Stand: 14.02.2012 10:05 Uhr

Akustische Reise unter dem Sternenhimmel: "Vier Lehrmeister" von Liao Yiwu im Planetarium

Termin: Dienstag, 21. Februar, 19.30 Uhr, Planetarium Hamburg

Der NDR und das Planetarium Hamburg präsentieren einmal im Monat Hörspiel-Erlebnisse unter dem Sternenzelt: Am Dienstag, 21. Februar, ist im Planetarium um 19.30 Uhr "Vier Lehrmeister" von Liao Yiwu zu hören, das Hörspiel des Jahres 2011. Andrea Getto führte Regie bei dieser NDR Produktion aus dem Jahr 2011 (Hörspielbearbeitung: Hilke Veth). Zu hören sind Martin Engler, Sascha Icks, Horst Mendroch, Heinrich Giskes, Lisa Hagemeister und Mirco Kreibich.

Der Inhalt: Der Hunger, die Schande, die Obdachlosigkeit und das Gefängnis - das seien seine Lehrmeister, formulierte der chinesische Autor Liao Yiwu in einer Rede, die er vor dem unabhängigen chinesischen PEN-Zentrum 2007 halten sollte, aber nicht konnte. Davon lässt er auch die Menschen in seiner Reportagesammlung "Fräulein Hallo und der Bauernkaiser" erzählen. Ein Leichenschminker berichtet von seinen Erlebnissen während der großen Hungersnöte. Ein Leprakranker davon, dass ihn die Dorfgemeinschaft ausstieß. Die 18-jährige Fräulein Hallo, die vor dem Fernseher aufgewachsen ist und haltlos in den Tag hineinlebt, vom Fan sein. Ein Ausbrecherkönig von seinem Versuch, dem Gefängnis zu entkommen. Collagiert mit Gedichten, die der Autor bei seinem bisher ersten Besuch in Deutschland im Herbst 2010 im Studio vortrug, werfen die Texte ein Schlaglicht auf die kollektiven Traumata Chinas.

Der Autor: Liao Yiwu, 1957 in Sichuan, China, geboren, wuchs in Armut auf. Sein Vater, ein Professor, wurde während der Kulturrevolution als Rechtsabweichler angeklagt, die Eltern ließen sich scheiden. Nach Abschluss der Schule arbeitete er in diversen Berufen, las viel Lyrik, begann selber zu dichten und zählte in den 80er-Jahren zu den bekannten jungen Lyrikern Chinas. Nach dem Massaker 1990 wurde er zu einer vierjährigen Haftstrafe wegen Verbreitung konterrevolutionärer Propaganda mit ausländischer Hilfe verurteilt. Danach arbeitete er u. a. als Straßenmusiker und interviewte Menschen am Rande der chinesischen Gesellschaft. Seine Werke sind noch immer in China verboten.

14. Februar 2012 / RC

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