Stand: 05.12.2016 12:56 Uhr

Ehrenamt im Kinder- und Jugendhospiz Wilhelmshaven

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Ingrid Tscherney ist Ehrenamtliche im Angelika Reichelt Kinder- und Jugendhospiz Joshuas Engelreich.

Ein sehr junges Hospiz ist das Angelika Reichelt Kinder- und Jugendhospiz Joshuas Engelreich in Wilhelmshaven. Erst vor zwei Jahren im September eröffnet, sind hier mittlerweile neben den hauptamtlichen Mitarbeitern zusätzlich noch 70 ehrenamtliche Helfer im Einsatz. Sie kümmern sich um Eltern mit schwerstbehinderten Kindern und auch um deren Geschwister und ermöglichen ihnen seltene, unbeschwerte Ferientage. Eine dieser Helferinnen ist Ingrid Tscherney.

Ein Engel für alles

Sie kümmert sich liebevoll und reizend um die schwerstkranken Kinder, wie um die knapp 9-jährige Sophie. Das Mädchen ist bereits zum sechsten Mal mit ihrer Mutter im Kinderhospiz. Sophie hat eine seltene Stoffwechselkrankheit und kann nur schwer atmen. Im Augenblick geht es ihr gut, doch Ingrid Tscherney weiß als Betreuerin, wie rasch sich das ändern kann: "Das letzte Mal als Sophie hier war, da ging es ihr gar nicht gut. Als ich sie jetzt wiedersah, habe ich mich so gefreut, dass es diesem Kind wieder so gut geht und so viel Kraft hat." Die 63-Jährige hat den Aufbau des Kinderhospizes in Wilhelmshaven von Anfang an mit verfolgt und nicht lange gezögert, sich dort als ehrenamtliche Helferin zu melden. Ingrid Tscherney ist gern im Hospiz. Sie könne es ein Mal in der Woche einrichten zu helfen und sie unterstütze bei Festen, oder was sonst noch so nötig sei, so Tscherney.

Von der Kinderkrankenschwester zur ehrenamtlichen Helferin

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Katrin Melchert kommt mit ihrer Tochter Sophie seit sechs Jahren in das Kinderhospiz.

Früher war Ingrid Tscherney Kinderkrankenschwester. Das gibt ihr Sicherheit im Umgang mit schwerstkranken Kindern. Denn wenn bei Sophie der Atem aussetzt, kann es lebensgefährlich werden. Zu Hause in Stade fordert die Krankheit die ganze Aufmerksamkeit von Sophies alleinerziehender Mutter Katrin Melchert. Nur im Hospiz gelingt es ihr selbst einmal zu entspannen und sich von der anstrengenden Pflege auszuruhen. Am Anfang fiel es Sophies Mutter sehr schwer: "Wir fahren mittlerweile seit sechs Jahren in ein Kinderhospiz. Man lernt es einfach, das Kind auch mal loszulassen und zu übergeben. Ich sitze hier sehr viel an der Nähmaschine, was ich zu Hause nicht schaffe. Für uns ist das Hospiz eigentlich ein zweites Zuhause geworden."

Ohne ehrenamtliche Helfer wie Ingrid Tscherny würde der Alltag im Kinderhospiz rasch zum Erliegen kommen, sagt dessen Leiterin Irene Müller. Aus der Hospizarbeit könne man sich die ehrenamtlichen Helfer nicht mehr wegdenken. Denn die ganze Arbeit könnten die Hauptamtlichen gar nicht leisten. Das Hospiz bräuchte die Unterstützung der Ehrenamtlichen, so Leiterin Müller.

Gerade erst wurden 15 neue Helfer ausgebildet. Und zum Jahresanfang soll es wieder einen neuen Kurs für die ehrenamtliche Arbeit im Kinder- und Jugendhospiz Joshuas Engelreich geben.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | 06.12.2016 | 16:50 Uhr