Die Reportage

Angriff auf die Ohren

Sonntag, 12. November 2017, 06:30 bis 07:00 Uhr, NDR Info

Wie Hamburg und das Umland mit dem Fluglärm lebt
Von Katharina Jetter

Die großen Flieger setzen im Abstand weniger Minuten über den Dächern zur Landung an. Hunderttausende in Hamburg und Umgebung sind vom Fluglärm betroffen, denn der Airport liegt mitten in der Stadt. Verkaufen, wegziehen? Das rechnet sich nicht. Aber den Garten genießen können sie trotzdem nicht - und ausschlafen auch nicht. Die meisten leiden still. Und dann gibt es da die Lauten, die von der Bürgerinitiative, sie messen den Krach und lesen Fachliteratur zum Thema: Lärm macht krank. Sie reichen Beschwerden ein und wollten per Volkspetition verhindern, dass immer mehr Billigflieger auch nachts über ihr Heim donnern.

Jeden Tag ab sechs Uhr und bis in die Nacht

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Alle zwei Minuten ein Flugzeug.

Die Flugzeuge sind ganz nah, aber während des Starts immer nur kurz in einer Lücke zwischen den hohen Bäumen zu sehen. Lange vorher kann Familie Galka die Flieger hören. Jeden Tag ab 6 Uhr und bis in die Nacht: "Wenn man draußen sitzt, Kaffee, Kuchen, vielleicht Grillen oder sowas, geht nicht. Gespräche gehen nicht. Wir haben jetzt kurz vor 15 Uhr, das ist eine relativ ruhige Zeit. So richtig geht es dann los in der Rushhour ab 17 Uhr, die Starts. Dann geht’s Schlag auf Schlag im Minutentakt. Die Abstände liegen dann so bei zwei Minuten. Wir haben Freunde, die uns gesagt haben, passt mal auf, ihr seid uns lieb und teuer, wir können uns gerne treffen. Aber bei Euch geht es nicht mehr."

Die Galkas wohnen in Hamburg-Niendorf, in der Nähe von einer der Startbahnen des Hamburger Flughafens. Als Lothar Galka noch jeden Morgen zur Arbeit ging, konnte er den Fluglärm ganz gut verdrängen. Aber nach seiner Pensionierung, als er endlich Zeit für den Garten hatte, da spürte er den Krach bis in die Knochen.

Die Reportage begleitet Anwohner, die resigniert haben und solche, die sich wehren, in ihrem von Lärm geprägten Alltag.