Stand: 16.02.2016 15:57 Uhr

Hilfe, mein Hund ist allergisch!

Trockenbrocken oder Dosenfutter? Was ist die richtige Wahl beim Hundefutter? Die Zahl der Hunde mit Allergien und Unverträglichkeiten wächst - und somit wächst auch der Markt für teures Spezialfutter. Was tun, damit es dem geliebten Vierbeiner wieder besser geht?

Eine Glosse von Detlev Gröning

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Nicht alles, was lecker aussieht, macht am Ende auch glücklich! Das ist beim Hund nicht anders als bei Herrchen oder Frauchen.

Wogegen der Hund des Hauses plötzlich allergisch sein könnte, lässt sich in einer kinder- und nachbarskinderreichen Familie ja kaum rauskriegen. Ist es Trauben-Nuss-Schokolade? Mandelkuchen? Sind es Gelee-Bananen, das Oberleder der Hausschuhe, oder womöglich sogar der Klebstoff vom Buchrücken eines Bestsellers?

In erster Näherung half bei uns ein Flugprotokoll dessen, was in letzter Zeit vom Esstisch Richtung Fußboden gesegelt ist, auch wenn hinterher der Kreis der Verdächtigen größer war als in einem Schweden-Krimi: Von der Frikadelle mit Ketchup bis zum entglittenen Stück Marzipan-Nuss-Torte kam so einiges als Anschlagssubjekt auf das arglose Haustier infrage. Das alte Terrier-Motto "Erst fressen, dann fragen" sorgte zwar immer für einen blitzblanken Fußboden, aber eben auch für manches Bauchgrummeln im Körbchen.

Dass sich die Unverträglichkeiten nun auch jenseits von Käsebrötchen und Kaubonbons einstellen, ist ein weiterer Beleg für das synchronisierte Zusammenspiel von Mensch und Hund: Mit jedem Tag, an dem die schmausende Jägerschnitzel-Gesellschaft über Tierhaltung, Ökologie und Arthrose ins Nachdenken kommt, verwandelt sich auch der fellglänzende Reklame-Setter, der lässig einen Doppel-Oxer überwindet, in ein selbstzerbissenes Häufchen Juckreiz mit Verdauungsproblemen.

Während wir jedoch irgendwann damit anfangen, zu den Ursprüngen menschengerechter Ernährung zurückzukehren, können wir ja nicht den Labrador in den Wald schicken, um sich nach alter Väter Sitte ein Stück Dammwild seiner Wahl zu reißen. Daheim lässt sich so ein Hund ja allerhand beibringen, nur eines leider nicht: dass Nahrungsmittel umso gesundheitsbedenklicher sind, je besser sie schmecken. Schüttet man dem Wauwi eine beliebig aussehende Mischung aus Fett und Kohlenhydraten im gleichen Verhältnis wie bei Hamburgern und Kartoffelchips in den Napf, dann lässt er sich von Natur aus auch nicht länger bitten als Herrchen und Frauchen am Fastfood-Tresen. "Vielleicht gibt es ja nie wieder was", warnen unsere beiden Kleinhirne.

Eine Katze lässt sich zwar grundsätzlich noch weniger vorschreiben als ein Dackel, aber dafür lässt die sich auch in Ernährungsfragen nicht so leicht hinter die Fichte führen; es sei denn, man kostet den gelierten Fleischbrocken unklarer Herkunft vor ihren Augen vor und garniert ihn hinterher mit einem Sträußchen Petersilie. Mit einem Stück Pansen möchte ich diese Prozedur nicht so gerne machen. Dann doch lieber mit der Nuss-Schokolade. Bio natürlich. Wir wollen ja nicht allergisch werden.

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Auf ein Wort | 16.02.2016 | 18:25 Uhr