Stand: 27.02.2017 10:12 Uhr

Überall: Pressefreiheit ist weltweit bedroht

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Der Umgang von US-Präsident Donald Trump mit vielen Medien stößt auf viel Kritik.

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) warnt vor einer zunehmenden Bedrohung der Pressefreiheit. Der DJV-Vorsitzende Frank Überall sagte auf NDR Info, in den USA hetze Präsident Donald Trump gegen die Medien. Kritische Journalisten würden von Presseterminen der US-Regierung ausgeschlossen. Außerdem zeige Trumps Entschluss, nicht am traditionellen Dinner der Korrespondenten im Weißen Haus im April teilzunehmen, dass er mit der Pressefreiheit breche.

Folgen für die Pressefreiheit weltweit

Laut Überall gebe es weltweit die Gefahr, dass Trumps Angriffe auf die Presse als Beispiel genommen würden. In Deutschland etwa schließe die AfD kritische Pressevertreter von ihren Parteitagen aus. Auch in Frankreich gerieten die Medien unter Druck. Besonders schwierig ist die Situation laut Überall derzeit in der Türkei: "Dort sitzen mehr als 150 Journalisten im Gefängnis", sagte der DJV-Vorsitzende.

Gegenbewegung für kritische Medien

"Wir brauchen mehr Journalismus", erklärte Überall. Seiner Ansicht nach ist angesichts der zunehmenden Angriffe auf die Medien eine Gegenbewegung entstanden. So habe in den Vereinigten Staaten die "New York Times" mit ihrer kritischen Berichterstattung ihre Abonnentenzahlen steigern können, nachdem US-Präsident Trump diese Zeitung angegriffen hatte. Der DJV-Chef hofft, dass es eine ähnliche Bewegung auch in Deutschland geben werde. Die Bedrohung der Pressefreiheit fördere vielleicht den Bürgersinn.

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Trump - Kein Dinner mit den "Feinden"

Das Galadinner der Korrespondenten in Washington wird ohne den Präsidenten stattfinden. Trump sagte seine Teilnahme für das Essen am 29. April ab. Mehr bei tagesschau.de. extern

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Infoprogramm | 27.02.2017 | 06:20 Uhr