Stand: 02.09.2015 16:00 Uhr

Hasspostings: Facebook nimmt Stellung

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Facebook steht wegen der vielen Hasspostings, die auch nach Meldung von Nutzern nicht gelöscht werden, in der Kritik.

ZAPP hat Facebook um Stellungnahme zum Thema Hasspostings gebeten - und Antwort erhalten. Hier die Antworten in voller Länge.

Facebooks Statement zum Brief von Bundesminister Heiko Maas

"Wir begrüßen das Schreiben von Bundesminister Heiko Maas und nehmen die Bedenken sehr ernst. Facebook ist kein Ort für Rassismus. Entsprechende Inhalte verstoßen eindeutig gegen unsere Gemeinschaftsstandards und wir appellieren an die Menschen, unsere Plattform nicht für die Verbreitung von Hassrede zu benutzen. Wir verstehen, dass wir als Facebook eine besondere Verantwortung tragen und arbeiten jeden Tag sehr hart daran, die Menschen auf Facebook vor Missbrauch, Hassrede und Mobbing zu schützen. Was wir zudem tun können, ist, dagegen zu halten - mit den vielen einzelnen Menschen, Gruppen oder Initiativen, die sich für die Integration, gegen Nazis und in ihrer Community für Flüchtlinge engagieren - auch auf Facebook. In diesem Sinne sind wir sehr an einem Austausch mit Bundesminister Maas darüber interessiert, was Gesellschaft, Unternehmen und Politik gemeinsam gegen die sich verbreitende Fremdenfeindlichkeit in Deutschland tun können."

Facebooks Statement zum Thema Hasspostings

"Facebook ist kein Ort für die Verbreitung rassistischer Ansichten. Facebook ist eine Plattform, auf der sich Menschen über ein breites Spektrum von politischen Meinungen austauschen. Diskussionen über die gesellschaftlichen Auswirkungen von Rassismus und Rechtsextremismus sind ein wichtiger Teil davon. Inhalte wie Hassrede, Aufruf zur Gewalt oder Gewaltverherrlichung verstoßen jedoch gegen die Gemeinschaftsstandards von Facebook und werden umgehend gelöscht. Was wir zudem tun können, ist, dagegen zu halten - mit den vielen einzelne Menschen, Gruppen oder Initiativen die sich für die Integration, gegen Nazis und in ihrer Community für Flüchtlinge engagieren - auch auf Facebook. Facebook unterstützt zudem verschiedene Aktionen und Initiativen. Dazu zählt beispielsweise no-nazi.net oder aktuell das Projekt 361 Grad Respekt. Darüber hinaus arbeitet Facebook z.B. mit 'Laut gegen Nazis' und 'Netz gegen Nazis' zusammen."

Wo landen Meldungen von Facebook-Nutzern über unpassende bzw. gegen die Regeln verstoßende Kommentare?

"Inhaltliche Richtlinien aufzustellen, die es mehr als einer Milliarde Menschen erlauben, sich Ausdruck zu verschaffen und gleichzeitig die Rechte und Gefühle anderer Menschen zu respektieren, ist eine permanente Herausforderung. Manchmal stoßen wir dabei auf neuartige Inhalte oder Grenzfälle, die unsere Richtlinien auf die Probe stellen. In solchen Fällen ist es unser Ziel, unseren Ansatz zu prüfen und entsprechende Schritte einzuleiten, so dass wir die Gratwanderung schaffen und Menschen auf Facebook einerseits die Möglichkeit geben, Informationen, Nachrichten und Inhalte zu teilen – und gleichzeitig die Gemeinschaft als Ganzes schützen.

Bei weltweit mehr als einer Milliarde Nutzern, die unterschiedliche Meinungen vertreten und Facebook als Plattform nutzen, um Themen zu diskutieren oder Inhalte zu teilen, die ihnen wichtig sind, kommt es natürlich vor, dass Menschen auch kontroverse Inhalte posten und diskutieren. Facebook ist in hohem Grad selbstreguliert. Das bedeutet, dass Nutzer Inhalte selbst melden können, die sie als bedenklich oder anstößig empfinden. Diese Möglichkeit, Inhalte zu melden, gibt Nutzern weitaus mehr Kontrolle darüber, was sie sehen, als das im Internet generell der Fall ist.

Jede Meldung wird vom Community Operations Team geprüft - in der jeweiligen Sprache. Anschließend wird eine passende Maßnahme ergriffen."

Wird jede Meldung von einem Menschen überprüft oder durchlaufen Meldungen zunächst nur automatischen Prüfungen?

"Jede Meldung wird vom Community Operations Team geprüft, das speziell für diese Aufgabe ausgebildet ist und weltweit täglich rund um die Uhr arbeitet. In unseren Büros in Dublin, Hyderabad, Austin und Menlo Park arbeiten Hunderte von Menschen. Möglicherweise hilft Ihnen diesbezüglich die Erklärung, was passiert, wenn man 'Melden' geklickt hat, noch weiter. Zum Meldeverfahren steht auf Facebook Deutschland ein ausführlicherLeitfaden inkl. Infografik zur Verfügung.

Einen allgemeinen Überblick über die Arbeit und die verbundenen Schwierigkeiten des Community Operations Team finden Sie zudem in diesem Artikel der ZEIT.

Wie können manche der gemeldeten Posts bei der Prüfung für unbedenklich gehalten werden? In dem Bemühen, die vielen Reports von Menschen auf Facebook, die wir jeden Tag erhalten, schnell und effizient zu bearbeiten, schaut sich unser Community Operations Team jede Woche Hunderte von Tausenden von Reports zu Inhalten an. Unsere Reporting-Systeme sind dafür entwickelt, Menschen vor Missbrauch, Hassrede und Mobbing zu schützen und es ist bedauernswert, dass gelegentlich Fehler gemacht werden, wenn solche Reports bearbeitet werden. Wir wissen, dass dies frustrierend sein kann, wenn wie in einzelnen Fällen, ein Fehler passiert.

Facebooks über die Zusammenarbeit mit Ermittlungsbehörden

Wie Facebook mit Anfragen von Strafvollzugsbehörden umgeht, finden Sie hier. Die Informationen für Mitarbeiter von Strafverfolgungsbehörden finden Sie hier. Zahlen zu Anfragen von Behörden finden Sie in den letzten vier Transparenzberichten. Zudem ist unter diesem Link ausführlich erklärt, um was für Anfragen es sich allgemein handelt. Ein FAQ dazu finden Sie hier.

 

Prof. Dr. Christian Schertz im Interview mit ZAPP © NDR Fotograf: NDR

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Facebook hat als amerikanisches Unternehmen eine sehr liberale Einstellung zur Meinungsfreiheit - was Medienrechtler Prof. Schertz kritisiert. In Europa müsse FB sich anpassen.

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Dieses Thema im Programm:

ZAPP | 02.09.2015 | 23:20 Uhr