Stand: 27.03.2017 13:14 Uhr

ARD-aktuell - Tagesschau & Co.

Das Kürzel ARD steht für "Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland". Ihr gehören neun Landesrundfunkanstalten an, die gemeinsam das Erste Deutsche Fernsehprogramm gestalten: Bayerischer Rundfunk (BR), Hessischer Rundfunk (HR), Mitteldeutscher Rundfunk (MDR), Norddeutscher Rundfunk (NDR), Radio Bremen (RB), Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb), Saarländischer Rundfunk (SR), Südwestrundfunk (SWR) und Westdeutscher Rundfunk (WDR). Auch die Deutsche Welle, die Anstalt des Bundesrechts, ist Teil der ARD.

Was ist ARD-aktuell?

ARD-aktuell ist die Gemeinschaftsredaktion für die Tagesschau, die Tagesthemen und das Nachtmagazin sowie für tagesschau24 und tagesschau.de. Seit 1977/78 ist die Redaktion als Hauptabteilung beim NDR in Hamburg angesiedelt. Geleitet wird ARD-aktuell von einem Ersten und einem Zweiten Chefredakteur sowie dem Redaktionsleiter/der Redaktionsleiterin tagesschau.de. Diese werden, ebenso wie der Moderator/die Moderatorin der Tagesthemen, von den ARD-Intendanten mit Zwei-Drittel-Mehrheit berufen.

Als Federführer für die ARD-aktuell-Redaktion verantwortet der NDR mit der Tagesschau die älteste und meistgesehene Nachrichtensendung Deutschlands, die auch viele junge Zuschauerinnen und Zuschauer sehen. Die Nachrichtensendung  wird seit Oktober 1956 täglich ausgestrahlt; heute gibt es bis zu 23 Ausgaben am Tag. Die Redaktion ist auch für die Tagesschau in 100 Sekunden zuständig. Diese wird linear bei tagesschau24 ausgestrahlt; non-linear ist sie z. B. über die Website tagesschau.de, die Tagesschau-App für mobile Empfangsgeräte, als Video-Podcast und internetfähiges Fernsehen HbbTV abrufbar.

Die 1978 eingeführten Tagesthemen vermitteln ergänzende Informationen zu den aktuellen Tagesereignissen. Sie zeigen Zusammenhänge und Hintergründe auf. Das Nachtmagazin, das 1995 an den Start ging, informiert montags bis freitags immer gegen Mitternacht in einer 20-minütigen Zusammenfassung über die wichtigsten Ereignisse des Tages. Beide Sendungen enthalten immer auch einen aktuellen Nachrichtenblock, setzen aber bei der Präsentation jeweils eigene Akzente

Wie arbeitet die ARD-aktuell-Redaktion?

Die Redaktion gliedert sich in zwei Bereiche: ein Planungsteam, das die Programmideen entwickelt, und ein Sendeteam, bestehend aus Wort- und Filmredaktion, das diese umsetzt. Ingesamt arbeiten rund 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Zentrale von ARD-aktuell beim NDR in Hamburg. Hinzu kommen die Kolleginnen und Kollegen in den Korrespondentenbüros im In- und Ausland.

Wie werden die Meldungen ausgewählt?

Die journalistischen Kriterien für die Nachrichtenauswahl lassen sich übergreifend mit den Begriffen Relevanz, Neuigkeitswert und vermutetes Zuschauerinteresse umschreiben. Feste Regeln kann es bei der Nachrichten-Auswahl nicht geben; aufgrund von Ausbildung und Erfahrung entwickeln die Redakteure jedoch ein sicheres Gespür für den Nachrichtenwert einer Meldung. Die Struktur der Redaktionsarbeit stellt sicher, dass die Nachrichtenauswahl nicht in den Händen eines Einzelnen liegt, sondern im Team entwickelt wird. Auf diese Weise wird auch Konsens über den Nachrichtenwert einer Meldung erzielt.

Wie wird die Reihenfolge der Meldungen festgelegt?

Die Wichtigkeit eines Themas bestimmt, ob die Meldung am Anfang oder am Ende der Sendung steht. Platzierung und Länge des Beitrags hängen von der Relevanz der Nachricht ab. Steht die TOP-Meldung fest, ergibt sich die Reihenfolge der übrigen Themen oft von selbst. Die Themenpalette ist breit: politische Nachrichten aus dem In- und Ausland, Wirtschaftsmeldungen, Wissenschaft, Medizin, Technik, Soziales, Kultur und Zeitgeschichte.

Wie werden die Meldungen präsentiert?

Die Aufbereitung der Nachricht kann auf unterschiedliche Weise erfolgen: als Wortmeldung, als Nachricht im Film (dabei wird das Bildmaterial von einem für den Zuschauer nicht sichtbaren Sprecher im sog. off kommentiert), als Bericht des Reporters oder als Live-Schaltung zu einem Korrespondenten.      

Wie sind die 15 Minuten der Tagesschau aufgeteilt?

In der 15-minütigen Hauptausgabe der Tagesschau um 20 Uhr sind üblicherweise etwa neun Minuten für Film vorgesehen (Reporterberichte und Nachrichtenfilme, inkl. Wetter), ca. sechs Minuten sind für Wortmeldungen reserviert.

Worin besteht der Unterschied zwischen Sprecher/-in und Moderator/-in?

Während in der 20 Uhr-Tagesschau - und auch in einer Reihe von Kurzausgaben – ein Sprecher bzw. eine Sprecherin die Meldungen verliest, werden die Tagesthemen und das Nachtmagazin von einer Moderatorin bzw. einem Moderator präsentiert. Der Unterschied zwischen Sprecher und Moderator besteht darin, dass letzterer seine Text selbst entwickelt, die daher oft pointierter sind. Ein Sprecher dagegen verliest die Meldungen, die von Redakteuren geschrieben wurden.

Gibt es Richtlinien für den Umgang mit Gewaltdarstellungen?

Gewalt  ist ein Teil der Realität und kann deshalb nicht aus einer Nachrichtensendung ausgeblendet werden. Berichte aus Kriegsgebieten oder über Unglücksfälle würden ein falsches Bild zeichnen, wenn nicht auch die Opfer gezeigt würden. Auf der anderen Seite gibt es aber auch eine Pflicht zum sensiblen Umgang mit dem Leid anderer Menschen. Dazu gehört es, die Würde des Menschen, auch eines Toten, unter allen Umständen zu achten. ARD-aktuell verzichtet deshalb auf Großaufnahmen von Gewaltopfern und ist bemüht, auch die übrigen Bildsequenzen bei Gewalttaten möglichst kurz zu halten.

Wann erscheinen die Korrespondenten/Korrespondentinnen auf dem Bildschirm?

Die in- und ausländischen Korrespondenten/Korrespondentinnen erscheinen im on, also auf dem Bildschirm, wenn sie eine Einschätzung der Lage geben, die über die reine Faktenvermittlung hinausgeht.

Was ist das Besondere an der Tagesschau?

Die Tagesschau ist eine Nachrichtensendung für alle, die an aktueller  Information interessiert sind. Sie soll sachlich, knapp, präzise und unparteiisch über die Ereignisse des Tages informieren. Die Sendung beschränkt sich auf die Darstellung der Fakten und ermöglicht es dem Publikum, sich ein eigenes Urteil zu bilden.

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