Stand: 08.01.2014 16:54 Uhr

1924: Der Norden geht auf Sendung

Am 19. Januar 1924 trafen sich mehrere finanziell gut situierte Unternehmer aus dem Getreide-, Futtermittel- und Landmaschinenhandel, um vor dem Notar die "Nordische Rundfunk Aktiengesellschaft" (Norag) in das Hamburger Handelsregister (PDF) eintragen zu lassen. Der Rundfunk, so hatte es die Politik in Deutschland zu Beginn der Weimarer Republik festgelegt, sollte dezentral aufgebaut werden. Er sollte staatlich kontrolliert sein, während sich gleichzeitig private Geldgeber daran beteiligen konnten. Damit wurde in der Hansestadt - nach Berlin, Leipzig, München und Frankfurt am Main - die fünfte Sendegesellschaft im Deutschen Reich gegründet, wenig später folgten Stuttgart, Breslau, Königsberg und Münster.

Bild vergrößern
Erster Intendant der Norag war von März 1929 bis 1933 Hans Bodenstedt.

Die technisch-organisatorische Verbreitung von Rundfunk oblag in jenen Jahren der staatlichen Post, die programmlich-wirtschaftliche Zuständigkeit lag bei einer Sendegesellschaft. Zwischen Januar und Mai 1924 schuf die zuständige Oberpostdirektion die technischen Voraussetzungen für die Aufnahme des Sendebetriebs im Norden, sodass sich die "Kinderstube" des Hamburger Rundfunks nicht zufällig zunächst in den Räumen des Hauptfernsprechamtes an der Ecke Binderstraße/Schlüterstraße befand.

Der Siegeszug des Rundfunks im Norden

Hans Bodenstedt, der künstlerische Leiter des Hamburger Senders, stellte das neue Medium am 2. Mai 1924 der Öffentlichkeit vor. In den ersten Tagen des Programmbetriebs gab es nur wenige registrierte Rundfunkempfänger - nämlich 896. Doch die Hörerzahlen stiegen rasch an. Ein regelrechter Radio-Boom setzte ein. Die "Teilnehmerbewegung im Norag-Bezirk" wies für die Jahre von Ende 1924 bis Ende 1931 einen Anstieg von 81.000 auf 621.000 angemeldete Geräte aus. Hinzu kamen viele Schwarzhörer und Radioamateure. Gleichwohl war Radiohören vor allem ein städtisches Phänomen, getragen von bürgerlichen Schichten und speziell von jüngeren Leuten.

Aufnahmeraum der NORAG in der Schlüterstrasse mit Reiss-Mikrofon im Schäfferschen Zelt (1929) © NDR

Die Norag nimmt ihren Sendebetrieb auf

NDR Info -

Am 2. Mai 1924 nahm die Norag, der Vorläufer des Norddeutschen Rundfunks, seinen Sendebetrieb auf. Astrid Corall blickt auf die Anfänge des Rundfunks im Norden zurück.

Die Jahre 1924 bis 1947

1924 geht die erste Rundfunkanstalt Norddeutschlands, die Norag, auf Sendung. Unter den Nazis verliert sie ihre Unabhängigkeit. Nach dem Krieg bauen die Briten den Sender neu auf - der NWDR entsteht. mehr