haiti -

Die Camargue verdankt ihre Farben den berühmtesten Bewohnern des Flussdeltas der Rhône: weiße Pferde, schwarze Stiere, rosa Flamingos. Ein Paradies für Cowboys und Vogelkundler.

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Eine Sendung von Florian Huber

"Camargue" heißt das Flussdelta der Rhône im Süden der Provence. Mit ihren Lagunen, Teichen und Kanälen ist sie eine einzigartige Sumpflandschaft, die ihre inoffiziellen Landesfarben den berühmtesten Bewohnern verdankt: weißen Pferden, schwarzen Stieren und rosa Flamingos. Der Stierzüchter Frédéric Bon lässt seine Herde von drei "Gardians" mit ihren 30 Pferden in Schach halten. Sie sind die Cowboys der Camargue.

Weiße Pferde, schwarze Stiere, rosa Flamingos

Hoch zu Ross suchen sie die wildesten Stiere aus für die "Course camarguaise", die unblutige südfranzösische Variante des Stierkampfes. Vom Hafenstädtchen Grau-du-Roi aus gehen Jeremy Vargas und Jean-Louis Malabave auf Tintenfisch-Jagd. Sie bedienen sich dabei der "Peche au pot"-Technik, der "Pottfischerei". Sie werfen Hunderte vasenähnlicher Pötte an einer Leine ins Meer. Die Tintenfische verkriechen sich darin wie in einem Haus. Aus ihrem Pott locken Jeremy und Jean-Louis sie mit einem Trick: einem Schuss Javelwasser, einem Bleichmittel, mit der Blumenspritze. "Das jagt ihnen einen Mordsschrecken ein - und raus sind sie!" An den Stränden der Camargue verlieren sich zwischen den Dünen wenige Menschen. Zu ihnen gehört Luc Vernhes. Er misst mit einer Spezialkelle den Salzgehalt des Meeres. Dann macht er sich auf den Weg durch die Saline von Aigues-Mortes.

220 Kilometer kreuz und quer zwischen Bassins und Kanälen, wo er Schleusen öffnet oder schließt, um die Konzentration des Meersalzes zu steuern. Luc Vernhes ist als Salzmeister verantwortlich für die Salzqualität. In diesen Tagen steht die Ernte des berühmten "Fleur de sel" an. Von der Saline aus sieht man die Stadtmauern von Aigues-Mortes. Zu ihren Füßen liegt die Eisenbahn-Drehbrücke über den Canal du Midi. Bahnwärter Frédéric Félices schwenkt siebenmal am Tag die Brücke nach einer 100 Jahre alten Prozedur. Um beim Warten auf die Züge nicht dem Stumpfsinn zu verfallen, feilt er im Garten seines Wärterhäuschens tonnenschwere Skulpturen aus alten Eisenbahnschienen.

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